Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Rentenanpassung 2014 gilt auch für Mütterrente

Die Rentenanpassung 2014 ist nicht nur für die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland erfreulich. Auch die Personen, die von der Mütterrente profitieren werden, erhalten durch die Erhöhung etwas mehr Rente zugesprochen als bisher angenommen. Gleichzeitig warnt jedoch aktuell das Deutsche Institut für Altersvorsorge vor Ungerechtigkeiten bei der Mütterrente.

Veröffentlicht am 21. März 2014

Zum 1. Juli 2014 werden die Renten von rund 20 Millionen Rentner und Rentnerinnen angehoben – im Osten um 2,53 Prozent, im Westen um 1,67 Prozent. Die Rentenanpassung 2014 ist aus Sicht von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) eine gute Nachricht für alle Senioren. Doch für die mehr als neun Millionen Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden und bereits jetzt Rente beziehen, ist dies gleich ein doppelter Grund zur Freunde. Denn sie werden durch die Rentenerhöhung auch mehr Mütterrente erhalten.

Rentenanpassung 2014: Mütterrente – Wie viel mehr Rente gibt es?

Die Mütterrente sieht vor, dass die Kindererziehungszeiten der Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, mit einem Entgeltpunkt mehr bei der Rentenberechnung anerkannt werden. Da durch die Rentenanpassung 2014 der Wert des Rentenentgeltpunktes steigt, erhalten die Betroffenen zum 1. Juli 2014 noch etwas mehr Geld als bisher feststand. Das bestätigt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) finanzen.de. Statt rund 338 Euro pro Jahr und Kind erhalten die betroffenen Personen im Westen etwa 343 Euro. Für die Rentenbezieher in Ostdeutschland steigt die zusätzliche Mütterrente von etwa 309 Euro auf rund 317 Euro. Eine endgültige Entscheidung, ob die von der Bundesregierung geplante Besserstellung älterer Frauen umgesetzt wird, steht allerdings noch aus. Der Bundestag will im Mai über das Rentenpaket entscheiden.

Viele Betroffene werden trotz Mütterrente wenig Rente bekommen. Für eine Altersvorsorge ist es für sie jedoch meist zu spät. Sie können sich nur noch vor zusätzlichen Kosten im Alter schützen. Vor allem Pflegebedürftigkeit stellt eine große finanzielle Belastung dar. Wer jedoch mit einer privaten Pflegeversicherung vorsorgt, kann den Ruhestand wesentlich entspannter genießen. Hier Tarife vergleichen

Mütterrente kommt nicht allen Frauen zugute

Auch wenn mit der Mütterrente versucht wird, eine Gerechtigkeitslücke zu schließen, warnt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) vor neuen Ungerechtigkeiten. „Einige Mütter könnten leer ausgehen“, meinen die Experten. Dazu zählen etwa Frauen, die auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind oder während der Kindererziehungszeit erwerbstätig waren. Bei der Grundsicherung wird beispielsweise die Mütterrente einfach verrechnet. Auch für Bezieherinnen der Witwenrente kann der Zuschlag zum Nachteil werden, „falls dadurch die geltende Freigrenze überschritten wird.“

Bevölkerung steht hinter Mütterrente und Co.

Trotz dieser noch vorhandenen Fehlstellungen findet die Mütterrente breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hervor. Gleichzeitig erwarten jedoch nur wenige Befragte, dass sie vom Rentenpaket profitieren. Schlimmer noch: Sogar ein Viertel befürchtet persönliche Nachteile, vor allem Befragte, die unter 45 Jahre alt sind. „Umso bemerkenswerter ist jedoch, dass die Rentenpläne quer durch alle Generationen breite Unterstützung finden – obwohl sie als gegen die Interessen der Jüngeren gerichtet empfunden werden“, lautet ein Fazit der Umfrage.