Rentnerin schaut traurig
Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Rentenerhöhung 2021: Westen geht wohl leer aus, Osten unter 1 Prozent

Dem Regierungsentwurf zum Rentenversicherungsbericht zufolge wird die Rentenerhöhung 2021 für Senioren enttäuschend ausfallen. Dem Westen steht sogar eine Nullrunde bevor. Damit wirkt sich die coronabedingte Wirtschaftskrise auf die Rentenentwicklung aus. Der Ausblick auf die kommenden Jahre sieht für Rentner positiv aus, nimmt jedoch die Beitragszahler in die Pflicht.

Zuletzt aktualisiert am 12. November 2020



  • Die Rentenerhöhung 2021 wird im Westen Deutschlands voraussichtlich eine Nullrunde.
  • Die Rentner im Osten erwartet nur eine minimale Steigerung.
  • Für die kommenden Jahre sagt die Regierung eine stetige Rentenanpassung voraus.

Schlechte Nachrichten für die Rentner: Wie das Nachrichtenportal „The Pioneer“ berichtet, wird es 2021 keine Rentenerhöhung geben. Dies gehe aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichtes der Bundesregierung hervor. Zumindest die Senioren im Westen müssen mit einer Nullrunde rechnen. Nur in den neuen Bundesländern steigen die Renten um geringe 0,72 Prozent wegen der gesetzlichen Ost-West-Angleichung der Rentenhöhe.

Nach den zuletzt deutlichen Anpassungen um teils mehr als vier Prozent dürften diese Aussichten für die meisten Rentner enttäuschend sein.

Keine Rentenerhöhung 2021: Corona ist schuld

Bereits im Sommer deutete die Deutsche Rentenversicherung (DRV) gegenüber t-online an, dass eine Rentenerhöhung 2021 ausbleiben könnte. Ein wesentlicher Grund für die Stagnation sei die Corona-Krise. Arbeitnehmer mussten in Kurzarbeit gehen oder gar Jobverluste hinnehmen. Diese Entwicklungen wirken sich auf das Lohnwachstum und damit auch auf die Renten aus. Dem Berichtsentwurf zufolge rechnet die Regierung mit einem Rückgang der Bruttolöhne und -gehälter um etwa ein Prozent.

Update 12. November 2020: Nun hat auch die Deutsche Rentenversicherung Bund die voraussichtlichen Anpassungen für 2021 bestätigt. Eigentlich müssten den Renten demnach sogar sinken, was eine Schutzklausel jedoch verhindert.

Dass eine Rentenanpassung ausblieb, passierte zum letzten Mal 2010, also kurz nach der Finanzkrise. Seitdem sind die Beträge in jedem Jahr deutlich gestiegen. So haben sich die Renten in den letzten fünf Jahren stetig erhöht, wie die folgende Aufstellung zeigt (Ost/West):

  • 2016: 5,95 / 4,25 Prozent
  • 2017: 3,59 / 1,90 Prozent
  • 2018: 3,37 / 3,22 Prozent
  • 2019: 3,91 / 3,18 Prozent
  • 2020: 4,20 / 3,45 Prozent

Bessere Aussichten für Rentenerhöhung in den kommenden Jahren

Das Portal „The Pioneer“ berichtet weiter, dass die Regierung für die kommenden Jahre wieder einen Anstieg der Renten erwartet. Demnach sollen die Altersbezüge bis 2034 um insgesamt etwa 32,2 Prozent steigen. Das entspräche einer Steigerungsrate von jährlich 2,3 Prozent im Schnitt.

Eine Anpassung erwartet die Regierung in ihrem Entwurf beim Rentenbeitragssatz. Dieser liegt derzeit bei 18,6 Prozent. Laut Bericht sollte er bis 2022 stabil bleiben. Danach soll er kontinuierlich steigen im Jahr 2023 auf 19,3 Prozent, auf 19,9 Prozent im Jahr 2025 und schließlich auf 21,5 Prozent in 2030.