Grundfähigkeitsversicherung

Die Versicherung für körperliche Fähigkeiten.

Was möchten Sie über die Grundfähigkeits­versicherung wissen?

Die Grundfähigkeitsversicherung versichert den Verlust von grundlegenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen oder Autofahren. Sie zahlt eine Rente, wenn der Versicherte eine dieser Fähigkeiten verliert, etwa durch einen Unfall.

Darum ist eine Grundfähigkeits­versicherung sinnvoll

Wer für mehrere Monate nicht mehr in der Lage ist, zu sehen, mit der Hand nach Gegenständen zu greifen oder zu sitzen, erlebt eine starke Einschränkung der Selbstständigkeit im Alltag und der Lebensqualität.

Meist geht damit auch eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit einher und der Verlust von Einkommen.

Die Grundfähigkeitsversicherung (GFV) bietet in dieser Situation einen finanziellen Schutz. Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente aus, wenn der Versicherte elementare Fähigkeiten wie Sehen, Gehen, Treppensteigen, Arm- oder Handbewegungen ausführen, für sechs bis zwölf Monate verliert.

Leistungen: Was bietet die Versicherung und wann zahlt sie?

Die wichtigste Funktion der Grundfähigkeitsversicherung ist die monatliche Zahlung der Rente. Doch auch weitere Leistungen im Vertrag machen eine gute Police aus.

Wichtige Leistungen der Grundfähigkeits­versicherung

LeistungBeschreibung
Monatliche RenteZahlung einer vereinbarten Rente im Leistungs­fall
Nach­versicherungs­garantieMöglichkeit, die Rentensumme nachträglich anzupassen ohne erneute Gesundheits­prüfung
Zusatz­bausteineOption für erweiterten Versicherungs­schutz, der auch berufs­spezifische Fertigkeiten sowie psychische Leistungen umfasst
DynamikVertraglich vereinbarte Erhöhung von Beitrag und Rentenhöhe um Wertverlust durch Inflation auszugleichen
Wechsel­optionWechsel in eine Berufsunfähigkeits­versicherung unter bestimmten Voraus­setzungen

Option: Grundfähigkeitsversicherung für Kinder

Auch Kinder können durch einen Unfall schwere Verletzungen davontragen oder an einer Krankheit leiden, die die Lebensqualität beeinträchtigt. Viele Versicherer bieten Grundfähigkeitsversicherungen für Kinder an. So kann der Nachwuchs im Alter ab etwa zehn Jahren versichert werden.

Kinder haben zwar kein Einkommen, das abgesichert werden muss. Die Versicherungsleistung kann jedoch den Eltern zugute kommen, weil sie für die Pflege ihres Kindes den Job aufgegeben haben.

Steigen die jungen Versicherten ins Berufsleben ein, können sie ohne erneute Gesundheitsprüfung von der Grundfähigkeitsversicherung in den Tarif einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) wechseln.

Welche Grundfähigkeiten werden versichert?

Grundfähigkeiten sind Fähigkeiten, die jeder im Alltag ganz normal nutzt. Dazu gehören Sprechen, Hören, Gehen, Sehen, Sitzen, Knien, Bücken, Heben, Tragen, Schmecken, Riechen sowie der Gebrauch von Armen, Händen und Fingern, Treppensteigen und der Gleichgewichtssinn.

Ergänzend dazu bieten viele Versicherer Komfort-Tarife, die Fertigkeiten wie Autofahren, berufsspezifische Fertigkeiten oder psychische Erkrankungen einschließen.

Beispiele: Wann kann es zu einem Verlust von Grundfähigkeiten kommen?

Wann zahlt die Grundfähigkeitsversicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt die vereinbarte Rente aus, wenn

  • der Versicherte eine der im Vertrag vereinbarten Grundfähigkeiten aufgrund von Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall verliert und
  • dieser Verlust über einen langen Zeitraum oder dauerhaft auftritt und
  • ein medizinischer Befund vorliegt.

Wie lange die Fähigkeit verloren sein muss, ehe der Versicherte eine Leistung beanspruchen kann, regelt Vertrag. Dort nennt die Versicherung den Prognosezeitraum. Bei den meisten Tarifen beträgt dieser sechs Monate.

  • Achtung: Manche Versicherungen zahlen erst, wenn der Betroffene die jeweilige Grundfähigkeit für mindestens zwölf Monate verliert. Die lange Wartezeit ist für Versicherte ein größerer Nachteil. Sie müssten immerhin ein Jahr lang mit der Beeinträchtigung leben, ehe sie eine Leistung beanspruchen können.

