USA vor nächster Leitzinserhöhung? Das sind Folgen für Verbraucher

Experten rechnen mit einer Erhöhung des US-Leitzinses. Bereits vor einem Jahr haben die USA im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Zinspolitik geändert. Auch wenn die Entscheidung weit entfernt von Europa erscheint: Die Leitzinserhöhung wird auch für den Verbraucher in Deutschland spürbare Folgen haben.

Chefin der US-Notenbank Fed Janet Yellen hat eine Erhöhung des US-Leitzinses bereits angedeutet. Auch unter Experten zweifelt inzwischen kaum noch jemand daran, dass die USA ihre Zinspolitik weiter fortsetzen werden und den Leitzins um voraussichtlich 0,25 Prozentpunkte erhöht. Damit wird der Leitzins zwischen 0,5 Prozent und 0,75 Prozent liegen. Die EZB wird bei einem höheren US-Zins wiederum mehr Maßnahmen ergreifen müssen, um den Zinssatz in Europa niedrig zu halten. Laut Ansicht der Europäischen Notenbank sind niedrige Zinsen notwendig, um die Konjunktur anzuschieben. Für den deutschen Verbraucher könnten sich gleich mehrere Auswirkungen durch die US-Leitzinserhöhung ergeben.

Nachtrag 15. Dezember 2016: Wie erwartet hat die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben.

Update 16. März 2017: Die Fed hat den Leitzins erneut un 0,25 Prozentpunkte erhöht. Er liegt nun zwischen 0,75  bis 1,0 Prozent. Die US-Notenbank hält die Erhöhung aufgrund der guten Arbeitsmarktlage und der anziehenden Inflation für notwendig.

Warum erhöht die Fed den US-Leitzins?

Spekulationsblasen können, sobald sie platzen, Weltwirtschaftskrisen wie die ab 2007 auslösen oder verstärken. Gerade niedrige Zinsen begünstigen solche Spekulationsblasen. Denn wenn Kapital fast umsonst geliehen werden kann, gehen Anleger wie Verbraucher hohe Risiken ein – und das mit fremdem Geld. Genau das will die Fed mit der Zinserhöhung verhindern. Die Bedingungen dafür sind gegeben. „Ich denke, die Zinserhöhung in dieser Woche wird der Beginn einer Reihe von Zinserhöhungen sein.“, erläutert so auch Chef-Ökonom der Ratingagentur Moody‘s Mark Zandi laut Houston Chronicle. „Die Finanzmärkte sind schwimmfähig nach der Wahl, die Wirtschaft ist sehr nah an der Vollbeschäftigung und die Inflation bewegt sich in Richtung des von der Notenbank angestrebten Zwei-Prozent-Ziels.“

USA-Leitzinserhöhung: Die Folgen für Verbraucher

Die US-Leitzinserhöhung wird zu einer Abschwächung des Euro gegenüber der US-Währung führen. Mit dem stärkeren Dollar verteuern sich Importe aus den USA, was der eine oder andere Verbraucher durchaus bemerken könnte. USA-Urlauber müssen ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Wesentliche Auswirkungen wird der Dollarkurs aber beim Benzinpreis haben. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, steigen durch den veränderten Wechselkurs unweigerlich die Kraftstoffpreise. An den Tankstellen werden Autofahrer also wahrscheinlich schon innerhalb weniger Tage mit höheren Kosten für eine Tankfüllung konfrontiert werden.

Höhere US-Zinsen schlecht für Schwellenländer

Bereits im Dezember 2015 hat die US-Notenbank damit begonnen, den Leitzins anzuheben. Anleihenkäufe, wie die der EZB, hat sie längst eingestellt. Es ist auch in näherer Zukunft nicht damit zu rechnen, dass die Fed auf weitere Zinserhöhungen verzichten wird, denn historisch gesehen ist das Zinsniveau noch immer sehr niedrig.

Neben den Auswirkungen für Verbraucher in Europa werden die Maßnahmen vor allem Schwellenländer stark treffen. Denn sobald es mit Investitionen in den USA wieder Zinsen zu holen gibt, werden Anleger ihr Geld lieber dort als in finanziell schwächelnden Staaten anlegen. Im schlimmsten Fall können höhere Zinsen in den Vereinigten Staaten zu Finanzkrisen in anderen Ländern beitragen.