Bausparvertrag im Test

Wo gibt es den besten Bauspar­vertrag?

  • Viele verschiedene Anbieter zur Auswahl
  • Große Unterschiede bei den Abschlussgebühren
  • Hohes Einsparpotenzial durch Vergleich mehrerer Angebote

 

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Kauf einer Immobilie

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Zuletzt aktualisiert: Januar 2020

Bausparvertrag im Test: Die aktuellen Testsieger im Vergleich

Der Weg ins Eigenheim führt oft über eine Baufinanzierung. Viele künftige Eigentümer setzen dabei auf einen Bausparvertrag. Über 27 Millionen abgeschlossene Verträge zählt die Deutsche Bundesbank bereits. Wo es den besten Bausparvertrag gibt, zeigen aktuelle Tests von Stiftung Warentest und Focus-Money.

 

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Immer gut zu wissen

Welcher Bausparvertrag ist der beste?

Das Bausparen funktioniert denkbar simpel: Bausparer sparen über eine gewisse Phase mit monatlichen Beiträgen Kapital an. Dabei können sie von staatlichen Förderungen profitieren. Sind eine bestimmte Bausparsumme und andere Bedingungen wie die Mindest­sparzeit erfüllt, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Sparer erhalten dann das aufgebaute Kapital sowie ein Bauspardarlehen. In der Tilgungs- oder Darlehensphase wird das Darlehen zurückgezahlt.

Ein guter Bausparvertrag sollte möglichst geringe Gebühren aufweisen, hohe Zinsen in der Ansparphase vorsehen und niedrige Zinsen auf das Darlehen haben. Welcher Anbieter mit dem besten Bausparvertrag überzeugt, haben unter anderem nur das Wirtschafts­magazin Focus-Money zusammen mit dem Institut für Vermögensaufbau sowie die Stiftung Warentest ermittelt. Dabei konzentrierten sich erstere auf Riester-Bausparverträge. Bei ihnen kommen Sparern die staatlichen Zulagen beim Ansparen und bei der Tilgung des Bauspardarlehens zugute. Diese Form der Baufinanzierung ist auch unter dem Namen Wohnriester bekannt.

So wurde getestet

Für den Vergleich zu Riester-Bausparverträgen erkundigten sich die Tester bei knapp 20 Anbietern nach einem Bausparvertrag für den folgenden Musterfall:

  • Ehepaar, beide 30 Jahre alt, ein Kind
  • Kauf einer Eigentumswohnung in zehn Jahren für 350.000 Euro geplant
  • Zu versteuerndes Einkommen des Ehemanns beträgt 70.000 Euro im Jahr
  • Monatliche Sparrate für riestergeförderten Bausparvertrag liegt bei 600 Euro
  • Bisherige Miete von 1.050 Euro im Monat steht für Tilgung des Darlehens bereit

Laut Focus-Money ermöglicht der beste Bausparvertrag mit staatlicher Förderung die vollständige Finanzierung der Eigentumswohnung in der kürzesten Finanzierungsdauer. Dem Test zufolge ist demnach die Wüstenrot Bausparkasse Testsieger. Mit dem Tarif „Wohn-Riester RD/P Premium 2,00“ brauchen Sparer 28 Jahre und acht Monate, bis ihr Eigenheim komplett ihnen gehört. Im Vergleich zur zweitplatzierten BHW Bausparkasse („Förder-Bausparen Flex“) ist die Finanzierung nicht nur zwei Monate schneller abgeschlossen. Der Kostenvorteil liegt zudem bei fast 4.000 Euro.

Die Top 3 komplettiert die Bausparkasse Schwäbisch Hall mit „FuchsImmo 1 (WL)“. Hier kostet die gesamte Immobilienfinanzierung jedoch über 5.000 Euro mehr als beim Testsieger.

Achtung:

Mehr als diese drei Anbieter konnten im aktuellen Bausparvertrag Test nicht beurteilt werden. Entsprechend niedrig ist die Aussagekraft dieser Untersuchung. Bei ihrer Wahl sollten Interessierte daher auch Angebote anderer Unternehmen berücksichtigen.

