Rentnerin schaut traurig
Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Rentenerhöhung 2021: Westen geht leer aus, Osten unter 1 Prozent

Schon der Regierungsentwurf zum Rentenversicherungsbericht ließ nichts Gutes für die Rentenerhöhung 2021 erahnen, nun ist es gewiss: Im Westen steht den Rentnern im Juli eine Nullrunde bevor. Damit wirkt sich die coronabedingte Wirtschaftskrise auf die Rentenentwicklung aus.

Zuletzt aktualisiert am 27. April 2021

  • Eine Rentenerhöhung wird es 2021 im Westen Deutschlands nicht geben.
  • Die Rentner im Osten erwartet nur eine minimale Steigerung.
  • Für die kommenden Jahre sagt die Regierung jedoch wieder eine Rentenanpassung voraus.

Schlechte Nachrichten für die Rentner, die auf eine Rentenerhöhung gehofft haben: Diese wird es 2021 nicht regulär geben. Dies ging bereits aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichtes der Bundesregierung hervor. Nun hat das Bundeskabinett die Rentenanpassungen zum 1. Juli 2021 beschlossen.

Die Renten folgen stets der Lohnentwicklung aus dem vergangenen Jahr. Theoretisch müssten diese 2021 daher sinken, da sich die Löhne negativ entwickelt haben. Zusammen mit weiteren Faktoren hätte es laut Arbeitsministerium zu einer eigentlichen Absenkung um 3,25 Prozent kommen müssen. Doch durch die gesetzlich verankerte Rentengarantie müssen Rentner 2021 keine Einbußen erwarten.

„Auch und insbesondere in Krisenzeiten wie der aktuellen COVID-19-Pandemie können sich die Rentnerinnen und Rentner auf die gesetzliche Rente verlassen“, betont Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Während die Senioren im Westen eine Nullrunde erleben, liegt die Rentenerhöhung 2021 in den neuen Bundesländern bei 0,72 Prozent. Grund für die geringe Anpassung ist die gesetzliche Ost-West-Angleichung der Rentenhöhe.

Nach den zuletzt deutlichen Anpassungen um teils mehr als vier Prozent dürften diese Aussichten für die meisten Rentner enttäuschend sein. Der Rentenwert West bleibt bei 34,19 Euro, für Ost liegt er ab Juli 2021 bei 33,47 Euro.

Keine Rentenerhöhung 2021: Corona ist schuld

Bereits im Sommer deutete die Deutsche Rentenversicherung (DRV) gegenüber t-online an, dass eine Rentenerhöhung 2021 ausbleiben könnte. Ein wesentlicher Grund für die Stagnation sei die Corona-Krise. Arbeitnehmer mussten in Kurzarbeit gehen oder gar Jobverluste hinnehmen.

Diese Entwicklungen wirken sich auf das Lohnwachstum und damit auch auf die Renten aus. Dem Berichtsentwurf zufolge rechnet die Regierung mit einem Rückgang der Bruttolöhne und -gehälter um etwa ein Prozent. Das Bundesarbeitsministerium gibt im März 2021 sogar einen Rückgang um knapp drei Prozent in den alten Ländern bekannt.

Dass eine Rentenanpassung ausblieb, passierte zum letzten Mal 2010, kurz nach der Finanzkrise. Seitdem sind die Beträge in jedem Jahr deutlich gestiegen. So haben sich die Renten in den letzten fünf Jahren stetig erhöht, wie die folgende Aufstellung zeigt (Ost/West):

  • 2016: 5,95 / 4,25 Prozent
  • 2017: 3,59 / 1,90 Prozent
  • 2018: 3,37 / 3,22 Prozent
  • 2019: 3,91 / 3,18 Prozent
  • 2020: 4,20 / 3,45 Prozent

Bessere Aussichten für Rentenerhöhungen in den kommenden Jahren

Die Regierung erwartet für die kommenden Jahre wieder einen Anstieg der Renten. Demnach sollen die Altersbezüge bis 2034 um insgesamt etwa 32,2 Prozent steigen. Das entspräche einer Steigerungsrate von jährlich 2,3 Prozent im Schnitt.

Eine Anpassung erwartet die Regierung in ihrem Entwurf beim Rentenbeitragssatz. Dieser liegt derzeit bei 18,6 Prozent. Laut Rentenversicherungsbericht sollte er bis 2022 stabil bleiben. Danach soll er kontinuierlich steigen im Jahr 2023 auf 19,3 Prozent, auf 19,9 Prozent im Jahr 2025 und schließlich auf 21,5 Prozent in 2030.