Ältere Frau spielt im Pflegeheim
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Schluss mit hohen Pflegekosten: Diese Pflegeversicherungen sind top

2.015 Euro – so viel müssen Pflegebedürftige derzeit im Schnitt zahlen, wenn sie in einem Pflegeheim untergebracht sind, jeden Monat und nach Abzug der Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse. Diese Ausgaben können Verbraucher jedoch mit einer privaten Pflegeversicherung deutlich senken. Welche Tarife empfehlenswert sind, zeigt ein aktueller Test.

  • Das Wirtschaftsmagazin Focus-Money hat jüngst 20 Pflegeversicherer untersucht.
  • Einige Anbieter überzeugen dabei mit einem hervorragenden bis sehr guten Mix aus Preis und Leistung.

Werden Pflegebedürftige in einem Pflegeheim versorgt, übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung einen Teil der Kosten. Dies gilt allerdings nicht für die Ausgaben, die für die Verpflegung und Unterbringung anfallen. Zusammen mit den eigentlichen Pflegekosten, die nach Abzug der Leistungen der Pflegekasse noch zu zahlen sind, summiert sich der Eigenanteil für Betroffene auf mehr als 2.000 Euro. Das geht aus aktuellen Zahlen des Verbands der Ersatzkassen hervor. Am teuersten ist ein Heimplatz demnach in Nordrhein-Westfalen mit 2.405 Euro pro Monat. In Sachsen-Anhalt zahlen Pflegebedürftige im Schnitt dagegen nur 1.436 Euro.



Seit Jahren kennt der Eigenanteil an den Pflegekosten nur eine Richtung: nach oben. Entsprechend wichtig ist es, frühzeitig mit einer privaten Pflegeversicherung vorzusorgen. So vermeiden Verbraucher einerseits, dass sie bei Pflegebedürftigkeit Abstriche bei ihrer Versorgung machen müssen. Andererseits müssen sie nicht auf ihr Erspartes und gegebenenfalls auf das Ersparte ihrer Kinder für die Pflegeausgaben zurückgreifen.

Welche privaten Pflegeversicherungen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und empfehlenswerte Versicherungsbedingungen haben, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Focus-Money (Ausgabe 33/2020).

So wurde getestet

Generell können sich Interessierte zwischen mehreren Formen der Pflegeversicherung entscheiden. Am geläufigsten ist die Pflegetagegeldversicherung. Dabei erhalten Versicherte für jeden Tag der Pflege einen Betrag ausgezahlt. Wie hoch dieser ist, können sie entweder für jeden Pflegegrad individuell (flexible Tarife) oder pauschal mit dem höchsten Pflegegrad (statisch) festlegen. Entscheiden sich Interessenten für die zweite Variante, fällt das Pflegetagegeld mit abnehmenden Pflegegrad niedriger aus.

Für Focus-Money hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) sowohl statische als auch flexible Tarife von 20 Versicherern unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Leistungen und Kosten für verschiedene Altersgruppen (Abschluss mit 25, 35, 45 und 55 Jahren) sowie für unterschiedliche Absicherungsvarianten bei den flexiblen Angeboten untersucht. In einem Musterfall soll das Pflegetagegeld beispielsweise bei 300 Euro im 2. Pflegegrad liegen, in einem anderen bei 450 Euro.

Für die Gesamtbewertung wurden einerseits die Tarifbedingungen untersucht, etwa ob die private Pflegeversicherung

  • auf eine Wartezeit bei unfallbedingter Pflegebedürftigkeit verzichtet,
  • auch bei Alkoholdemenz leistet oder
  • eine vereinfachte Gesundheitsprüfung vorsieht.

Andererseits blickten die Experten auf die Leistungen, also die Höhe des Pflegetagegelds je Pflegegrad. Dabei wurde die Leistungshöhe in Abhängigkeit zur Dauer gewichtet, die Patienten durchschnittlich im jeweiligen Pflegegrad verbringen. Eine überdurchschnittliche Leistung beispielsweise im Pflegegrad 3 wiegt so schwerer als eine in Pflegegrad 5.

Darüber hinaus wurde verglichen, wie viel der Versicherer pro Cent Prämie leistet. Bei statischen Pflegetagegeldversicherungen für einen 55-Jährigen schwankt die Leistung bei den bewerteten Versicherern beispielsweise zwischen 7,62 Euro pro 1 Cent Prämie und 12,06 Euro. Als letztes Kriterium floss schließlich die Finanzstärke des Versicherungsunternehmens in die Gesamtbewertung

Die besten statischen und flexiblen Pflegetagegeldversicherungen

Anhand der genannten Kriterien werden drei statische Pflegetagegeldversicherungen als hervorragend bewertet:

  • Allianz mit „PflegetagegeldBest (PZTB03)“
  • DKV mit „Pflege Tagegeld PTG“
  • HanseMerkur mit „Pflegemonatsgeld Tarif PG mit den Tarifstufen PGA, PGS“

Bei den flexiblen Tarifen setzen sich je nach Fallbeispiel (gewünschte Absicherung je Pflegegrad) unterschiedliche Pflegeversicherungen durch. Zwei Anbieter erzielen jedoch durchweg sehr gute Ergebnisse:

  • DFV mit „DFV-DeutschlandPflege“
  • Inter mit „QualiCare – Tarifstufen QC 1-5, QCS 2-4“

Tipp:

Insbesondere Verbraucher, die sehr individuell die Höhe des Pflegetagegelds je nach Pflegegrad festlegen wollen, sollten im Vorfeld mehrere Angebote einholen und diese miteinander vergleichen. Schon kleine Änderungen bei der Absicherungshöhe führen dazu, dass unterschiedliche Versicherer für sie infrage kommen.

Private Pflegeversicherung: Hier sind die Versicherungsbedingungen hervorragend

Mit Blick auf die Tarifbedingungen erzielen sechs Anbieter eine hervorragende Bewertung:

  • Allianz
  • DFV
  • Inter
  • Münchener Verein („Deutsche PrivatPflege“)
  • Nürnberger („PAS“)
  • R+V („PflegeVorsorge comfort PM2“)

Die Testsieger bei den statischen Tarife, DKV und HanseMerkur, werden mit sehr gut beziehungsweise gut bewertet. Im Vergleich zu den Top-Tarifen gilt bei HanseMerkur beispielsweise der Versicherungsschutz nicht weltweit. Beide Versicherer bieten zudem keine Beitragsfreiheit bei Pflegebedürftigkeit.

Tipp:

Weitere Testsieger für die persönlich beste Pflegevorsorge finden sich auf der Seite „Pflegeversicherung Testsieger“.