Frau nimmt Mund-Nasen-Bedeckung ab
Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Wie sinnvoll sind FFP2-Masken und was gilt es zu beachten?

Bayern prescht mit der FFP2-Maskenpflicht vor, während Risikogruppen bundesweit noch auf ihre Masken-Gutscheine warten - doch welche Vorteile bringt die FFP2-Maske gegenüber den Alltagsmasken? Diese und weitere Fragen klärt finanzen.de.

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie wurden Vorteile filternder FFP-Masken gegenüber den simplen Alltags- oder OP-Masken diskutiert. Während im März 2020 die Empfehlung war, vom Kauf abzusehen, da die FFP2-Masken selbst in Gesundheitseinrichtungen sehr knapp waren, raten inzwischen immer mehr Expertinnen und Experten auch in Alltagssituationen zu den filternden Masken.

Bayern führt nun als erstes Bundesland ab Montag, den 18. Januar, eine FFP2-Maskenpflicht beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein. Im Freistaat wurde nach Bekanntgabe Kritik der Opposition und diakonischer Werke laut, da dies eine zusätzliche finanzielle Belastung für soziale Randgruppen bedeutet. Gerade für einkommensschwache Gruppen sei der ÖPNV allerdings unverzichtbar, sodass sie keine Alternative zur Anschaffung der Masken hätten.

Wird es eine kostenlose Versorgung mit FFP2-Masken geben?

In Bayern stellte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz 2,5 Millionen kostenlose FFP-Masken für Bedürftige in Aussicht. Bundesweit besteht bisher keine FFP2-Maskenpflicht.

Für Hochrisikogruppen wird aktuell trotzdem ein Gutschein-Versand für vergünstigte Filtermasken ausgerollt. Noch hapert es jedoch an der zügigen Auslieferung. Eigentlich war diese für die erst Januarwoche vorgesehen und sollte unter anderem an über 60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Krebs, Asthma, aber auch Risikoschwangere oder Schlaganfallpatienten erfolgen.

Insgesamt knapp 27 Millionen Menschen sollen zwei Gutscheine erhalten, die jeweils zum Kauf einer Packung mit sechs Masken bei einer Zuzahlung von zwei Euro berechtigen. Die Krankenkassen kommen jedoch bei der Versendung kaum hinterher. So gab die Techniker Krankenkasse an, Mitte der Woche gerade mal 20 Prozent der Gutscheine versandt zu haben. Die Barmer hatte nach eigenen Angaben ein Drittel der von der Bundesdruckerei ausgestellten Gutscheine rausgeschickt.

Die Gutschein-Aktion könnte sich daher noch bis in den Februar ziehen. Eingelöst werden können die Gutscheine in jeder Apotheke.

Wie sinnvoll sind FFP2-Masken?

Forscher und Experten sind sich überwiegend einig, dass die FFP2-Maske einen deutlich besseren Schutz Dritter, aber auch des Trägers selbst vor dem Coronavirus bietet. FFP steht für „filtering face piece”. Die Staubschutzmasken werden üblicherweise auf Baustellen eingesetzt um den Träger dort vor Feinstaubpartikeln zu schützen.

In einer Empfehlung zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ausdrücklich auf den Schutz vor Aerosolen und Tröpfchen durch FFP2- und FFP3-Masken hin. Während die Chirurgen-Maske nur zum Fremdschutz dient und die Alltagsmaske maximal den gleichen Zweck erfüllt, sind die FFP-Masken auch zum Eigenschutz des Trägers geeignet.

Gegenüber dem ZDF weist der Luft- und Filtertechnik-Experte Christof Asbach auf die Wichtigkeit der Passform der Maske hin: „Eine richtig angelegte FFP2-Maske schließt dicht am Gesicht ab, sodass sie beim Einatmen wie auch beim Ausatmen effektiv die Luft filtert.” Verbraucher sollten deshalb darauf achten, durch Andrücken des Nasenbügels sicherzustellen, dass auch dort keine Luft ungefiltert eindringen kann.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie hilft ein kräftiges Einatmen nach dem Aufsetzen der Maske dabei, dass sich das Material an das Gesicht heranzieht. Sollte es beim Auspusten dennoch irgendwo pfeifen und die Luft ungefiltert austreten, dann stimmt die Passform der Maske nicht.

Die FFP2-Masken gibt es von verschiedenen Anbietern und in unterschiedlichen Größen. Deshalb ist es empfehlenswert zunächst nur wenige Masken zu bestellen, um den Sitz auszuprobieren.

Vorsicht ist für Vollbartträger geboten: Durch den Bart kann am Rand der Maske ungefiltert Luft ein- und austreten. Asbach empfiehlt eine drastische Konsequenz: „Um eine FFP2-Masken sicher tragen zu können, kann man Bartträgern entsprechend nur raten, den Bart abzurasieren.”

Worauf gilt es beim Kauf zu achten?

Unabhängig davon, ob der Kauf der Masken online, in der Apotheke oder anderswo erfolgt, Abnehmer sollten immer auf die Zertifizierungskennzeichen achten. Diese sind auf die Maske gedruckt. So weist die Angabe „EN 149“ auf die Einhaltung der Filtermaterial-Norm hin. Außerdem muss das CE-Zeichen gefolgt von einer vierstelligen Nummer, die variieren kann, auf der Maske sein. Es dokumentiert, dass und wo der Mund-Nasenschutz getestet wurde. Auch die Schutzklasse, also FFP2 oder FFP3, muss auf der Maske vermerkt sein. Ein weiterer Kontrollpunkt ist die Nennung des Herstellers im Aufdruck.

Sind alle vier Kennzeichen auf der FFP-Maske zu finden, hat der Mund-Nasenschutz das seit 1. Oktober 2020 vorgeschriebene Prüfverfahren nach EU-Norm durchlaufen. Eine FFP2-Maske weist dann mindestens eine Filterleistung von 94 Prozent auf, FFP3-Masken müssen zur Erfüllung der Norm mindestens 99 Prozent der Schwebeteilchen aus der Luft filtern – bei korrektem Sitz versteht sich.

Ist eine Wiederverwendung der FFP2-Masken möglich?

Beim Thema der Wiederverwendung besteht Uneinigkeit. Grundsätzlich ist auch die FFP2-Maske ein Einwegprodukt. Problematisch für den Schutzeffekt der Masken ist vor allem Feuchtigkeit. Virologe Alexander Kekulé erklärte gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass FPP2-Masken sofort gewechselt werden müssten, sobald sie feucht werden. Ein Waschen der Maske zur Wiederverwendung ist damit ausgeschlossen.

Laut Empfehlungen des BfArM ist eine Wiederverwendung im Alltagsgebrauch akzeptabel, wenn die Maske gut austrocknet. Laut Untersuchungen sei „nach sieben Tagen Aufbewahrung die Menge der infektiösen Coronaviren (SARS-CoV-2) auf und in den Masken auf ein akzeptables Maß verringert”. Verbraucher, die beispielsweise jeden Tag das Haus verlassen, bräuchten also dennoch mindestens sieben FFP2-Masken, um ein ausreichendes Lüften und Trocknen der Masken vor der Wiederverwendung zu garantieren.

Eine weitere Methode sei nach Angaben der BfArM auch die Desinfektion bei trockener Hitze im Backofen. Dafür müssen die Masken einen Tag austrocknen und dann bei 80 Grad eine Stunde lang im Backofen bleiben. Genauere Infos finden sich auf der Seite der an dem Projekt forschenden Fachhochschule Münster.