Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Zahnzusatzversicherung: Sehr gute Tarife kosten zwischen 9 und 63 Euro

Selbst bei bester Zahnpflege kommt der Tag, an dem Verbraucher auf Zahnersatz angewiesen sind. Da dieser mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen kann, sichern sich viele Personen mit einer Zahnzusatzversicherung ab. Dabei sind die Kosten für sehr guten Schutz überschaubar: Schon ab neun Euro im Monat gibt es Top-Leistungen, zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest.

  • Stiftung Warentest hat für die neueste Finanztest-Ausgabe (05/2018) 220 Zahnzusatzversicherungen hinsichtlich ihrer Leistungen verglichen.
  • Fast jede dritte Zahnzusatzversicherung erhält bei teils geringen Kosten für Versicherte eine sehr gute Bewertung.
  • Welche Zahnzusatzversicherungen einen optimalen Mix aus Preis und Leistung bieten, finden Interessierte mit einem individuellen Angebot heraus.

Den Besuch beim Zahnarzt verbinden viele Menschen mit einer unangenehmen Behandlung und hohen Kosten. Denn gerade wenn gesetzlich Krankenversicherte Zahnersatz brauchen, müssen sie dafür oftmals tief in die Tasche greifen. Ein Implantat mit vollständig verblendeter Metall-Keramik-Krone kostet beispielsweise über 3.700 Euro. Daran beteiligt sich die Krankenkasse bestenfalls mit rund 450 Euro.

Um sich gegen hohe Zahnarztrechnungen abzusichern, greifen immer mehr Menschen zu einer Zahnzusatzversicherung. Mittlerweile gibt es schon über 15 Millionen Versicherte. Je nach Tarif erstattet die Zahnzusatzversicherung die Kosten für Zahnersatz komplett, sodass Patienten ganz ohne Angst vor einer hohen finanziellen Belastung zum Zahnarzt gehen können. Dabei haben Interessierte die Auswahl zwischen einer Vielzahl von sehr guten Angeboten. Dies zeigt der aktuelle Zahnzusatzversicherung Test der Stiftung Warentest.

Was kostet eine sehr gute Zahnzusatzversicherung?

Für ihren Vergleich hat die Stiftung Warentest 220 Zahnzusatzversicherungen auf den Prüfstand gestellt. Dabei konzentrierten sich die Tester auf die Leistungen der Tarife. Diese wurden anhand von vier Behandlungsbeispielen für einen 43-jährigen Modellkunden überprüft.

70 Angebote bieten demnach sehr guten Schutz. Die besten von ihnen erstatten nicht nur die Zahnarztkosten komplett, sondern stechen mit zusätzlichen Leistungen hervor, etwa für Kunststofffüllungen, Wurzelbehandlungen und professionelle Zahnreinigungen.

Die Bestnote von 0,5 erreichen drei Zahnzusatzversicherungen:

  • „Zahn Prestige“ von Die Bayerische
  • „Zahnschutz Exklusiv 100“ von DFV
  • „EZL“ von HanseMerkur

Sie kosten monatlich rund 40 Euro. Der Beitrag steigt dabei mit den Jahren altersbedingt an. Mit 73 Jahren zahlen Versicherte für diese Top-Tarife daher zwischen 65 Euro und 70 Euro.

Tipp: Vergleichen Sie mit dem Tarifrechner schnell und unkompliziert eine Vielzahl von Zahnzusatzversicherungen und finden Sie so Ihren persönlich besten Kostenschutz.

Zahnzusatzversicherung getestet: Sehr guter Schutz bei geringen Kosten

Der Untersuchung der Verbraucherorganisation zufolge ist die Preisspanne bei den sehr guten Tarifen hoch. Zwischen 9 und 63 Euro im Monat zahlt der Musterkunde für eine Zahnzusatzversicherung mit umfassenden Leistungen. Besonders günstig sind beispielsweise:

  • Inter „Z90“ (Kosten mit 43 Jahren: 9 Euro; mit 73 Jahren: 30 Euro)
  • Hallesche „DentZE.100“ (18 Euro; 47 Euro)
  • DKV „KombiMed KDT85“ (20 Euro; 32 Euro)
  • uniVersa „Uni-Dent Privat“ (25 Euro; 39 Euro)
  • Allianz „ZahnBest“ (28 Euro, fester Beitrag)

Bis auf die Zahnzusatzversicherung von Hallesche müssen Interessierte für die günstigen Kosten jedoch Abstriche bei der Erstattung von Implantaten machen. Je nach Tarif verbleibt ein Eigenanteil von 376 Euro bis 564 Euro für den von Stiftung Warentest untersuchten Befund.

Insgesamt zeigt sich: Sehr guter Schutz für die Zähne muss nicht teuer sein. Abhängig davon, wie viel jeder Zahnarztpatient monatlich für die Versicherung zahlen will, genießt er vollen Kostenschutz. Wichtig ist jedoch, dass er die Zahnzusatzversicherung frühzeitig abschließt. Denn einerseits gilt bei vielen Anbietern eine Wartezeit von mindestens acht Monaten. Andererseits kommt der Großteil von ihnen nicht für Behandlungen auf, die bereits vor Vertragsabschluss angedacht waren.