Berufsrechtsschutz­versicherung

Wer arbeitet, sichert sich mit der Berufstätigkeit sein Einkommen für den Lebensunterhalt. Doch kommt es zu Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber und es folgt die Kündigung, ist es mit der Sicherheit dahin. Dies muss sich jedoch kein Angestellter gefallen lassen.

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Was möchten Sie über den Berufsrechtsschutz wissen?

Wer sich die Preise und Leistungen der Anbieter von Berufsrechtsschutz lieber selbst genauer ansehen und vergleichen will, kann dies in unserem Online-Vergleichsrechner tun:

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Warum ist ein Berufsrechtsschutz sinnvoll?

Vielen fällt es nicht leicht, vor Gericht für ihre Rechte zu kämpfen. Denn dies ist teuer und bei einem drohenden Jobverlust nicht gerade die einfachste Wahl, selbst wenn ein Sieg im Gerichtssaal wahrscheinlich ist. Der Berufsrechtsschutz schützt Arbeitnehmer vor den hohen Kosten, die durch Rechtsstreitigkeiten mit dem Arbeitgeber entstehen.

Ein Streit um eine ausstehende Gehaltszahlung kann rund 2.000 Euro an Prozesskosten verschlingen. Wer sich für berufliche Belange rechtsschutzversichert, braucht eine gerichtliche Auseinandersetzung im Berufsleben nicht zu scheuen.

Welche Leistungen deckt ein Berufsrechtsschutz ab?

Die wichtigste Leistung einer Rechtsschutzversicherung ist die Übernahme der Kosten für

  • Rechtsanwälte
  • Gerichtskosten
  • Zeugen
  • Gutachten und Sachverständige
  • Mediation als außergerichtliche Einigung

Außerdem gehört die telefonische Erstberatung mit zum typischen Leistungspaket dazu.

Bei einem Berufsrechtsschutz sind nur Streitfälle abgesichert, die im Berufsleben auftreten, etwa Konflikte mit dem Arbeitgeber.

Wann zahlt die Berufs­rechtsschutz­versicherung?Wann zahlt die Berufs­rechtsschutz­versicherung nicht?
Bei Streitig­keiten um eine Kündigung oder eine AbmahnungBei Verhand­lungen zum Aufhebungs­vertrag
Bei Unstimmig­keiten um das Arbeits­zeugnisBei Kündigung wegen rechts­widriger Straftaten
Bei Konflikten zwischen Arbeit­nehmer und Arbeit­geber, etwa Mobbing oder Diskrimi­nierungBei Kündigung aufgrund von Berufs­wechsel
Bei Klagen wegen ausbleibender Lohnzahlung, falsche Gehalts­einstufung oder Betriebs­renteBei Streitigkeit zwischen Selbst­ständigen und Frei­beruflern mit Angestellten
Bei Disziplinar­verfahren gegen Beamte, Notare, Richter oder SoldatenBei Streit­fällen, die nichts mit dem Berufsleben zu tun haben
Bei Konflikten zum Verstoß gegen standes­rechtliche Vorschriften, etwa bei Steuerberatern oder auch Ärzten und Apothekern
Bei Streit­fällen mit Arbeits­agentur, Berufs­genossenschaft sowie Renten­versicherung

Hinweis:

Auch für Selbstständige und Freiberufler lohnt sich ein solcher Rechtsschutz, wenn sie Angestellte beschäftigen. Um auch gegen Streitereien gewappnet zu sein, die sich auf die gewerbliche Tätigkeit und gegen die Firma richten, lohnt sich für sie ein Firmenrechtsschutz als Ergänzung. Diese schützt bei Auseinandersetzungen rund um Verträge, Kaufrecht und ähnliches.

Gibt es einen Unterschied zum Arbeitsrechtsschutz?

Ja, es gibt einen feinen Unterschied. Eine Arbeitsrechtsschutzversicherung greift bei Konflikten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ein Berufsrechtsschutz deckt zusätzlich den Disziplinar- und Standesrechtsschutz ab. Dieser betrifft beispielsweise Klagen um Schweigepflicht oder ähnliches. Diese Bereiche sind für bestimmte Berufsgruppen wichtig, wie Beamte, Soldaten oder Ärzte.

Was kostet ein Berufsrechtsschutz?

Eine Berufsrechtsschutzversicherung ist nicht als einzelne Versicherung erhältlich. Sie ist nur in Kombination mit einer Privatrechtsschutzversicherung zu haben. Die Kosten für das Versicherungspaket sind daher von dieser Basispolice abhängig.

Es gibt noch weitere Faktoren, die die Kosten für den Berufsrechtsschutz bestimmen, etwa:

  • Die Höhe der Versicherungssumme (ab 300.000 Euro bis unbegrenzt)
  • Die Höhe der Selbstbeteiligung (zwischen 150 und 300 Euro oder ohne Eigenanteil)
  • Tarif und Leistungsumfang (Single, Familie, Komfort, Premium)

Über unseren Online-Rechner können sich Interessierte einen ersten Überblick über die Leistungen und die Preise der Versicherungsanbieter verschaffen.

Kostenbeispiel

Ein 43-jähriger Single, der eine Rechtsschutzversicherung sucht, die einen Berufsrechtsschutz abdeckt, muss mit folgendem Kostenrahmen rechnen:

  • Ab monatlich 13,87 Euro
  • Bis monatlich 49,70 Euro

Bei einer jährlichen Zahlungsweise liegen die Versicherungskosten für diese Tarife zwischen rund 140 Euro und 560 Euro.