Aktuelle Bausparvertrag Testsieger bei Focus-Money

Einen weiteren Bausparvertrag Test hat Focus-Money im Januar 2020. Dabei wurde die beste Bausparkasse für drei Musterfälle mithilfe des Instituts für Vermögensaufbau gesucht:

  • Klassisches Bausparen (Kauf einer Eigentumswohnung in sieben Jahren mithilfe der Bausparsumme)
  • Flexibles Bausparen (Immobilienerwerb in zehn Jahren, Anspruch des Bauspardarlehens noch offen)
  • Zinssicheres Bausparen (Zinsbindung bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens)

Je nach Modellfall empfehlen sich unterschiedliche Bausparverträge beziehungsweise Bausparkassen. Im Vergleich erzielt allerdings die Alte Leipziger Bauspar AG wiederholt gute Ergebnisse.

Beispiel Top 3 im Bausparvertrag Test
Klassisches Bausparen Alte Leipziger – „AL_Neo Klassik“
BHW – „WohnBausparen Plus“
Wüstenrot – „Wohnsparen D/P Premium 2,00“
Flexibles Bausparen Alte Leipziger – „AL_Neo Klassik“
BHW – „WohnBausparen Plus“
Debeka – „BS4“
Zinssicheres Bausparen Schwäbisch Hall – „Fuchs BauDarlehen“
Wüstenrot Bausparkasse – „Wohnsparen D/P Premium 1,25“
Debeka – „DBD“

Quelle: Focus-Money 03/2020

Im Vergleich zur letzten Untersuchung ist der damalige Testsieger im Bereich klassisch und flexibel, Signal Idunda („Freiraum F45“), nicht mehr vertreten. Ob dies an einem schlechten Ergebnis liegt oder die Bausparkasse nicht am Test teilgenommen hat, geht aus der Analyse nicht hervor.

Ein Blick auf die Abschlusskosten offenbart große Unterschiede bei den Unternehmen. Bei flexiblen Bausparverträgen schwanken diese beispielsweise zwischen 2.500 Euro und 3.000 Euro. Ähnlich sieht es bei den Darlehenszinsen aus. Hier verlangen die Anbieter zum Beispiel beim klassischen Bausparen zwischen 2,00 und 2,45 Prozent. Künftige Eigenheimbesitzer sollten daher einen genauen Blick auf die Bedingungen werfen und mehrere Angebote miteinander vergleichen. So finden sie den Bausparvertrag mit den persönlich besten Konditionen.

Bausparvertrag im Test: Stiftung Warentest sucht optimalen Tarif für 2019

Für die Januar 2019-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest hat die Stiftung Warentest ebenfalls einen genauen Blick auf verschiedene Bausparverträge geworfen. Auch wenn diese als reiner Sparvertrag nicht mehr lohnen, stellt ein Bausparvertrag durch die feste Zinsbindung immer noch einen guten Baustein der eigentlichen Immobilienfinanzierung dar. Im Test prüfte die Verbraucher­organisation daher für zwei Musterfälle, welche Bausparkassen gute Konditionen bieten.

Ein Bausparvertrag wird allerdings auch oft dazu genutzt, um Geld für eine spätere Modernisierung des Eigenheims zur Seite zu legen. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest hierfür ebenfalls zwei Modellfälle entwickelt. Aufgrund der verschiedenen Anforderungen an den Bausparvertrag sowie der unterschiedlichen Sparsummen und Laufzeiten lassen sich die Tarife im Vergleich jedoch nur schwer gegenüberstellen. Den einen Bausparvertrag, der zum Testsieger gekrönt wird, gibt es somit nicht.

Für die vier Modellfälle haben die Tester untersucht, wie viel Geld Bausparer im Vergleich zu einer Finanzierung über einen Banksparplan und ein Darlehen sparen würden. Die Testergebnisse zeigen, dass hier ein Sparpotenzial von fast 2.500 Euro auf Interessierte wartet. Wichtig ist jedoch, sich Angebote von mehreren Bausparkassen einzuholen. Denn „wie gut oder schlecht ein Bausparvertrag ist, zeigt sich erst immer am konkreten Angebot“, so die Stiftung Warentest.

BHW und Deutsche Bank Bauspar platzieren sich mit dem namensgleichen Tarif „WohnBausparen Plus FX2“ in drei von vier Fällen an die Spitze des Vergleichs. Nur in einem Fall, bei einer niedrigen Bausparsumme, sind Interessierte mit dem Tarifen von Schwäbisch Hall („Fuchs 04 FuchsImmo 2 XJ“) und Alte Leipziger Bauspar („AL Neo Klassik“) besser beraten.

