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Rentenpaket 2014 tritt trotz Kritik am 1. Juli in Kraft

Das Rentenpaket 2014 umfasst Mütterrente und Rente mit 63 sowie Verbesserungen bei Erwerbsminderungsrente und Reha-Leistungen. Am 1. Juli 2014 tritt es in Kraft. Kurz vor der Einführung des Rentenpakets gibt es aber erneut Kritik an der Gesetzesänderung. So ermöglicht ein Schlupfloch im Paket für langjährig Beschäftigte einen noch früheren Renteneintritt.

Das Rentenpaket 2014 ist vor allem aufgrund der Mütterrente und der abschlagsfreien Rente mit 63 heftig umstritten. Nun dürfte es erneut zu Ärger um die Rentenreform kommen. Denn kurz vor der Einführung des Rentenpakets am 1. Juli 2014 wird bekannt, dass das Gesetz ein Schlupfloch bei der Rente mit 63 enthält. So können langjährig Beschäftigte trotz einer eigens in den Gesetzestext aufgenommenen Stichtagsregel bereits mit 61 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen, solange sie einen versicherungspflichtigen Mini-Job annehmen.

Rentenpaket 2014: Kritik an Rente mit 63 hält an

Vor der Einführung des Rentenpakets haben vor allem Arbeitgebervertreter darauf gedrängt, eine Regelung zu finden, die eine Frühverrentungswelle verhindert. Hintergrund: Die abschlagsfreie Rente mit 63 soll langjährig Beschäftigten einen vorzeitigen Renteneintritt ohne Einbußen ermöglichen. Dazu müssen mindestens 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorgewiesen werden.

Auch Zeiten der Arbeitslosigkeit können auf diese Beitragszeiten angerechnet werden, wenn sie mit dem Bezug von Arbeitslosengeld I einhergehen. Die Befürchtung der Kritiker: Viele Berufstätige würden diese Regelung ausnutzen und sich die letzten zwei Jahre vor Erreichen des 63. Geburtstages arbeitslos melden – und somit noch eher aus dem Berufsleben ausscheiden. Um dies zu verhindern, hat die Regierung eine Stichtagsregelung mit in das Gesetz aufgenommen. Demnach werden Zeiten der Arbeitslosigkeit kurz vor Renteneintritt nicht als Beitragsjahre angerechnet.

Schlupfloch im Rentenpaket 2014: Wer kann jetzt mit 61 in Rente gehen?

Nun zeigt sich aber, dass diese Regelung des Rentenpakets 2014 umgangen werden kann, wenn neben dem Bezug von ALG I ein rentenversicherungspflichtiger Minijob ausgeübt wird. Laut Spiegel Online empfiehlt der Deutsche Gewerkschaftsbund dieses Schlupfloch sogar ausdrücklich. Wie viele Menschen von dem Schlupfloch profitieren könnten, ist bislang nicht klar. Allerdings dürften damit die Gesamtkosten des Rentenpakets weiter ansteigen.

Rentenpaket 2014: Junge Menschen zahlen drauf

Kritiker bemängeln, dass die Rentenreform trotz der hohen Belastung für die Rentenkasse nur der älteren Generation zugute kommt. Die nachfolgenden Generationen von berufstätigen Beitragszahlern müssen hingegen die Ausgaben über ihre Beiträge finanzieren, ohne selbst höhere Leistungsansprüche zu erhalten. Ihnen bleibt nur übrig privat für den eigenen Lebensabend vorzusorgen. Gerade Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen droht sonst langfristig Altersarmut. Doch angesichts der niedrigen Zinsen sind klassische Altersvorsorgeformen wie Riester Rente und Lebensversicherung kaum noch attraktiv. Um eine vernünftige Rendite zu erzielen, müssen Verbraucher neue Wege gehen, etwa in Fonds investieren. Wie der Blick auf den Geldanlage Vergleichsrechner zeigt, können sie ihr Vermögen beispielsweise mit Immobilienfonds deutlich vermehren.

Was ändert sich noch mit dem Rentenpaket 2014

Das Rentenpaket 2014 sieht neben der Rente mit 63 auch eine Verbesserung der Anrechnung von Kindererziehungszeiten für ältere Mütter vor. So werden Frauen, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben, nun zwei statt ein Rentenpunkt pro Kind auf die Rente angerechnet. Auch bei der Erwerbsminderungsrente wird sich durch das Rentenpaket einiges bei der Berechnung verändern, so dass Neurentner im Schnitt eine höhere Rente bei Erwerbsminderung erhalten werden. Zusätzlich dazu wird das Budget für Reha-Leistungen erhöht. Die Bundesregierung rechnet durch das Rentenpaket 2014 mit Mehrkosten von 4,4 Milliarden Euro für dieses und rund 9 Milliarden Euro für das nächste Jahr. Bis zum Jahr 2030 werden die jährlichen Kosten demnach auf 11 Milliarden Euro ansteigen.