Zahnzusatzversicherung: Beliebte Versicherung mit Stolperfallen

Kaum eine Versicherung hat in den letzten Jahren so viel an Beliebtheit hinzugewonnen wie die Zahnzusatzversicherung. So hat sich die Zahl der abgeschlossenen Verträge im vergangenen Jahrzehnt in etwa verdoppelt. Doch lohnen sich die monatlichen Zahlungen für die Zahnversicherung wirklich? Und was sollten Interessierte bei einem Abschluss auf jeden Fall beachten?

Veröffentlicht am 3. Januar 2017

Die Zahl der Zahnzusatzversicherungen steigt weiterhin an. Nachdem immer mehr Menschen in den letzten Jahren eine Krankenzusatzversicherung für Zahnarztkosten abgeschlossen haben, erreicht sie Ende Oktober 2016 mit 15,3 Millionen abgeschlossenen Policen fast doppelt so viele Personen wie noch im Jahr 2005. Allein im vergangenen Jahr wurden 400.000 Verträge abgeschlossen. Das berichten Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Informationen der privaten Krankenversicherung. Jedoch lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für Kassenpatienten nicht in jedem Fall.

Warum hat die Zahnzusatzversicherung solch einen Erfolg?

Seit spätestens den 1990er Jahren machen die Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung auch beim Zahnarzt nicht halt. Seit 2005 wird für Zahnersatz nur noch ein sogenannter befundbezogener Festzuschuss gezahlt. Aber auch für komplexe Zahnbehandlungen wie die Wurzelbehandlung werden zum Teil hohe Eigenleistungen vom Patienten fällig. Aus dem ehemaligen Nischenprodukt Zahnzusatzversicherung konnte auf diese Weise ein Erfolg werden, schließlich wollen sich viele gesetzlich Versicherte nicht mit den oftmals horrenden Kosten abfinden.

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Lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung wirklich?

Die Zahnzusatzversicherung schützt die Versicherten vor dem Kostenrisiko Zahnleistungen und Zahnersatz. Das heißt allerdings auch, dass sich die Versicherung am ehesten dann auszahlt, wenn der Verbraucher tatsächlich Leistungen in Anspruch nimmt, etwa ein Implantat oder eine Brücke benötigt aufgrund von Zahnverlust. Erfreuen sich die Zähne hingegen dauerhaft bester Gesundheit, erhält der Versicherte keine Leistungen.

Kommt es allerdings zu einer komplizierten Behandlung oder einem Zahnersatz, lohnt sich die Zahnzusatzversicherung wirklich. Allerdings sind dabei die versicherten Leistungen wichtig. Leider sind die unzähligen am Markt erhältlichen Angebote sehr unterschiedlich hinsichtlich ihres Leistungsumfangs. Viele Tarife zahlen etwa bei Zahnersatz, decken aber Behandlungen oder Prophylaxemaßnahmen nicht ab. Hinzu kommt, dass die meisten Versicherer einen prozentualen Anteil der Kosten leisten. Beträgt dieser nur 20 Prozent und nicht etwa 80 oder 100 Prozent nach Abzug der Kassenleistungen, muss der Versicherte noch immer ein Großteil der Zahnarztrechnung selbst begleichen. Wer eine Zahnzusatzversicherung abschließen möchte, sollte sich daher im Vorfeld genauer mit den Leistungen auseinandersetzen. Dass der Aufwand es wert ist, zeigt ein Rechenbeispiel aus dem Zahnzusatzversicherung Test der Stiftung Warentest (Finanztest 11/2016).

Implantat mit verblendeter Metall-Keramik-Krone, inklusive Knochenaufbau

  • Gesamtkosten: 3.580 Euro
  • Kassenanteil: 429 Euro
  • Eigenanteil: 3.151Euro

Abhängig von den vereinbarten Vertragsleistungen zahlen Zusatzversicherungen in diesem Fall zwischen 0 und 3.151 Euro.

Zahnzusatzversicherung im Test: Welcher Tarif ist der beste?

Immer wieder testen Institute wie die Stiftung Warentest Zahnzusatzversicherungen, da der Markt für Laien nur schwer überschaubar ist. Neben den unterschiedlichen Leistungen müssen sie beispielsweise beachten, dass die Beiträge auf zwei verschiedene Weisen berechnet werden. In einem Fall bleiben sie dauerhaft stabil, im anderen sind die Kosten am Anfang deutlich niedriger, übersteigen die stabilen Policen im Laufe der Zeit aber immer mehr. Damit sich die Tarife dennoch vergleichen lassen, haben die Tester von Stiftung Warentest die Kosten für die gesamte Versicherungsdauer berechnet. Zusammen mit den Ergebnissen bei den Leistungen ergibt sich so für 66 von mehr als 200 Zahnzusatztarifen eine sehr gute Bewertung. Mehrere erzielen sogar eine Note von unter 1,0:

  • DFV – DFV-Zahnschutz Exklusiv (Note 0,5)
  • DKV – KDTP100 und KDTP100+KDBE (beide 0,6)
  • Hallesche – DentZE.100 sowie DentZE.100+DentPro80 und DentZE.100+DentZB.100 (alle 0,8)