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Vertrag: Welche Bedingungen sind entscheidend?

Nach Leistungen und Kosten sind die Versicherungsbedingungen ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der passenden Berufsrechtsschutzversicherung. Dazu gehören unter anderem:

  • Versicherungssumme (die Summe, die der Versicherer im Rechtsfall maximal erstattet)
  • Selbstbeteiligung (vereinbarter Eigenanteil an den Kosten des Versicherungsfalls)
  • Wartezeit (Zeitraum, der nach Vertragsabschluss abläuft, ehe der Versicherungsschutz gilt)
  • Freie Wahl des Anwalts

Welche Versicherungssumme ist empfehlenswert?

Ein Rechtsfall beim Arbeitsgericht kann sehr teuer werden. Dabei sind die Prozesskosten immer vom Streitwert abhängig. Bei einer Klage, in der es um die Gehaltszahlung geht, liegt der Streitwert beispielsweise bei drei Bruttomonatsgehältern. Geht der Streit über mehrere Instanzen, steigen die Kosten immens an. Daher sollte die Versicherungssumme nicht zu niedrig gewählt werden.

Für Arbeitnehmer empfehlen Experten eine Versicherungssumme von mindestens 300.000 Euro, für Selbstständige sollte diese Summe höher sein. Einige Anbieter setzen in bestimmten Tarifen keine Erstattungsgrenzen fest. In der Regel handelt es sich dabei um Premiumtarife.

  • Weitere wichtige Kriterien für den Versicherungsvergleich

Prozesse beim Arbeitsgericht kosten immer Geld

Normalerweise läuft die Kostenverteilung an deutschen Gerichten so: Der Verlierer muss alle Kosten bezahlen, auch den Anwalt des Gegner. Die Prozesse im Arbeitsrecht bilden eine Ausnahme. Hier muss jede Streitpartei ihren Anwalt selbst bezahlen – völlig egal, ob sie gewonnen oder verloren hat. Es kostet immer Geld. Daher ist die Erweiterung des privaten Rechtsschutzes um den Baustein Berufsrecht sehr sinnvoll.

Welche Anbieter überzeugen in Testberichten?

Berufsrechtsschutzversicherer stehen sehr selten im Fokus von Tests. Das liegt unter anderem daran, dass der Berufsrechtsschutz nur als Baustein einer Privatrechtsschutzversicherung gilt. Die Tester schauen sich in der Regel das Gesamtpaket an, das die Rechtsschutzversicherer anbieten.

Die Stiftung Warentest hat im April 2022 im Magazin Finanztest den letzten Test zu Rechtsschutzversicherern veröffentlicht. Insgesamt 60 Rechtsschutzpakete bestehend aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz von 29 Versicherern mussten sich bewähren.

Ein sehr gutes Ergebnis erzielte keiner der Tarife, dafür gab es 25 Angebote, die sich mit dem Qualitätsurteil Gut schmücken dürfen. Folgende Anbieter gehören dazu (jeweils mit Tarifname und Gesamtnote):

  • ADAC (Premium): Note 1,9
  • ARAG (Aktiv Premium und Aktiv Premium Flex): Note 1,9
  • Ergo (Best): Note 2,3
  • Roland (Premium): Note 2,3
  • R+V (PBV Comfort + Vorsorge, Familie, Erbe, Urheber): Note 2,4

Tipp:

Testberichte sind eine gute Möglichkeit, um sich einen Überblick über die Angebote zu verschaffen. Wer sich für eine Versicherung interessiert, sollte jedoch daran denken, dass die Testmagazine mit Musterbeispielen arbeiten oder bestimmte Kriterien vorrangig bewerten und andere ausschließen. Der Testsieger muss daher nicht für jeden Versicherungsnehmer die erste Wahl sein. Ein eigener Vergleich lohnt sich, um den Berufsrechtsschutz mit dem persönlich besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

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Was kostet eine Rechtsstreitigkeit im Beruf?

Die Kosten für einen Gerichtsprozess hängen vom Streitwert ab. Bei einem Streit um die Zahlung des Gehalts ergibt sich der Streitwert aus der Höhe des Bruttogehalts. Drei Monatsgehälter entsprechen in einem solchen Fall dem Streitwert.

Beispiel: Eine Angestellte verklagt ihren Arbeitgeber, weil dieser das Gehalt nicht zahlt. Sie verdient monatlich 3.000 Euro. Der Streitwert des Verfahrens vor dem Arbeitsgericht liegt demnach bei 9.000 Euro.

Daraus ergeben sich folgende Kosten für den Rechtsanwalt:

LeistungKosten
Gebühren für den eigenen Anwalt (netto)1.395,00 Euro
Postpauschale (netto)20,00 Euro
19 Prozent Mehrwertsteuer268,85 Euro
Gesamtsumme1683,85 Euro

Quelle: Online-Kostenrechner des Arbeitsgerichts Hamm, NRW

Zu dieser Summe kommen noch Gerichtsgebühren in Höhe von 490 Euro hinzu.

Zusammen sind dies 2.173,85 Euro – allein für die Klage. Dazu können noch Kosten für außergerichtliche Tätigkeiten des Anwalts kommen, etwa das Aufsetzen von Mahnschreiben oder ähnliches.

Mehr als 2.000 Euro ist nicht wenig Geld, vor allem, für eine Person, die gerade Finanznöte hat, weil das Einkommen ausbleibt. Dann ist es gut, wenn ein Berufsrechtsschutz der betroffenen Angestellten den Rücken stärkt.

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