Riester-Bausparvertrag im Test: Nicht für alle Sparer geeignet

In der aktuellen Finanztest-Ausgabe (11/2014) prüft Stiftung Warentest, welche Riester-Bausparverträge empfehlenswert sind. Diese kommen nicht für jeden künftigen Immobilienbesitzer infrage. Doch ob mit oder ohne Förderung: Bausparen ist so attraktiv wie nie, meinen die Tester. Ein Vergleich lohnt sich.

Veröffentlicht am 10. Oktober 2014
In der aktuellen Finanztest-Ausgabe hat Stiftung Warentest einen Riester-Bausparvertrag Test durchgeführt. Die Experten fassen zusammen: Trotz niedriger Sparzinsen ist Bausparen „so attraktiv wie nie“ – egal ob mit oder ohne Förderung. „Bausparen ist eine gute Wahl für Sparer, die niedrige Zinsen für ihre künftige Finanzierung sichern wollen“, so Stiftung Warentest. Besteht dann noch Anspruch auf die staatliche Riester-Förderung, können Bausparer über Zulagen und Steuervorteile mehr Eigenkapital ansparen als mit einem ungeförderten Bausparvertrag. Doch nicht jede Person kann einen Riester-Bausparvertrag abschließen. Die meisten Selbständigen müssen beispielsweise auf einen Vertrag ohne Förderung ausweichen.



Eine ganz andere Meinung vertreten die Experten von Öko-Test: Bei ihrem aktuellen Riester-Bausparvertrag Vergleich zeigt sich, dass die niedrigen Zinsen mitunter die Zulagen auffressen.

Riester-Bausparvertrag 2014 im Test: Das sind die Testsieger

Für den Riester-Bausparvertrag Test 2014 hat die Stiftung Warentest für vier Modellfälle jeweils das beste Angebot ermittelt. In drei Fällen sehen die Testkunden den Bau oder Kauf einer Immobilie in sieben oder zehn Jahren vor, in einem Fall ist der Zeitpunkt unbestimmt. Die Bausparsumme variiert dabei von Anbieter zu Anbieter, da die Bausparkassen die optimale Summe festlegen konnten. Ein gezielter Vergleich hinsichtlich der Bausparsumme fällt daher schwer.

Zwei Mal kann sich der Anbieter Wüstenrot durchsetzen (Tarif „RC/FX 2,45“). Je einmal platzieren sich die Deutsche Bausparkasse Badenia („Via Badenia 500 R ClassicFinanz“) und die Alte Leipziger („Easy Finanz Riester“) an der Spitze des Rankings. Folgende Bauspartarife mit Riester-Förderung – auch Wohn-Riester genannt – haben im Test mehrfach gute Ergebnisse erzielt, sodass diese aus Sicht von Stiftung Warentest empfehlenswert sind:

  • Wüstenrot
  • Alte Leipziger
  • Deutsche Bausparkassen Badenia
  • Bausparkasse Mainz („W WohnriesterPlus“)

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Riester-Bauvertrag Test 2014: Heute für morgen planen

Ein Bausparvertrag hat unter anderem den Vorteil, dass sich die derzeit niedrigen Zinsen für das Darlehen auf Dauer sichern lassen. Selbst wenn die Bauzinsen künftig wieder steigen, erhalten Bausparer ihren Kredit zu dem Zins, den sie vor Jahren vereinbart haben. Ein Bausparvertrag eignet sich daher für Personen, die den Bau oder Kauf eines Haus oder einer Wohnung erst in einigen Jahren planen. Wer die günstigen Baufinanzierungskonditionen jetzt nutzen will, muss auf eine andere Form der Baufinanzierung zurückgreifen.

Nachgelagerte Besteuerung beim Wohn-Riester

Wer sich für einen Riester-Bausparvertrag entscheidet, der sollte zwar vorrangig auf die Spar- und Darlehenszinsen achten, darf aber auch die Besteuerung im Alter nicht vergessen. Riester-Sparer müssen die erhaltenen Förderungen im Rentenalter nachversteuern. Dazu hat der Gesetzgeber das sogenannte Wohnförderkonto eingeführt. Auf diesem fiktiven Konto werden „alle geförderten Spar- und Tilgungsleistungen erfasst und mit zwei Prozent verzinst“, so Stiftung Warentest. Zu Rentenbeginn muss die Gesamtsumme versteuert werden, wobei es zwei Möglichkeiten gibt.

Entweder zahlen Riester-Sparer ihre Steuern auf einen Schlag. Dann müssen sie nur 70 Prozent der Summe auf dem Konto versteuern. Oder sie versteuern den Kontostand bis zum 85. Lebensjahr in jährlichen Raten. Die nachgelagerte Besteuerung wird oftmals als Nachteil gesehen. Da jedoch der persönliche Steuersatz im Alter meist geringer ist als zu der Zeit, in der ein Vertrag abgeschlossen wurde, sparen Vertragsnehmer in der Regel am Ende.