Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Report Mainz: Berufsunfähigkeit muss gesetzlich abgesichert werden

In der aktuellen ARD-Sendung von Report Mainz steht die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Kritik. Zu oft werden die Personen nicht versichert, die sich am ehesten vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit schützen sollten. Verbraucherschützer fordern daher eine Rückkehr zur gesetzlichen Absicherung. Doch die verantwortlichen Ministerien sehen keinen Handlungsbedarf.

Seitdem die gesetzlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit 2001 abgeschafft wurden, müssen sich die meisten Verbraucher selbst um ihren Versicherungsschutz kümmern. Da jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig wird und durch den Einkommensausfall in schwerwiegende finanzielle Schwierigkeiten geraten kann, zählt die private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu den wichtigsten Absicherungen, um die sich Verbraucher kümmern sollten.



Doch die Versicherung steht aktuell bei Report Mainz in der Kritik. So bemängelt der Rechtswissenschaftler Professor Hans-Peter Schwintowski, dass viele Interessierte „überhaupt keine Versicherung bekommen oder exorbitante Prämien zahlen, die sie sich nicht leisten können. Und viele, die es sich geleistet haben, werden im Schadensfall abgelehnt.“

Report Mainz: Berufsunfähigkeit ist typisches Risiko

Der Experte fordert im Report Mainz, dass Berufsunfähigkeit wieder gesetzlich abgesichert werden muss. Schließlich ist dies „ein typisches Risiko, das uns allen droht, das zur Sozialversicherung gehört.“ Beistand bekommt Schwintowski vom Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski. Auch für ihn ist das „Modell der privaten Absicherung gescheitert.“ So hat eine Auswertung der Verbraucherzentrale ergeben, dass 40 Prozent der Ratsuchenden keine vernünftige Versicherung finden. „Die Verlierer sind diejenigen, die die soziale Absicherung am meisten brauchen“, so der Experte gegenüber Report Mainz.

Weder Arbeits- noch Verbraucherschutzministerium planen Änderungen

Vonseiten der Regierung ist jedoch in absehbarer Zeit mit keiner Neuregelung zu rechnen. Sowohl das Arbeits- als auch das Verbraucherschutzministerium geben an, keine Änderungen zu planen und verweisen bei zusätzlichen Fragen auf das jeweils andere Ministerium. Die vor zwei Jahren eingeführte staatliche Förderung der Berufsunfähigkeitsversicherung kann darüber hinaus als Flop gewertet werden, da es keinen Versicherer gibt, der einen entsprechenden Tarif anbietet, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Report Mainz mit.

Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Der aktuelle ARD-Bericht bedeutet vor allem eins: Bürgerinnen und Bürger brauchen auch künftig nicht damit zu rechnen, dass sie bei Berufsunfähigkeit in ein sicheres soziales Netz fallen. Private Vorsorge in einer persönlich umsetzbaren und sinnvollen Form bleibt daher wichtig. Wer sich absichern will, findet mit der Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine günstige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei wird allerdings erst dann eine Rente gezahlt, wenn der Versicherte weder im ausgeübten noch einem beliebigen Beruf arbeiten kann.

Die Dread Disease bzw. schwere Krankheiten Versicherung leistet hingegen bei folgenschweren Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall und anderen Gesundheitsschäden, die vertraglich festgelegt sind. Dabei hat die Dread Disease Versicherung im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung den Vorteil dass auch dann Geld fließt, wenn Kunden nicht berufsunfähig sind. Es kommt allein auf das Krankheitsbild an.

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