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Aileen Rost
Aileen Rost

Texterin - Copy Writerin

Vorschlag zur Pflegereform: So soll der Eigenanteil kleiner werden

4,2 Millionen Pflegebedürftige leben in Deutschland – Tendenz steigend. Sie zahlen im Teilleistungssystem nicht nur Unterkunft, Verpflegung und Investitionen selbst, sondern finanzieren auch Kosten für bessere Arbeitsbedingungen mit. Der Eigenanteil wächst, sodass Pflegeheimbewohner bereits mehr als 2.000 Euro monatlich selbst finanzieren müssen. Die Politik steht unter Zugzwang.

  • Die Kosten in der Pflege steigen weiter.
  • Nun hat auch der CDU-Sozialflügel CDA einen Vorschlag zur Senkung der Kosten vorgelegt.
  • Gleichzeitig scheinen die Pflegekassen immer weniger Geld an die Pflegeheime zu zahlen.

Um das Risiko der Pflegebedürftigkeit langfristig finanziell abzusichern, bedarf es einer Novellierung der sozialen Pflegeversicherung. Denn als Teilkostenversicherung legt sie einen wesentlichen Anteil auf die Pflegebedürftigen und ihre Familien um – in vielen Bundesländern ist ein Heimplatz deshalb kaum noch zu finanzieren. Und dass, obwohl Pflegekassen immer mehr einnehmen.



An Pflegeheimen wird gespart

Obwohl die Pflegekassen zuletzt ein Plus von mehr als zehn Milliarden Euro erzielten, profitierte die stationäre Pflege nicht – im Gegenteil: Die Zuschüsse stagnierten nicht nur, sondern wurden gekürzt. Dies bestätigte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Linken im Bundestag. Dass das Geld nicht an die Heime weitergegeben wird, hat einen steigenden Eigenanteil für Betroffene zur Folge. Seit 2018 müssen knapp 300 Euro mehr pro Monat durch die Pflegebedürftigen gestemmt werden. Für viele eine Zumutung.

Eigenanteil im Fokus: Deckeln oder senken?

Die Frage, wie Pflege künftig gestaltet und finanziert werden soll, beschäftigt Betroffene, Sozialverbände und Politik dauerhaft. Aktuell wird etwa die Deckelung des Eigenanteils gefordert. Der Wirtschaftsverband Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) hingegen sieht großes Potenzial in einer verpflichtenden Pflegezusatzversicherung, um steigende Kosten abzusichern.

Der CDU-Sozialflügel CDA stößt nun mit einer weiteren Idee zur Debatte: Wer langfristig im Heim gepflegt wird, soll pro Jahr weniger Kosten tragen müssen. Der Eigenanteil würde nach dem ersten Jahr bereits um 25 Prozent sinken, im zweiten und dritten Jahr wäre Pflegebedürftigen eine weitere Kostensenkung garantiert. Dies würde die momentane finanzielle Belastung um 590 Euro monatlich reduzieren, sollte sich der Heimaufenthalt mehr als drei Jahre hinziehen.

Ob im neuen Reformvorschlag auch wieder mit höheren Ausgaben der Pflegekassen für Pflegeheime gerechnet wird, ist wünschenswert, aber scheint derzeit nur eine Randnotiz im Kampf um explodierende Heimpflegekosten.