Bausparvertrag im Test

Welcher Bauspar­vertrag ist sehr gut?

  • Viele verschiedene Anbieter zur Auswahl
  • Große Unterschiede bei den Abschlussgebühren
  • Hohes Einsparpotenzial

 

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Bau einer Immobilie

 

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Kauf einer Immobilie

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Sparanlage

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Ablösung eines Kredits

Zuletzt aktualisiert: Juli 2021

Bausparvertrag im Test: Die aktuellen Testsieger

Der Weg ins Eigenheim führt oft über eine Baufinanzierung. Viele künftige Eigentümer setzen dabei auf einen Bausparvertrag. Über 27 Millionen abgeschlossene Verträge zählt die Deutsche Bundesbank bereits. Wo es sehr gute Bausparverträge gibt, zeigen aktuelle Tests von Stiftung Warentest und Focus-Money.

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Welcher Bausparvertrag ist gut?

Das Bausparen funktioniert denkbar simpel: Bausparer sparen über eine gewisse Phase mit monatlichen Beiträgen Kapital an. Dabei können sie von staatlichen Förderungen profitieren. Sind eine bestimmte Bausparsumme und andere Bedingungen wie die Mindest­sparzeit erfüllt, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Sparer erhalten dann das aufgebaute Kapital sowie ein Bauspardarlehen. In der Tilgungs- oder Darlehensphase wird das Darlehen zurückgezahlt.

Ein guter Bausparvertrag sollte möglichst geringe Gebühren aufweisen, hohe Zinsen in der Ansparphase vorsehen und niedrige Zinsen auf das Darlehen haben. Welcher Anbieter mit seinem Bausparvertrag überzeugt, haben unter anderem das Wirtschafts­magazin Focus-Money zusammen mit dem Institut für Vermögensaufbau sowie die Stiftung Warentest ermittelt. Dabei konzentrierten sich erstere auf Riester-Bausparverträge. Bei ihnen kommen Sparern die staatlichen Zulagen beim Ansparen und bei der Tilgung des Bauspardarlehens zugute. Diese Form der Baufinanzierung ist auch unter dem Namen Wohnriester bekannt.

So wurde getestet

Für den Vergleich zu Riester-Bausparverträgen erkundigten sich die Tester bei knapp 20 Anbietern nach einem Bausparvertrag für den folgenden Musterfall:

  • Ehepaar, beide 30 Jahre alt, ein Kind
  • Kauf einer Eigentumswohnung in zehn Jahren für 350.000 Euro geplant
  • Zu versteuerndes Einkommen des Ehemanns beträgt 70.000 Euro im Jahr
  • Monatliche Sparrate für riestergeförderten Bausparvertrag liegt bei 600 Euro
  • Bisherige Miete von 1.050 Euro im Monat steht für Tilgung des Darlehens bereit

Laut Focus-Money ermöglicht der am besten bewertete Bausparvertrag mit staatlicher Förderung die vollständige Finanzierung der Eigentumswohnung in der kürzesten Finanzierungsdauer. Dem Test zufolge ist demnach die Wüstenrot Bausparkasse Testsieger. Mit dem Tarif „Wohn-Riester RD/P Premium 2,00“ brauchen Sparer 28 Jahre und acht Monate, bis ihr Eigenheim komplett ihnen gehört. Im Vergleich zur zweitplatzierten BHW Bausparkasse („Förder-Bausparen Flex“) ist die Finanzierung nicht nur zwei Monate schneller abgeschlossen. Der Kostenvorteil liegt zudem bei fast 4.000 Euro.

Die Top 3 komplettiert die Bausparkasse Schwäbisch Hall mit „FuchsImmo 1 (WL)“. Hier kostet die gesamte Immobilienfinanzierung jedoch über 5.000 Euro mehr als beim Testsieger.

Achtung:

Mehr als diese drei Anbieter konnten im Bausparvertrag Test nicht beurteilt werden. Entsprechend niedrig ist die Aussagekraft dieser Untersuchung. Bei ihrer Wahl sollten Interessierte daher auch Angebote anderer Unternehmen berücksichtigen.

