Person liegt im Krankenhausbett
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Wie Kassenpatienten ihre Versorgung im Krankenhaus aufpeppen

„Nirgendwo im Gesundheitswesen ist der Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatient so sichtbar wie im Krankenhaus“, so die Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation hat daher überprüft, mit welcher Krankenhauszusatzversicherung gesetzlich Krankenversicherte ihre Versorgung in einer Klinik am besten auf Privatpatienten-Niveau heben können.

  • Eine Krankenhauszusatzversicherung verspricht die Übernahme der Kosten für die Chefarztbehandlung und für ein Ein- oder Zweibettzimmer.
  • Die Stiftung Warentest hat nun unter mehr als 70 Tarifen nach den Zusatzversicherungen mit dem besten Mix aus Preis und Leistung gesucht.
  • Zwei Angebote sind aus Sicht der Tester sehr gut.

Bei einer stationären Behandlung im Krankenhaus ist für die Genesung nicht nur Ruhe wichtig. Patienten wollen sich auch in guten Händen wissen. Viele privat Krankenversicherte schätzen daher die Unterbringung in einem Einzelzimmer und die Behandlung durch Chefärzte. Mit einer Krankenhauszusatzversicherung, auch stationäre Zusatzversicherung genannt, können sich Kassenpatienten dieses Leistungsniveau ohne Zuzahlungen sichern. Ohne den Extraschutz würden beispielsweise für ein Einbettzimmer je nach Bundesland um die 100 Euro pro Nacht anfallen.



So wurde getestet

Die Stiftung Warentest hat für die Finanztest-Ausgabe 07/2020 rund 70 Zusatzversicherungen untersucht und ermittelt, welche Versicherer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Dabei standen 37 Tarife auf dem Prüfstand, die Verbrauchern ein Einzelzimmer bezahlen, und 24 Angebote, die für ein Zweibettzimmer aufkommen. Zudem erstatten alle die Behandlung durch den Chefarzt bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung der Ärzte.

Die Verbraucherorganisation analysierte einerseits das Preis-Leistungs-Verhältnis, das zu 80 Prozent in das Gesamtergebnis einfloss. Hier wurden neben den Mindestanforderungen auch Zusatzleistungen bewertet, etwa wenn die Krankenhauszusatzversicherung für Behandlungen aufkommt, bei denen der Arzt über den Höchstgebührensatz abrechnet. Um die Monatsbeiträge miteinander vergleichen zu können, wurden die Kosten für einen 43-jährigen Modellkunden erhoben.

Die anderen 20 Prozent der Gesamtnote machte die Bewertung der Beitragsentwicklung der vergangenen sieben Jahre aus. Dieses Kriterium führt dazu, dass die Stiftung Warentest nur für einen Teil der Tarife eine Finanztest-Note vergeben hat. Die anderen Zusatzversicherungen sind noch nicht lange genug auf dem Markt. Wie gut beispielsweise

  • „SZL“ von Ergo,
  • „Klinikschutz Premium“ von DFV und
  • „SR 2“ von Inter

sind, deren Mix aus Preis und Leistung sehr gut abschneidet, bleibt daher offen.

Sehr guter und preiswerter Schutz bei Debeka und ARAG

Bei den Ein- und Zweibett-Tarifen erzielt jeweils eine Krankenzusatzversicherung ein sehr gutes Ergebnis. Für das Einzelzimmer empfiehlt sich demnach das Angebot „WKplus“ von Debeka. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird mit sehr gut, die Beitragsentwicklung mit gut bewertet. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 39 Euro.

Beim Zweibettzimmer erreicht ARAG mit „262“ die sehr gute Bewertung. Während der Preis-Leistungs-Mix ebenfalls ein Top-Ergebnis erreicht, vergibt die Stiftung Warentest für den Beitragsverlauf nur ein ausreichend. Mit einem Monatsbeitrag von 36 Euro ist die Zusatzversicherung kaum günstiger als der zweite Testsieger Debeka.

Tipp:

Weitere Ergebnisse des Tests finden Interessierte auf der Übersichtsseite zur Krankenzusatzversicherung.