Rentner auf einer Bank
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Offizielle Rentenerhöhung 2022: Mehr als sechs Prozent mehr Geld

Nachdem die Rentenanpassung in letzten Jahr ernüchternd ausfiel, können sich Senioren im Juli auf ein ordentliches Plus einstellen. Die Rentenerhöhung 2022 beträgt im Westen bei mehr als 5 Prozent, im Osten sogar mehr als 6 Prozent. Der sogenannte Nachholfaktor ist dabei schon eingerechnet.

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2022

  • Gute Nachrichten für alle Rentenempfänger: Ab Juli 2022 erhalte sie mehr als fünf Prozent mehr Rente .
  • Schon erste Zahlen hatten im November gezeigt, dass die Rentenerhöhung im Osten die 6-Prozent-Marke kratzt, im Westen sollen es 5,2 Prozent sein.
  • Nun stehen die offiziellen Werte fest. In den neuen Bundesländern sind es sogar über sechs Prozent.

Bereits zum Ende letzten Jahres deutete es sich an: Die Rentenerhöhung 2022 wird gut ausfallen. Schon damals ging aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 ist eine Anpassung von über fünf Prozent hervor.

Nun hat das Bundesarbeitsministerium die offiziellen Werte vorgestellt. Demnach sollen die Renten zum 1. Juli 2022

  • im Westen um 5,35 Prozent und
  • im Osten um 6,12 Prozent steigen.

Der Rentenwert West erhöht sich auf 36,02 Euro, im Osten auf 35,52 Euro.

Damit übersteigen die Anpassungen die Prognosen aus dem November 2021. Angesichts dieser Steigerung merken die Senioren die Rentenerhöhung 2022 spürbar auf ihrem Konto:

Bruttorente pro Monat bis Juni 2022Bruttorente pro Monat ab Juli 2022 – WestBruttorente pro Monat ab Juli 2022 – Ost
1.000 Euro1.053,50 Euro1.060,12 Euro
1.200 Euro1.264,20 Euro1.273,44 Euro
1.400 Euro1.474,90 Euro1.485,68 Euro
1.600 Euro1.685,60 Euro1.697,92 Euro
1.800 Euro1.896,30 Euro1.910,16 Euro

Starkes Rentenplus 2022 trotz Nachholfaktor

Ein wesentlicher Faktor bei der Berechnung der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung im vorherigen Jahr. Nachdem die Löhne 2020 aufgrund der Corona-Pandemie gefallen waren, legten sie dieses Jahr wieder zu. Entsprechend positiv wirkt sich dies auf die Rentenerhöhung 2022 aus.

Ursprünglich war zudem geplant, dass der sogenannte Nachholfaktor bis Ende 2025 ausgesetzt bleibt. Dieser regelt, dass Rentenkürzungen nachgeholt werden, die aufgrund der vereinbarten Rentengarantie ausgesetzt wurden. Die Garantie verhindert, dass die Renten sinken.

Dazu hätte es eigentlich in diesem Jahr kommen müssen. Laut Bundesarbeitsministerium wäre im Juli 2021 eine „rechnerische Rentenanpassung von -3,25 Prozent“ geboten gewesen. Stattdessen gab es im Westen eine Nullrunde, im Osten stiegen die Altersbezüge aufgrund der Ost-West-Rentenangleichung leicht um 0,72 Prozent.

Auch 2023 ist mit deutlicher Rentensteigerung zu rechnen

Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grüne und FDP wurde vereinbart, dass der Nachholfaktor nun schon vor der Rentenerhöhung 2022 wieder eingesetzt wird. Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bewirkt dies eine Absenkung um 1,17 Prozent. Diese Auswirkungen sind bereits berücksichtigt worden.

Trotz der Einberechnung des Faktors handele es sich Heil zufolge immer noch um eine deutliche Erhöhung. Dem Rentenversicherungsbericht zufolge wird sich die Tendenz 2023 fortsetzen. Im Westen könnten die Bezüge um 4,9 Prozent, im Osten um 5,7 Prozent angepasst werden.