Weitere Bausparvertrag Testsieger bei Focus-Money

Einen weiteren Bausparvertrag Test hat Focus-Money im Januar 2020. Dabei wurden Bausparkassen für drei Musterfälle mithilfe des Instituts für Vermögensaufbau untersucht:

  • Klassisches Bausparen (Kauf einer Eigentumswohnung in sieben Jahren mithilfe der Bausparsumme)
  • Flexibles Bausparen (Immobilienerwerb in zehn Jahren, Anspruch des Bauspardarlehens noch offen)
  • Zinssicheres Bausparen (Zinsbindung bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens)

Je nach Modellfall empfehlen sich unterschiedliche Bausparverträge beziehungsweise Bausparkassen. Die Alte Leipziger Bauspar AG erzielt dabei wiederholt gute Ergebnisse.

Beispiel Top 3 im Bausparvertrag Test
Klassisches Bausparen Alte Leipziger – „AL_Neo Klassik“
BHW – „WohnBausparen Plus“
Wüstenrot – „Wohnsparen D/P Premium 2,00“
Flexibles Bausparen Alte Leipziger – „AL_Neo Klassik“
BHW – „WohnBausparen Plus“
Debeka – „BS4“
Zinssicheres Bausparen Schwäbisch Hall – „Fuchs BauDarlehen“
Wüstenrot Bausparkasse – „Wohnsparen D/P Premium 1,25“
Debeka – „DBD“

Quelle: Focus-Money 03/2020

Im Vergleich zur letzten Untersuchung ist der damalige Testsieger im Bereich klassisch und flexibel, Signal Idunda („Freiraum F45“), nicht mehr vertreten. Ob dies an einem schlechten Ergebnis liegt oder die Bausparkasse nicht am Test teilgenommen hat, geht aus der Analyse nicht hervor.

Ein Blick auf die Abschlusskosten offenbart große Unterschiede bei den Unternehmen. Bei flexiblen Bausparverträgen schwanken diese beispielsweise zwischen 2.500 Euro und 3.000 Euro. Ähnlich sieht es bei den Darlehenszinsen aus. Hier verlangen die Anbieter zum Beispiel beim klassischen Bausparen zwischen 2,00 und 2,45 Prozent. Künftige Eigenheimbesitzer sollten daher einen genauen Blick auf die Bedingungen werfen.

Bausparvertrag im Test bei Stiftung Warentest 2021

Für die Juli 2021-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest hat die Stiftung Warentest ebenfalls einen genauen Blick auf verschiedene Bausparverträge geworfen. Auch wenn diese als reiner Sparvertrag nicht mehr lohnen, stellt ein Bausparvertrag durch die feste Zinsbindung immer noch einen guten Baustein der eigentlichen Immobilienfinanzierung dar. Im Test prüfte die Verbraucher­organisation daher für drei Musterfälle, welche Bausparkassen gute Konditionen bieten.

Ein Bausparvertrag wird allerdings auch oft dazu genutzt, um Geld für eine spätere Modernisierung des Eigenheims zur Seite zu legen. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest hierfür ebenfalls zwei Modellfälle entwickelt.

Für die fünf Modellfälle haben die Tester untersucht, wie viel Geld Bausparer im Vergleich zu einer Finanzierung über einen Banksparplan und ein Darlehen sparen würden. Die Testergebnisse zeigen, dass hier ein Sparpotenzial von mehr als 3.000 Euro auf Interessierte wartet.

BHW („WohnBausparen Plus FX2“), LBS Saar („Extra Spezial 18“) und Signal („Freiraum F30“) platzieren sich jeweils an die Spitze. Geht es um einen Bausparvertrag für Moderinisierungen, sind Interessierte mit dem Tarifen von Schwäbisch Hall („Fuchs 04 FuchsImmo 2 XJ“) und BHW („WohnBausparen Plus FX2“) gut beraten.

