Geparkte Autos am Straßenrand
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Wegen Corona: Geld zurück bei der Kfz-Versicherung

Die Corona-Pandemie hat viele Beschäftigte ins Home Office verbannt. Für Pendler hat dies Vorteile: Sie sind weniger mit dem Auto unterwegs und sparen so nicht nur Geld für den Sprit. Bei ihrer Kfz-Versicherung können sie sich zudem Beiträge zurückerstatten lassen. Für Mehrausgaben sorgt ab 2021 jedoch die höhere Kfz-Steuer.

  • Wer wegen Corona weniger mit dem Auto unterwegs gewesen ist, kann bei seiner Kfz-Versicherung die Kilometerleistung anpassen.
  • Viele Versicherer erstatten dann zu viel gezahlte Beiträge.
  • Das gesparte Geld fließt zumindest für Neuwagenbesitzer ab 2021 in eine höhere Kfz-Steuer.

Die Kosten für die Autoversicherung setzen sich aus vielen Faktoren zusammen, unter anderem aus der gefahrenen Kilometern. Versicherte schätzen daher regelmäßig, wie ihre Kilometerleistung im Jahr ausfällt. Dabei gilt: Je weniger Fahrer mit ihrem Wagen unterwegs sind, desto günstiger ist die Kfz-Versicherung. Dies können sich Pendler nun zunutze machen, die durch das Corona-Virus seit Wochen im Home Office arbeiten.



Weniger gefahrene Kilometer der Kfz-Versicherung melden

„Weil weniger gefahren wird und weniger Unfälle passieren, können viele Fahrzeugbesitzer auch von der Autoversicherung Geld zurückbekommen, wie ein Umfrage bei Versicherern und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergab“, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Dazu reicht es, den Vertrag zu ändern und die Kilometerleistung an das gesunkene Fahrpensum anzupassen. Eine Reduzierung von 10.000 Kilometer auf 8.000 Kilometer kann so zu einer Rückzahlung von durchschnittlich 50 Euro führen, teilt ein Allianz-Sprecher der dpa mit.

Allerdings sollten Autofahrer darauf achten, die Kilometerleistung realistisch einzuschätzen. Wer beispielsweise dieses Jahr noch einen Urlaub im Ausland plant und nicht das Flugzeug, sondern den eigenen Pkw zum Reisen nimmt, sollte dies berücksichtigen. Wer am Ende des Jahres doch mehr gefahren ist als angegeben, muss zuzahlen.

Bessere Einstufungen bei der Regional- und Typklasse 2021?

Welchen Einfluss die Corona-Pandemie für das Jahr 2021 auf den Beitrag zur Kfz-Versicherung haben wird, ist noch ungewiss. Da aber bei der Festlegung der Regional- und Typklassen stets auf das Unfallgeschehen der letzten Jahre geblickt wird, könnten sich hier einige Veränderungen zugunsten der Fahrer ergeben. So hatte der April 2020 die niedrigste Unfallzahl seit 30 Jahren. Da den Regionalklassen allerdings ein 5-Jahres- und den Typklassen ein 3-Jahreszeitraum zugrunde liegen, bleibt abzuwarten, ob es einen positiven Effekt geben wird. Die neuen Klassen werden in der Regel im Herbst mitgeteilt.

Regierung plant höhere Kfz-Steuer ab 2021

Mehr Geld müssen einige Autofahren für die Kfz-Steuer einplanen. Sie soll 2021 für Spritschlucker steigen. Das hat das Bundeskabinett Mitte Juni vereinbart. Die neue Kfz-Steuer gilt allerdings nur für Neuwagen, die ab dem 1. Januar 2021 zugelassen werden.

Demnach wird der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs deutlich stärker bei der Berechnung der Kfz-Steuer berücksichtigt. Bis 95 Gramm CO2 pro Kilometer greift der Freibetrag, es wird also nichts zusätzlich berechnet. Danach soll folgende Staffelung gelten:

  • Bis 115 Gramm: 2 Euro
  • Bis 136 Gramm: 2,20 Euro
  • Bis 155 Gramm: 2,50 Euro
  • Bis 175 Gramm: 2,90 Euro
  • Bis 195 Gramm: 3,40 Euro
  • Ab 196 Gramm: 4 Euro

Die Kfz-Steuer entfällt dabei auf jedes ausgestoßene Gramm pro Kilometer, das über der Freigrenze von 95 Gramm liegt. Hinzu kommen Grundbeträge pro angefangene 100 cm³ Hubraum. Bei Dieselfahrzeugen sind es 9,50 Euro, bei Benzinern nur 2 Euro.