Umgestürzter Baum auf Hausdach
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Viermal so teuer: Augen auf bei der Wahl der Gebäudeversicherung

Home Office, Quarantäne, geschlossene Kitas – in Zeiten von Corona haben die Bürgerinnen und Bürger viel mehr Zeit in den eigenen Wänden verbracht. Gerade Eigenheimbesitzer lernten dabei ihren Freiraum mehr zu schätzen. Doch damit sie mit ihrem Haus lange glücklich sind, ist eine Gebäudeversicherung unabdingbar. Welche Tarife top sind, zeigt ein aktueller Vergleich.

  • Zugegeben, eine Wohngebäudeversicherung ist nicht gerade günstig. Doch im Vergleich zum Leistungsumfang ist der Versicherungsbeitrag eine Kleinigkeit.
  • Welche Versicherer den optimalen Mix aus Preis und Leistung bieten, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Wirtschaftsmagazins €uro.
  • Dabei fallen vor allem die riesigen Preisunterschiede ins Auge.

Schutz bei grober Fahrlässigkeit und bei Überspannungsschäden, die Übernahme von Aufräum- sowie Abbruchkosten und die Erstattung von Hotelkosten bei Unbewohnbarkeit sind nur einige der Leistungen, die eine gute Gebäudeversicherung bieten sollte – ganz abgesehen vom Standardschutz bei Schäden durch Feuer, Unwetter oder Leitungswasser etwa bei einem Rohrbruch.



Für dieses Leistungspaket verlangen die Versicherer unterschiedlich viel Geld, warnt das Wirtschaftsmagazin €uro. In seinem Auftrag untersuchte das Analysehaus Morgen & Morgen zwölf Wohngebäudeversicherer für zwei Modellfälle. Der teuerste Anbieter verlangt dabei viermal mehr als der günstigste.

Auf Elementarschutz achten

Schäden am Haus können schnell mehrere zehntausend Euro kosten. Daher sollten Eigenheimbesitzer nicht auf eine Gebäudeversicherung verzichten, selbst wenn sie auf das Jahr gerechnet nicht gerade ein Schnäppchen ist. Die wenigen hundert Euro Beitrag sind jedoch nichts im Gegensatz zu den Rechnungen, denen sich Besitzer etwa nach einem verheerenden Brand stellen müssen.

Für den Gebäudeversicherung Test von €uro wurden für zwei Modellhäuser sowohl die Leistungen als auch die Kosten von zwölf Versicherern miteinander verglichen. In beiden Fällen ist der Schutz bei Elementarschäden inbegriffen. Dieser ist nicht nur für Personen wichtig, die in der Nähe von Gewässern wohnen, die bei Hochwasser eine ernsthafte Gefahr darstellen. In Anbetracht von häufiger vorkommenden Extremwetterlagen lohnt sich der Zusatzschutz für alle Hausbesitzer.

So wurde getestet

Das Analysehaus Morgen & Morgen bewertete 20 Leistungskriterien hinsichtlich Umfang und Entschädigungsgrenzen. Dieses Teilergebnis floss zu 60 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Die restlichen 40 Prozent entfielen auf die Höhe der Jahresprämie. Je günstiger eine Wohngebäudeversicherung ist, desto mehr Punkte erzielte sie.

Zwei Gebäudeversicherungen erreichen ein sehr gutes Ergebnis: „Prestige“ von Die Bayerische und „Premium“ von DEVK. Die Bayerische überzeugt dabei mit der Bestnote 1,0.

Drei Tarife werden mit gut bewertet: „comfort“ von Alte Leipziger, „Optimal-Tarif“ von WGV und „XXL“ von InterRisk. Für drei Angebote hat es dagegen nur für eine ausreichende oder sogar mangelhafte Bewertung gereicht. Bei „Komfort Festtarif“ von Helvetia, „Wohngebäude Premium“ von Gothaer (beide Note 4,0) und bei „Best Selection“ von Janitos (5,0) sind vor allem die Kosten am Endergebnis schuld.

So berechnet die günstigste Gebäudeversicherung für den ersten Modellfall einen Jahresbeitrag von rund 500 Euro. Die teuersten Anbieter kalkulieren dagegen 1.085 Euro bis 1.989 Euro. Eine bessere Leistung bieten sie dafür in der Summe nicht. Auch im zweiten Musterfall ist die Preisspanne hoch. Je nach Versicherer werden 900 Euro bis 4.172 Euro im Jahr fällig. Die Zahlen belegen, wie wichtig es für Interessierte ist, nicht irgendeine Gebäudeversicherung zu nehmen. Besser für den Geldbeutel ist es, im Vorfeld eine Vielzahl von Tarifen miteinander zu vergleichen.

Tipp:

Weitere Testsieger für Hausbesitzer gibt es auf der Übersichtsseite „Gebäudeversicherung im Test“.