Rentner auf einer Bank
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Rentenerhöhung 2022: Mehr als fünf Prozent mehr Geld für Rentner

Nachdem die Rentenanpassung in diesem Jahr ernüchternd ausfiel, können sich Senioren im kommenden Jahr auf ein ordentliches Plus einstellen. Die Rentenerhöhung 2022 dürfte laut dem Schätzerkreis Rentenversicherung im Westen bei 5,2 Prozent, im Osten bei 5,9 Prozent liegen. Vor allem das Aussetzen des sogenannten Nachholfaktors kommt Rentnern dabei zugute.

  • Gute Nachrichten für alle Rentenempfänger: 2022 sollen sie mindestens fünf Prozent mehr Rente erhalten.
  • Im Osten kratzt die Rentenerhöhung voraussichtlich die 6-Prozent-Marke, im Westen sollen es 5,2 Prozent sein.
  • Im Frühjahr kommenden Jahres wird endgültig über die Rentenanpassung entschieden.

Bereits zum Ende letzten Jahres deutete es sich an: Die Rentenerhöhung 2022 wird gut ausfallen. Schon damals ging der Direktor der Deutschen Rentenversicherung Bund, Stephan Fasshauer, „vermutlich von einem ordentlichen Plus“ aus. Nun wird es für Rentner konkreter. Denn laut dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 ist eine Anpassung von über fünf Prozent wahrscheinlich.

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, sollen die Renten zum 1. Juli 2022

  • im Westen um 5,2 Prozent und
  • im Osten um 5,9 Prozent steigen.

Damit würde die Rentenanpassung sogar über der aktuellen Inflationsrate liegen. Im Oktober betrug sie 4,5 Prozent.

Angesichts dieser Steigerung würden die Senioren die Rentenerhöhung 2022 spürbar auf ihrem Konto merken:

Bruttorente pro Monat bis Juni 2022Bruttorente pro Monat ab Juli 2022 – WestBruttorente pro Monat ab Juli 2022 – Ost
1.000 Euro1.052 Euro1.059 Euro
1.200 Euro1.262,40 Euro1.270,80 Euro
1.400 Euro1.472,80 Euro1.482,60 Euro
1.600 Euro1.683,20 Euro1.694,40 Euro
1.800 Euro1.893,60 Euro1.906,20 Euro

Starkes Rentenplus 2022 dank fehlendem Nachholfaktor

Ein wesentlicher Faktor bei der Berechnung der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung im vorherigen Jahr. Nachdem die Löhne 2020 aufgrund der Corona-Pandemie gefallen waren, legten sie dieses Jahr wieder zu. Entsprechend positiv wirkt sich dies auf die Rentenerhöhung 2022 aus.

Hinzu kommt, dass der sogenannte Nachholfaktor bis Ende 2025 ausgesetzt ist. Dieser regelt, dass Rentenkürzungen nachgeholt werden, die aufgrund der vereinbarten Rentengarantie ausgesetzt wurden. Die Garantie verhindert, dass die Renten sinken.

Dazu hätte es eigentlich in diesem Jahr kommen müssen. Laut Bundesarbeitsministerium wäre es eine „rechnerische Rentenanpassung von -3,25 Prozent“ geboten gewesen. Stattdessen gab es im Westen eine Nullrunde, im Osten stiegen die Altersbezüge aufgrund der Ost-West-Rentenangleichung leicht um 0,72 Prozent.

Auch 2023 ist mit deutlicher Rentensteigerung zu rechnen

Mit Nachholfaktor sähe die Erhöhung im kommenden Jahr deutlich niedriger aus. Schätzungen zufolge bekämen Rentner dann nur 2,5 Prozent mehr Geld, berichtet t-online.

Doch so können sich zumindest die Senioren in den alten Bundesländern auf die größte Steigerung seit mehreren Jahrzehnten freuen. Zuletzt fiel die Rentenerhöhung 1983 mit 5,59 Prozent höher aus. In Ostdeutschland gleicht die Anpassung im kommenden Jahr fast der von 2016, als die Renten um 5,95 Prozent stiegen.

Dem Rentenversicherungsbericht zufolge wird sich die Tendenz 2023 fortsetzen. Im Westen könnten die Bezüge um 4,9 Prozent, im Osten um 5,7 Prozent angepasst werden.

Wie hoch genau die Rentenerhöhung 2022 ausfallen wird, erfahren Rentner endgültig im März kommenden Jahres. Dann liegen die finalen Zahlen zur Lohnentwicklung in diesem Jahr vor.