Geldscheine auf der Hand
Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Sonderzahlung: Wer bekommt den steuerfreien Corona-Bonus?

Aufgrund der Corona-Krise dürfen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einen Bonus in Höhe von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen. Welche Branchen profitieren und wie hoch die Sonderzahlungen sind, fasst finanzen.de zusammen.

Aufgrund der außerordentlichen Belastungen, die viele Arbeitnehmer in der Corona-Pandemie auf sich nehmen müssen, hat der Gesetzgeber den steuerfreien Corona-Bonus im letzten Jahr eingeführt. Anders als die gängigen Boni, die viele Unternehmen ihren Mitarbeiter zahlen, ist der Corona-Bonus steuerfrei. Möglich ist die Auszahlung noch bis zum 31. März 2022. Danach dürfen Arbeitgeber zwar weiterhin Corona-Boni zahlen, diese sind dann jedoch steuerpflichtig.

Wer darf die coronabedingte Sonderzahlung erhalten?

Der Corona-Bonus ist nicht branchengebunden, da eine Unterteilung nach Berufen steuerrechtlich nicht möglich ist. Eingeführt wurde der Bonus im März 2020 für in der Pandemie besonders gefordertes Personal. Solang ein Zusammenhang mit der Corona-Krise aus der Zahlung erkenntlich ist, ist die Prämie aber über alle Branchen hinweg steuerfrei.

Eine Zahlung ist auch möglich, wenn der Arbeitnehmer in 2021 Kurzarbeitergeld bezog. Zudem können nicht nur Vollzeitbeschäftigte den Bonus erhalten. Teilzeitangestellte und geringfügig Beschäftigte dürfen von ihrem Arbeitgeber ebenfalls einen Corona-Bonus bekommen. Dies darf auch bei Praktikanten, Werkstudenten und Minijobbern in voller Höhe erfolgen. Die Prämie bleibt bei der Entgeltgrenze von 450 EUR monatlich unberücksichtigt.

Welche Bedingungen gelten für die Auszahlung des Corona-Bonus’?

Hilfreich ist eine klare Bezeichnung der Prämie beispielsweise als „Corona-Bonus-Zahlung” zur Einordnung für die Finanzämter. Zwingend erforderlich ist eine solche Kennzeichnung aber nicht.

Die Auszahlung des Corona-Bonus darf gestückelt erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass die steuerfreie Prämie in Höhe von maximal 1.500 Euro für den Zeitraum von März 2020 bis März 2022 gilt. Hat der Arbeitgeber einem Angestellten also im letzten Jahr beispielsweise eine steuerfreie Sonderzahlung in Höhe von 1.000 Euro erteilt, kann er bis nächsten März nur noch maximal 500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zahlen.

Dieser Freibetrag ist arbeitgeberbezogen, Arbeitnehmer mit mehreren Anstellungsverhältnissen dürfen also von jedem ihrer Arbeitgeber maximal 1.500 Euro Corona-Bonus steuerfrei erhalten. Ein Anspruch auf die Zahlung der Prämie besteht aber in keinem Fall.

Vorsicht sollte bei generell vertraglich festgelegten Sonderzahlungen gelten. Céline Koch, Steuerberaterin und Rechtsanwältin bei der Stuttgarter Kanzlei RTS warnt gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Bisher als Weihnachtsgeld ausbezahlte Sondervergütungen können nicht in diesem Jahr als Corona-Bonus ausbezahlt werden.”

Wie hoch sind die Boni in verschiedenen Branchen?

In allen Bundesländern außer Hessen erhalten die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst eine Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro. Werkstudenten, Azubis und Praktikanten können sich über einen Corona-Bonus in Höhe von 650 Euro freuen. Hessen zahlt Beschäftigten im Öffentlichen Dienst 1.000 Euro.

In anderen Tarifbranchen fallen die Boni deutlich geringer aus. Laut der Heinrich-Böckler-Stiftung liegen die Corona-Sonderzahlungen in der Süßwarenindustrie nur bei 90 Euro. Der Bayerische Rundfunk berichtete Anfang Dezember, dass beispielsweise der Sporthersteller Adidas und auch Siemens Corona-Boni in Höhe von 1.000 Euro an ihre Angestellten zahlen.

Die Ampel-Regierung plant indes den Pflegebonus auf 3.000 Euro anzuheben. Diese Anpassung sollte schon zu Beginn des Monats auf den Weg gebracht werden, wird nun aber erst in 2022 kommen. Grund dafür ist, dass die Bundesregierung zunächst ermitteln muss, welche Beschäftigten abseits der Pflegekräfte noch besonders von der Arbeit in den Krankenhäusern belastet wurden. “Was wir unbedingt vermeiden wollen, ist, dass Einzelne, die das Geld absolut verdient hätten, am Ende kein Geld erhalten, weil wir das Gesetz auf die Schnelle nicht gut gemacht haben”, erklärt Janosch Dahmen von den Grünen gegenüber der Tagesschau.