Hände übereinander gelegt
Annabell Meyer
Annabell Meyer

Redakteurin

Versicherungs­pflichtgrenze 2020: Zugang zur PKV ab über 62.000 Euro

2020 bekommen vor allem Gutverdiener die positive Lohnentwicklung aus dem letzten Jahr zu spüren. So hat das Arbeitsministerium neue Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung empfohlen. Dadurch erhöhen sich auch die Sozialabgaben. Zudem soll die Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung (PKV) steigen.

  • Das Bundeskabinett hat neue Beitragsbemessungs­grenzen für die Sozialversicherung für 2020 beschlossen.
  • Damit steigt die finanzielle Belastung für Gutverdiener für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung.
  • Für einen Wechsel in die private Krankenversicherung ist zudem bald ein Jahreseinkommen von über 62.000 Euro notwendig.

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019

2020 steigen sowohl die Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung als auch die Beitragsbemessungs­grenze wie in den Vorjahren. Arbeitnehmer müssen künftig mehr als 62.550 Euro brutto im Jahr verdienen, um sich privat krankenversichern zu können.

Grundlage für die Anpassung ist die positive Lohnentwicklung aus dem Vorjahr. So sind die Bruttogehälter 2018 bundesweit um mehr als drei Prozent angestiegen. Folglich erhöhen sich auch die Einkommensgrenzen für den Zugang zur PKV sowie für die Berechnung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Das Bundeskabinett hat hierzu dem Vorschlag des Arbeitsministeriums Anfang Oktober zugestimmt, sodass auf Gutverdiener außerdem höhere Sozialabgaben zukommen.

Versicherungspflicht­grenze 2020: Welches Gehalt ist für PKV-Zugang notwendig?

Damit sich Arbeitnehmer privat krankenversichern können, müssen sie sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht für die Kranken- und Pflegeversicherung befreien lassen. Anders als bei Beamten oder Selbstständigen ist für Angestellte hierfür ein bestimmtes Mindesteinkommen notwendig, die sogenannte Versicherungspflichtgrenze oder Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). 2020 wird diese bei 62.550 Euro brutto im Jahr liegen.

Das bedeutet, Arbeitnehmer müssen für den Zugang zur PKV und um dort auch versichert zu bleiben, mindestens 5.212,50 Euro monatlich verdienen. Im Vergleich zur JAEG 2019 ist dies ein Anstieg von 150 Euro im Monat. Liegt das Einkommen unterhalb dieser Summe, haben Beschäftigte keinen Anspruch auf den privaten Gesundheitsschutz. Darüber hinaus müssen Privatpatienten in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren, wenn sie im kommenden Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze fallen.

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Höhere Sozialabgaben für Gutverdiener: Beitragsbemessungs­grenzen steigen 2020

Nicht nur die Versicherungspflichtgrenze steigt 2020, sondern auch die Sozialabgaben für gesetzlich versicherte Gutverdiener. Denn zum Jahreswechsel erhöhen sich die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung. Demnach wird für die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung künftig ein monatliches Bruttoeinkommen von maximal 4.687,50 Euro (56.250 Euro im Jahr) herangezogen. 2019 waren es pro Monat 150 Euro weniger.

Darüber hinaus erhöhen sich 2020 die Bemessungsgrenzen der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die neuen monatlichen Obergrenzen:

Region All­gemeine Renten­versiche­rung Vergleich zu 2019 Knapp­schaft­liche Renten­versicherung Vergleich zu 2019
West 6.900 Euro + 200 Euro 8.450 Euro + 250 Euro
Ost 6.450 Euro + 300 Euro 7.900 Euro + 300 Euro

Durch die Anpassungen müssen Personen mit einem hohen Gehalt somit auf einen größeren Teil ihres Einkommens Sozialbeiträge leisten.