Geld abheben am Automaten
Annabell Meyer
Annabell Meyer

Redakteurin

Tagesgeld und Festgeld im Check: Wer bietet noch hohe Zinsen?

Die Niedrigzinsphase ist auch 2019 noch nicht überwunden. Dennoch wollen Sparer mit ihrem Vermögen möglichst viel Rendite erzielen. Dabei sind sichere Geldanlagen wie ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto aufgrund ihrer geringen Erträge in den Hintergrund gerückt. Für risikoscheue Anleger gibt es jedoch weiterhin einige solide Angebote, wie die Stiftung Warentest aktuell zeigt.

  • Neben hohen Zinsen setzen viele Menschen bei der Geldanlage auf Sicherheit.
     
  • Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test geprüft, welche Banken beim Tagesgeld oder Festgeld die höchste Rendite bieten.
     
  • Reicht diese Sparern nicht aus, finden sie mit einem individuellen Angebot die passende Geldanlage.

Tagesgeld- und Festgeldkonten erfreuten sich bei Verbrauchern lange Zeit großer Beliebtheit. Denn sie waren eine sichere und trotzdem renditestarke Option für die Geldanlage. Inzwischen hat die anhaltende Niedrigzinsphase die Renditechancen jedoch deutlich geschmälert. Wer sein Geld möglichst risikofrei anlegen möchte, kann sich daher kaum auf hohe Zinsen freuen.

Dennoch raten Experten wie die Stiftung Warentest Sparern, mit ihrem Ersparten nicht zu viel Risiko einzugehen. Für die aktuelle Finanztest-Ausgabe (01/2019) haben die Verbraucherschützer verschiedene Formen der Geldanlage und ihre möglichen Zinsen unter die Lupe genommen. Der Test zeigt, wo sicherheitsbewusste Sparer überzeugende Angebote für Festgeld und Tagesgeld finden.

So wurde getestet

Im aktuellen Zinsvergleich der Stiftung Warentest wurden insgesamt 134 Banken hinsichtlich ihrer Angebote für das Tages- und Festgeld überprüft. Wie im Vorjahr haben die Tester sowohl deutsche als auch ausländische Banken aus der Europäischen Union sowie dem Europäischen Währungsraum berücksichtigt.

Ein wichtiges Kriterium war dabei, dass Sparer im Falle einer Unternehmensinsolvenz durch die Einlagensicherung entschädigt werden. Die Obergrenze hierfür sollte nicht unter 100.000 Euro liegen. Die Verbraucherschützer haben nur solche Anbieter in den Vergleich aufgenommen, die ebenfalls Bestnoten von den drei großen Finanz-Ratingagenturen (Standard und Poor´s, Fitch sowie Moody´s) erhalten haben.

Tipp: Um die Renditechancen zu erhöhen, empfehlen die Tester, auch eine Mischform aus einem sicheren Tages- oder Festgeldkonto und einem aktienbasierten Indexfonds (ETF) in Betracht zu ziehen. Wichtig ist jedoch, dass die Geldanlage stets zur persönlichen Lebenssituation passt. Eine individuelle Beratung eines Experten hilft, das passende Angebot zu finden.

Flexibles Tagesgeld: Mehr als 0,6 Prozent Zinsen sind noch drin

Mit einem Tagesgeldkonto genießen Verbraucher den Vorteil, dass sie ihre Ersparnisse einerseits sicher angelegt haben und andererseits flexibel darauf zugreifen können. Dafür fallen die Zinsen im Vergleich zum Festgeldkonto meist etwas niedriger aus. Dennoch findet die Stiftung Warentest einige lohnenswerte Angebote.

Die jährlich höchsten Zinsen für das Tagesgeldkonto bieten:

  • TF Bank – „Tagesgeld“ (0,65 Prozent)
  • Hoist Finance, Resurs Bank und Nordax Bank – „Tagesgeld“ (alle 0,6 Prozent, Abschluss über Zinsportal „Weltsparen“)
  • HSH Nordbank – „Flexgeld24“ (0,52 Prozent, Abschluss unter anderem über Zinsportal „Zinspilot“)

Beim Festgeldkonto kommt es auf die Laufzeit an

Während die Zinsen beim flexiblen Tagesgeld unter der Ein-Prozent-Marke bleiben, sind beim Festgeldkonto je nach Laufzeit durchaus höhere Zinsen möglich. Sparer, die ihr Geld beispielsweise für zehn Jahre anlegen, können sich jährlich bis zu 1,85 Prozent Rendite („Festgeld“ der Eurocity Bank) sichern. Doch auch bei kürzeren Laufzeiten punktet das Festgeld.

Bei einem Ein-Jahres-Konto bietet die Crédit Agricole Consumer Finance (Angebot „Festgeld“) mit 1,01 Prozent die höchste Renditechance, gefolgt von der BESV („Festgeld“, 1,0 Prozent, Abschluss über „Weltsparen“). Die Anbieter verlangen einen Mindestbetrag von 5.000 beziehungsweise 10.000 Euro.

Folgende Banken punkten bei einer zweijährigen Laufzeit mit den höchsten Zinsen von 1,15 Prozent im Jahr:

  • Isbank – „Isweb-Festgeld“ (Online-Konto)
  • Oyak Anker Bank – „Festgeld Plus“
  • Ziraat Bank – „Festgeld“ (Online-Konto)

Service: Bei den unterschiedlichen Konten im Vergleich gibt es zum Teil besondere Vorgaben, beispielsweise eine Mindestanlagesumme oder eine Einschränkung bei der Einlagensicherung. Daher sollten Interessierte die jeweiligen Bedingungen genau prüfen und verschiedene Angebote gegenüberstellen.