Riester-Rente – Ist sie sinnvoll oder eine überteuerte Altersvorsorge?

Die Riester-Rente wird oft wegen ihrer mangelnden Transparenz kritisiert. Zudem wird bemängelt, dass die Verträge zu teuer sind und sich erst mit einer sehr hohen Lebenserwartung auszahlen. Dennoch sagen Verbraucherschützer, dass die Riester-Rente sinnvoll ist – jedoch nur mit dem passenden Angebot.

  • Die Riester-Rente ist vor allem wegen der Zulagen sinnvoll. Versicherte bekommen über die Jahre mehrere tausend Euro vom Staat geschenkt.

Die Riester-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorge ermöglicht es vielen Menschen, ihre spätere gesetzliche Rentenzahlungen aufzustocken. Jedoch zweifeln viele Menschen daran, dass ihnen die Riester-Rente eine sinnvolle Altersvorsorge bietet. Dabei hat sie einige wesentliche Vorteile im Vergleich zu anderen Absicherungsmöglichkeiten für den Ruhestand:

  • Grundzulage: Investieren Sparer vier Prozent ihres Bruttovorjahreseinkommens, erhalten sie einen Zuschuss in Form der Grundzulage von 175 Euro pro Jahr. Bei beispielsweise 30 Jahren bis zum Renteneintritt summiert sich die Förderung auf über 5.200 Euro.
  • Kinderzulage: Haben Versicherte Kinder, für die ein Kindergeldanspruch besteht, kommt die jährlich Kinderzulage in Höhe von 300 Euro pro Kind hinzu (bis 2007 Geborene: 185 Euro). Allein aufgrund dieser Zulagen ist die Riester-Rente sinnvoll.

Nicht ohne Grund stellen sich daher Verbraucherschützer hinter die Riester-Rente und raten zum Abschluss eines guten Riester-Vertrags. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase fällt die private Altersvorsorge ohne Förderung wesentlich magerer aus.

„Die Zinsen für sichere Geldanlagen sind im Keller. Das merkt man auch bei der Riester-Rente. Doch Riestern hat einen großen Vorteil: Hier gibt es staatliche Zulagen und Steuerersparnisse, die alleine schon für eine gewisse Rendite sorgen.“ Stiftung Warentest (Finanztest 10/2017)

Tipp:

Zu hohe Gebühren für die Riester-Rente fressen Zulagen und somit Rendite auf. Interessierte sollten daher darauf achten, wie hoch die Effektivkosten der Anbieter sind. Hierzu ist es sinnvoll, unterschiedliche Angebote anzufordern und diese zu vergleichen.

Riester-Rente kämpft mit nachlassendem Interesse

Trotz der Vorteile der Riester-Rente geht das Interesse an dieser Altersvorsorge zurück. Wie Zahlen des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) zeigen, kletterte die Anzahl der Verträge ein ganzes Jahrzehnt immer weiter nach oben. Seit einiger Zeit nimmt die Zahl der Versicherungsverträge allerdings ab. 2020 verzeichnete das Ministerium 10,68 Millionen Verträge. Zum Vergleich: 2012 waren es noch rund 11,02 Millionen Policen.

Service:

Nicht nur die staatlich geförderte Altersvorsorge stellt einen Pfeiler der eigenen Ruhestandsplanung dar. Auch ungeförderte Alternativen haben ihre Vorteile. Welche Altersvorsorgeform konkret zu den persönlichen Vorsorgezielen im Rentenalter passt, finden Verbraucher unkompliziert mit einem unverbindlichen Angebot zur Altersvorsorge heraus.

Welche Riester-Rente ist sinnvoll: Klassischer Vertrag oder Fondssparplan?

Haben sich Sparer für die Riester-Rente entschieden, stehen sie vor einer großen Angebotsvielfalt von klassischen und fondsgebundenen Tarifen. Das macht es schwierig, eine optimale Altersvorsorge zu finden, bei der die Leistungen und die Kosten mit den eigenen Wünschen übereinstimmen.

Klassische Riester-Policen sind beispielsweise stark von der Niedrigzinsphase betroffen, sodass die garantierte Rente deutlich niedriger ausfällt als noch vor einigen Jahren. Die staatlichen Zulagen führen allerdings dazu, dass sich die Riester-Rente immer noch lohnt.

Fondssparpläne und fondsgebundene Policen warten dagegen mit einem höheren Renditeversprechen auf. Diese sind jedoch mit einem höheren Risiko verbunden. Interessierte sollten sich daher im Vorfeld genau mit der Anlagestrategie auseinandersetzen und entscheiden, ob diese den persönlichen Vorstellungen entspricht. Dabei hilft auch ein Blick auf einen Vergleichsrechner zur Riester-Rente.

Riester-Rente im Test der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest führt regelmäßig Untersuchungen zur Riester-Rente durch. Ihr letzter Test zu klassischen Riester-Rentenversicherungen stammt allerdings schon aus dem Jahr 2017 (Finanztest 10/2017). Von den neun geprüften Tarife mit einer garantierten Mindestrente schneiden

  • Allianz– RiesterRente Klassik (ARS1U) und
  • HanseMerkur – Riester Care (RA 2017S)

am besten ab. Aktuelle Testergebnisse finden Interessierte auf der Seite Riester-Rente Test.

Neben der Riester-Rente, die aufgrund der Zulagen vor allem für Familien sinnvoll ist, bieten sich Alternativen wie eine Rürup-Rente, eine private Rentenversicherung oder eine gut geplante Kapitalanlage an.

Um die Ruhestandsabsicherung zu finden, die dauerhaft bei der finanziellen Vorbereitung auf den Lebensabend hilft, empfiehlt sich daher ein genauer Vergleich verschiedener Vorsorgevarianten.