Rentner geht spazieren
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Leitung Newsredaktion

Riester-Rente: CDU für Weiterentwicklung, SPD für Kürzung

Immer weniger Verbraucher entscheiden sich für eine Riester-Rente, obwohl der Staat Sparer mit Zulagen und Steuervorteilen unterstützt. Die CDU will der Vorsorgeform neues Leben einhauchen und hat sich auf ihrem Parteitag auf geringere Kosten und weniger Bürokratie geeinigt. Die SPD sieht dagegen große Einschnitte für Besserverdiener bei der privaten Altersvorsorge vor.

  • Die CDU hat sich auf ihrem Bundesparteitag in Leipzig darauf verständigt, die Riester-Rente attraktiver gestalten zu wollen.
  • Neben weniger Bürokratie soll die Riester-Rente durch bessere Anlagemöglichkeiten mehr Rendite erzielen.
  • Die SPD sieht dagegen wenig Potenzial für Verbesserungen.

Um im Alter frei von finanziellen Ängsten zu leben, sorgen viele Bürgerinnen und Bürger vor, etwa mit einer Riester-Rente. Über 16 Millionen Verträge verbucht das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Seit 2015 stagniert die Zahl jedoch, bei den Riester-Rentenversicherungen sinkt die Anzahl sogar. Die Politik sieht entsprechend Handlungsbedarf. Schließlich wurde die Riester-Rente vor über 15 Jahren mit dem Ziel eingeführt, dass Arbeitnehmer damit ihre Rentenlücke ausgleichen. Allerdings haben CDU und SPD unterschiedliche Ideen, wie es mit der Riester-Rente weitergehen soll.



CDU erwägt verpflichtende Altersvorsorge

Auf ihrem Bundesparteitag hat sich CDU für eine Reform der Riester-Rente stark gemacht. Dabei hatte der Arbeitnehmerflügel CDA der Partei ursprünglich eine Vorsorgepflicht gefordert. Nun soll die geförderte Altersvorsorge zunächst entbürokratisiert werden, indem beispielsweise die Zulagen automatisch fließen und nicht mehr extra beantragt werden müssen.

Laut Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wollen die Christdemokraten zudem eine höhere Rendite ermöglichen. Dazu sollen die Beiträge der Versicherten auch in Aktieninvestments fließen. Im Gegenzug würde dies allerdings bedeuten, dass die Versicherer von ihren Garantieversprechen abrücken müssten. Denn diese sind mit sehr sicheren Anlagen mit geringen Renditen verbunden.

Zum Beschluss der CDU gehört auch, auf lange Sicht eine verpflichtende Altersvorsorge einzuführen. Schafft es die deutsche Finanzindustrie nicht, die Zahl der Riester-Verträge binnen drei Jahren um 30 Prozent zu steigern, soll der Staat eine standardisierte Altersvorsorge zur Pflicht machen.

SPD will Abkehr von steuerlicher Förderung prüfen

Während die CDU ihren Bundesparteitag am vergangenen Wochenende abgehalten hat, werden sich die Sozialdemokraten dazu in zwei Wochen zusammenfinden. Dort dürfte das Thema Rente ebenfalls auf der Agenda stehen, wobei Experten jedoch von keinen konkreten Beschlüssen ausgehen.

In welche Richtung sich die SPD künftig bewegen könnte, zeigt ein Zwischenbericht zur Zukunft der Alterssicherung einer Parteikommission. Dieser schlägt laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland eine Überprüfung des Steuerzuschusses vor, den vor allem Gutverdiener in Anspruch nehmen. Die SPD erwäge demnach sogar ein Ende der Förderung für Neuverträge.

Eine weitere Maßnahme sei zudem, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Dieser Vorschlag ist bei der SPD nicht neu, zuletzt hatte beispielsweise Arbeitsminister Hubertus Heil im September die Frage zur Diskussion gestellt.