Beratung zum Bausparvertrag im Vergleich bei Stiftung Warentest

Für die Finanztest-Ausgabe Januar 2020 prüfte die Stiftung Warentest die Beratungsqualität von 16 Bausparkassen. Dazu wurden Testkunden in die Filialen geschickt, die sich jeweils zu einem von drei Fällen beraten ließen:

  1. Hauskauf in zehn Jahren, von monatlich maximal 450 Euro
  2. Hauskauf in acht Jahren, Einzahlung von monatlich maximal 300 Euro, Einmalzahlung von 10.000 Euro
  3. Modernisierung in sechs Jahren in Höhe von 50.000 Euro, Einmalzahlung von 10.000 Euro

Die Verbraucherorganisation untersuchte dabei, wie gut der vorgeschlagene Bausparvertrag zu den Zielen des Bausparers passt, wie teuer das Angebot ist, wie gut der Kundenstatus erfasst wurde und ob alle wichtigen Kundeninformationen mitgeteilt wurden.

Insgesamt fällt das Fazit der Stiftung Warentest im Bausparkassen Vergleich enttäuschend aus. Nur ein Anbieter, die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg, wird für ihre Beratung mit gut ausgezeichnet. Die restlichen Bausparkassen sind nur befriedigend, ausreichend oder sogar mangelhaft. Dies liegt an verschiedenen Fehler, die die Berater vor Ort machten, etwa

  • Zu hohe Bausparsumme, sodass die Zuteilung des Darlehens wesentlich später erfolgt als das Geld gebraucht wird
  • Vorgeschlagene Sparrate weicht von den finanziellen Mitteln des Verbrauchers ab
  • Zu hohe Tilgungsrate angesetzt
  • Keine Kommunikation zu Abschluss- und Jahresgebühren

Die Stiftung Warentest rät daher dazu, Angebote für einen Bausparvertrag dahingehend zu prüfen, ob das Datum der Zuteilung passt, ob die Bausparsumme nicht mehr als 40 Prozent des geschätzten Kaufpreises beträgt und ob der Tilgungsbeitrag etwa auf gleichem Niveau wie die Sparrate liegt.

Bausparvertrag im Test: Welche Erfahrungen machen Kunden mit ihrer Bausparkasse?

Zu welchen Konditionen Unternehmen die benötigte Bausparsumme anbieten, ist für viele Bausparer eine entscheidende Frage. Viele interessieren sich allerdings auch für die Erfahrungen, die andere Kunden mit ihrer Bausparkasse gemacht haben. Einen Überblick über faire Anbieter gibt ihnen das Analyseinstitut ServiceValue. Dieses hat im Mai 2021 rund 1.800 Bausparer zu ihren Erfahrungen befragt.

Die Kunden beurteilten dabei vier Leistungsmerkmale:

  • Produktangebot
  • Kundenservice
  • Kundenberatung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Von den 17 Anbietern erhalten sechseine sehr gute Bewertung, weitere fünf sind gut.

Bausparkassen mit sehr guter Kunden­zufriedenheit Bausparkassen mit guter Kunden­zufriedenheit
Bausparkasse Schwäbisch Hall Debeka Bausparkasse
BHW start:bausparkasse
LBS Bayern LBS Nord
LBS West LBS Schleswig-Holstein-Hamburg
Wüstenrot Signal Iduna
BKM

Im Vergleich zum Test 2019 haben LBS Nord und Signal Iduna einen Platz verloren. Während die Bausparkasse 2018 noch zu denen mit den zufriedensten Kunden zählte, wurde sie im aktuellen Vergleich nur mit „gut“ bewertet. Neu dabei im Top-Rank sind dagegen LBS Bayern, LBS West und BKM.

Am meisten Luft nach oben haben die Bausparkassen beim Kundenservice. In dieser Kategorie überzeugen lediglich Schwäbisch Hall, BHW, LBS Bayern und Wüstenrot mit einer sehr guten Bewertung.

Jetzt den passenden Bausparvertrag finden

Personen, die sich für einen Bausparvertrag interessieren, sollten stets ein individuelles Angebot bei ihrer Wahl berücksichtigen. Die Testsieger geben zwar eine gute erste Orientierung. Doch die Musterfälle weichen in der Regel stark von den eigenen Anforderungen an die Immobilienfinanzierung ab. Die im Test ausgezeichneten Bausparverträge kommen somit nicht automatisch für die eigene Baufinanzierung infrage.

Um einen guten Bausparvertrag zu finden, ist ein Angebot wichtig, das den finanziellen Rahmen künftiger Bausparer berücksichtigt.