Beratung zum Bausparvertrag im Vergleich bei Stiftung Warentest

Für die Finanztest-Ausgabe Januar 2020 prüfte die Stiftung Warentest die Beratungsqualität von 16 Bausparkassen. Dazu wurden Testkunden in die Filialen geschickt, die sich jeweils zu einem von drei Fällen beraten ließen:

  1. Hauskauf in zehn Jahren, von monatlich maximal 450 Euro
  2. Hauskauf in acht Jahren, Einzahlung von monatlich maximal 300 Euro, Einmalzahlung von 10.000 Euro
  3. Modernisierung in sechs Jahren in Höhe von 50.000 Euro, Einmalzahlung von 10.000 Euro

Die Verbraucherorganisation untersuchte dabei, wie gut der vorgeschlagene Bausparvertrag zu den Zielen des Bausparers passt, wie teuer das Angebot ist, wie gut der Kundenstatus erfasst wurde und ob alle wichtigen Kundeninformationen mitgeteilt wurden.

Insgesamt fällt das Fazit der Stiftung Warentest im Bausparkassen Vergleich enttäuschend aus. Nur ein Anbieter, die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg, wird für ihre Beratung mit gut ausgezeichnet. Die restlichen Bausparkassen sind nur befriedigend, ausreichend oder sogar mangelhaft. Dies liegt an verschiedenen Fehler, die die Berater vor Ort machten, etwa

  • Zu hohe Bausparsumme, sodass die Zuteilung des Darlehens wesentlich später erfolgt als das Geld gebraucht wird
  • Vorgeschlagene Sparrate weicht von den finanziellen Mitteln des Verbrauchers ab
  • Zu hohe Tilgungsrate angesetzt
  • Keine Kommunikation zu Abschluss- und Jahresgebühren

Die Stiftung Warentest rät daher dazu, Angebote für einen Bausparvertrag dahingehend zu prüfen, ob das Datum der Zuteilung passt, ob die Bausparsumme nicht mehr als 40 Prozent des geschätzten Kaufpreises beträgt und ob der Tilgungsbeitrag etwa auf gleichem Niveau wie die Sparrate liegt.

Bausparvertrag im Vergleich: Welche Erfahrungen machen Kunden mit ihrer Bausparkasse?

Zu welchen Konditionen Unternehmen die benötigte Bausparsumme anbieten, ist für viele Bausparer eine entscheidende Frage. Viele interessieren sich allerdings auch für die Erfahrungen, die andere Kunden mit ihrer Bausparkasse gemacht haben. Einen Überblick über faire Anbieter gibt ihnen das Analyseinstitut ServiceValue. Dieses hat im Mai 2019 rund 1.800 Bausparer zu ihren Erfahrungen befragt.

Die Kunden beurteilten dabei elf Leistungsmerkmale, etwa

  • Beratungsqualität,
  • Reaktion auf Anliegen,
  • Einhalten von Terminen,
  • Transparenz der Berechnungen und
  • Berücksichtigung persönlicher Verhältnisse.

Von den 19 Anbietern erhalten fünf eine sehr gute Bewertung, weitere fünf sind gut.

Bausparkassen mit sehr guter Kunden­zufriedenheit Bausparkassen mit guter Kunden­zufriedenheit
Bausparkasse Schwäbisch Hall Alte Leipziger
BHW Bausparkasse Mainz
LBS Nord LBS Saar
Signal Iduna LBS Südwest
Wüstenrot Debeka Bausparkasse

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Debeka einen Platz verloren. Während die Bausparkasse 2018 noch zu denen mit den zufriedensten Kunden zählte, wurde sie im aktuellen Vergleich nur mit „gut“ bewertet.

Am meisten Luft nach oben haben die Bausparkassen bei der Transparenz. In dieser Kategorie überzeugen lediglich Schwäbisch Hall, BHW und Wüstenrot mit einer sehr guten Bewertung.

Jetzt den richtigen Bausparvertrag finden

Personen, die sich für einen Bausparvertrag interessieren, sollten stets individuelle Angebote bei ihrer Wahl berücksichtigen. Die Testsieger geben zwar eine gute erste Orientierung. Doch die Musterfälle weichen in der Regel stark von den eigenen Anforderungen an die Immobilienfinanzierung ab. Die im Test ausgezeichneten Bausparverträge kommen somit nicht automatisch für die eigene Baufinanzierung infrage.

Um einen Bausparvertrag zu finden, der zu den persönlichen Plänen passt, ist ein Angebot wichtig, das auf die individuellen Wünsche und den finanziellen Rahmen künftiger Bausparer zugeschnitten ist. Nur so lassen sich Abschlussgebühren, Spardauer, Bausparsumme und andere Faktoren mit weiteren Anbietern zuverlässig vergleichen.