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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Welche Lebensversicherer die beste laufende Verzinsung bieten

Zum Jahresbeginn haben die Lebensversicherer ihre Überschussbeteiligung für ihre Kunden für 2021 bekanntgegeben. Bei der Mehrheit sinkt die Verzinsung, nur noch drei Versicherer haben eine Überschussbeteiligung von drei Prozent festgelegt. Bei den Schlusslichtern sind es gerade einmal 1,25 Prozent.

  • Die Überschussbeteiligung kennt bei vielen Lebensversicherern 2021 nur einen Weg: nach unten.
  • Je nach Anbieter liegen fast zwei Prozent Unterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten laufenden Verzinsung.
  • Auch innerhalb eines Versicherers weichen die Verzinsungen je nach Produkt voneinander ab.

Für Kunden mit einer Lebensversicherung ist die Überschussbeteiligung wichtig. Denn durch sie erhöht sich die Auszahlung der Versicherung zum Vertragsende. Allerdings schwankt die Höhe der Überschussbeteiligung, teils von Jahr zu Jahr. Denn sie ist unter anderem davon abhängig, welchen Gewinn die angelegten Kundengelder am Kapitalmarkt erzielen. Hier gehen die Renditen jedoch seit Jahren nach unten. Entsprechend sinken auch die Zinsüberschüsse.



Dieser Trend setzt sich 2021 fort. Wie das Versicherungsjournal berichtet, fällt die Überschussbeteiligung bei 37 Versicherern geringer aus als im vergangenen Jahr. Im besten Fall erhalten Kunden 3,00 Prozent, im schlechtesten Fall 1,25 Prozent. Die Branche muss sich so immer mehr die Frage gefallen lassen, ob der Abschluss einer Lebensversicherung noch sinnvoll ist.

Welcher Versicherer bietet am meisten?

Die höchste Überschussbeteiligung 2021 haben Althora, Entis und Ideal mit jeweils 3,00 Prozent. Dahinter folgen DEVK a.G. und Direkte Leben mit 2,70 Prozent.

Am Beispiel von DEVK a.G. wird deutlich, wie die Verzinsung in den letzten zehn Jahren abgenommen hat. Während der Versicherer 2010 noch 4,40 Prozent deklarierte, sank die Verzinsung 2017 sogar bis auf 2,40 Prozent ab. Seit 2019 ist sie stabil bei 2,70 Prozent.

Wo wurde am stärksten gekürzt?

Zu den Versicherern, die ihre Überschussbeteiligung senken, gehören die sechs größten Anbieter auf dem Markt: Allianz, R+V AG, Generali, Debeka, Zurich und Bayern-Versicherung. Bei der R+V AG fällt die Absenkung mit 0,65 Prozent für „PrivatRente Performance“ und mit 0,55 Prozent für „PrivatRente“ deutlich aus. Nur bei der R+V a.G. ist das Minus mit 1,05 Prozent noch größer.

Der Anbieter zählt bei einer laufenden Verzinsung 2021 von 1,25 Prozent zu den Versicherern mit dem niedrigsten Wert – zusammen mit Debeka und Proxalto.

Unterschiedliche Überschussbeteiligungen bei Klassik und Neuer Klassik

Da die Lebensversicherer zum Teil verschiedene Produktvarianten im Angebot haben, unterscheiden sich die Überschussbeteiligungen. Deutlich wird dies beispielsweise bei der Allianz, die einen Marktanteil von fast 30 Prozent hat. Für die klassische Lebensversicherung liegt die laufende Verzinsung bei 2,30 Prozent, für „Perspektive“ bei 2,40 Prozent.

Ein ähnliches Bild spiegelt sich bei der Alten Leipziger und Continentale wider. Bei Alte Leipziger beträgt die Überschussbeteiligung für die klassischen Produkte 2,25 Prozent, für die sogenannte Neue Klassik 2,35 Prozent. Continentale deklariert für die Klassik-Reihe 2,10 Prozent, für „Classic Balance“ 2,40 Prozent und für „Classic Pro“ 2,50 Prozent, so das Versicherungsjournal.

Tipp:

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Lebensversicherung abzuschließen, sollte sich auch zu Alternativen informieren, um sich für die persönlich beste Absicherung entscheiden zu können.