Schlecht für Privatversicherte: PKV droht deutlich teurer zu werden

Die private Krankenversicherung (PKV) droht im Jahr 2016 deutlich teurer zu werden. Grund ist die anhaltende Niedrigzinsphase, deren Auswirkungen Privatversicherte aufgrund starrer Grenzen bei der Beitragsanpassung erst ab dem kommenden Jahr voll treffen werden. Privatpatienten könnte sogar eine Beitragsexplosion bevorstehen.

Die private Krankenversicherung kann künftig teurer werden. Für Privatpatienten ist diese Information nicht neu, denn auch in den vergangenen Jahren gab es regelmäßige Beitragsanpassungen. So haben einzelne Versicherer, beispielsweise in den Jahren 2011 und 2012 ihre Beiträge drastisch nachgebessert. Die anhaltenden Niedrigzinsen verursachen ein zu geringeres Wachstum der angelegten Beiträge.

Aus diesem Grund müssten die monatlichen Kosten neu kalkuliert werden. Doch die PKV ist an einen gesetzlich vorgeschriebenen Anpassungsmechanismus für die Beiträge gebunden und kann so nicht schon jetzt schrittweise höhere Preise einfordern. Das heißt notwendige Anpassungen werden verschoben und eine Explosion der Beiträge könnte die Folge sein.

Private Krankenversicherung: Teurer wegen niedriger Zinsen

Der Hauptgrund für die drohende Beitragssteigerung der PKV sind die aktuellen Niedrigzinsen, die sich auf die Verzinsung der sogenannten Altersrückstellungen auswirken. Die Versicherungsunternehmen legen einen Teil der Beiträge ihrer Kunden als Puffer für erhöhte Kosten im Alter an. Diese Altersrückstellungen sollen so eine langfristige Beitragsstabilität gewährleisten. Doch damit das Polster in ausreichendem Maße gebildet werden kann, müssen höhere Beiträge verlangt werden. Die Beitragssteigerung gleicht auf diese Weise die Verluste durch die niedrigen Zinsen aus. Doch die Anpassung der Beiträge ist an bestimmte Grenzen gebunden.

PKV wird teurer: Wann kommt es zur Beitragserhöhung?

Laut den Regelungen zur PKV-Beitragsanpassung müssen die Gesundheitskosten – abhängig von dem jeweiligen Anbieter – entweder um fünf Prozent bzw. zehn Prozent steigen oder die Lebenserwartung der Kunden muss sich um fünf Prozent erhöhen. Erst dann dürfen die privaten Krankenversicherer ihre Beiträge anpassen. Diese Regel stellt die PKV derzeit vor ein großes Problem. Denn die Rechnungen der Versicherungen ergeben, dass die Bedingungen für eine Beitragserhöhung spätestens 2017 erfüllt wären.

Neue Regeln für Beitragsanpassung in Diskussion

Die PKV hat sich in der Vergangenheit darum bemüht, die Beiträge flexibler anpassen zu können. Doch die SPD hat dies Ende 2014 nicht zugelassen. Diesen Entschluss kritisiert der Direktor des PKV-Verbands, Volker Leienbach nun in der Süddeutschen Zeitung. Denn jetzt drohen sprunghaft ansteigende Prämien. Der Zeitung gegenüber spricht er von einem „durchaus lösbaren Problem“, dass nur eine flexiblere Anpassung der Beiträge bedarf, beispielsweise an das Zinsniveau. Im Gegensatz dazu bezweifelt Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten, das Wohlwollen der PKV. Er bemängelt, dass die PKV „unter dem Strich mehr Geld bekommt, als wenn es bei der alten Systematik bleibt.”