Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

ZDF WISO: Makler könnten neuestes Bestellerprinzip umgehen

Das neue Bestellerprinzip für Immobilienmaklerkosten ist noch nicht einmal in Kraft getreten, schon versuchen einige Makler das Gesetz zu umgehen. Das berichtet aktuell ZDF WISO. So hat das Magazin einige Tricks gefunden, mit denen Mieter mit der Maklerprovision belastet werden könnten, obwohl der Vermieter die Vermittlung beauftragt hat.

Vergangene Woche hat der Bundestag nicht nur den Weg für die Mietpreisbremse, sondern auch für das Bestellerprinzip freigemacht. Künftig soll bei der Wohnungssuche derjenige die Kosten für den Makler zahlen, der ihn beauftragt. Besonders in Ballungsgebieten muss bisher der Mieter die Provision zahlen, obwohl der Vermittler durch den Vermieter beauftragt wurde. Auch nach Inkrafttreten des Bestellerprinzips könnte dies weiterhin der Fall bleiben, warnt derzeit ZDF WISO. Denn einige schwarze Schafe unter den Maklern werben damit, das neue Gesetz umgehen zu können.

Bestellerprinzip: Vorsicht bei Maklertricks

Diese Umgehungsversuche stellt das Wirtschaftsmagazin konkret in der neuesten Sendung vor:

  • Das Bestellerprinzip wird umgekehrt. Makler treten an Wohnungssuchende so heran, dass sie ihn am Ende beauftragen eine Wohnung zu finden. Dementsprechend müssen Mieter die Courtage für den Makler zahlen.
  • Mit Lockangeboten werden Wohnungen ohne Adresse angegeben. Mieter müssen daher beim Immobilienmakler nachfragen und erteilen ihm damit einen Arbeitsauftrag.
  • Bei Teilmöblierungen könnte das Bestellerprinzip nicht gelten, da hier das Mietrecht weniger streng ist. Jedoch ist diese Auslegung eher unwahrscheinlich.

André Juffern vom Mieterverein Leverkusen geht davon aus, dass sich die Umgehensversuche in der Übergangszeit nach Inkrafttreten des Bestellerprinzips häufen werden. Wer jedoch den Trick des Maklers mitmacht, um gerade in Ballungsgebieten überhaupt eine Wohnung zu finden, der kann sich die Kosten später wieder zurückholen. Sofern der Mieter über Zeugen und Belege nachweisen kann, dass ein Fehlverhalten vorliegt, kann das Geschäft rückabgewickelt werden, so der Experte bei ZDF WISO.

Bei der Rückforderung der Maklergebühr mit Unterstützung eines Anwalts kann eine Rechtsschutzversicherung für die Anwaltskosten einspringen. Wichtig ist jedoch, dass diese vor Beginn der juristischen Auseinandersetzung abgeschlossen wurde. Zudem sind ggf. Wartezeiten zu beachten.