Für die meisten Anbieter reicht es für die Leistungsbewilligung aus, wenn der Versicherte nur eine der versicherten Fähigkeiten verliert. Das war nicht immer so. Noch vor einigen Jahren zahlten die meisten Anbieter die Rente erst aus, wenn der Versicherte mehrere Grundfähigkeiten verloren hatte. Vorreiter für diese aus Kundensicht besseren Vertragsbedingungen war der Volkswohl Bund.

Tipp: Interessierte sollten beim Vergleich von mehreren Grundfähigkeitsversicherungen daher unbedingt genau darauf achten, welche Versicherungsbedingungen gelten und wie die Grundfähigkeiten beschrieben werden. Die Beschreibungen, wann ein Versicherungsfall vorliegt, sollten verbraucherfreundlich und klar verständlich formuliert sein.

Was kostet eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Kosten einer GFV werden von mehreren Faktoren bestimmt. Dazu gehören:

Hinzu kommen Dinge wie der Gesundheitszustand oder die Risikoklasse, die von Beruf und der Freizeitgestaltung bestimmt wird. Man denke nur an Hobbys mit hoher Verletzungsgefahr oder Berufe, die körperlich sehr viel Einsatz erfordern. Hierfür berechnen Versicherungsunternehmen einen Risikozuschlag, der den monatlichen Beitrag deutlich erhöht.

Tipp

Weil so viele individuelle Eigenschaften in die Kostenberechnung hineinspielen, lassen sind kaum Kostenbeispiele angeben. Selbst konkrete Zahlen und Preise bieten für Verbraucher nur eine grobe Orientierung. Der beste Weg ist eine persönliche Beratung bei einem Versicherungsexperten. So erhalten Interessierte eine realistische Kosteneinschätzung, die ihre individuellen Voraussetzungen einbezieht.

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Häufig wird die Grundfähigkeitsversicherung als kostengünstige Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung beworben. Oft sind die Kosten für diese Police auch deutlich geringer. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherung eine Leistungen auszahlen muss, nicht so hoch wie bei der BU-Versicherung. Schließlich leistet die Grundfähigkeitsversicherung erst dann, wenn eine Fähigkeit im vertraglich festgelegten Umfang komplett verloren gegangen ist.

Die BU-Versicherung zahlt hingegen, wenn der Versicherte krankheitsbedingt in seinem aktuellen Job nur noch höchstens 50 Prozent leisten kann. Dies kann viel häufiger vorkommen. Daher kostet eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung oft deutlich mehr.

Sind die Beiträge für die Grundfähigkeits­versicherung steuerlich absetzbar?

Ja, grundsätzlich können Versicherte die Beiträge für die Grundfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen. Sie gehören in das Feld „Sonstige Vorsorgeaufwendungen“. Dies ist jedoch nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag möglich. Dieser ist bereits durch die Kosten für Sozialversicherungen wie Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft. Mit steuerlichen Gewinnen können Versicherte daher nicht rechnen.

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Was ist der Unterschied zwischen Grundfähigkeits­versicherung und Berufsunfähigkeits­versicherung?

Grundfähigkeits­versicherungBerufsunfähigkeits­versicherung
Versichert bestimmte elementare Fähigkeiten und Fertigkeiten (Fähigkeits­verlust)Versichert die Arbeitskraft und die berufliche Leistungs­fähigkeit im zuletzt ausgeübten Job (Tätigkeits­verlust)
Zahlt, wenn eine der versicherten Fähig­keiten wie im Vertrag vereinbart über mehrere Monate ununterbrochen verloren gegangen ist, etwa durch Krankheit, Unfall oder KräfteverfallZahlt, wenn der Versicherte zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist und seinen aktuellen Beruf nur in halbem Umfang ausführen kann, etwa wegen Krankheit, Unfall oder plötzlichem Kräfteverfall
Einfache Leistungs­prüfung, weil die Bedingungen im Vertrag genau definiert sindKomplizierte Leistungs­prüfung, denn ob eine 50-prozentige Berufsunfähigkeit vorliegt, muss meist lange geprüft werden
Gezahlt wird eine monatliche RenteGezahlt wird eine monatliche Rente
Keine Beitrags­freiheit bei Berufs­unfähigkeitBeitrags­freiheit, wenn Berufs­unfähigkeit nachgewiesen ist
Gesundheits­prüfung bei Vertrags­abschlussGesundheits­prüfung bei Vertrags­abschluss

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn der Versicherte bestimmte grundlegende Fähigkeiten verliert. Ob er aufgrund dieser Beeinträchtigung berufsunfähig ist oder nicht, spielt keine Rolle. Eine Arbeitskraftabsicherung ist sie daher nicht.

Versicherte, die wegen einer Berufsunfähigkeit ihr Einkommen verlieren, erhalten kein Geld aus der Grundfähigkeitsversicherung. Die Beiträge für die Grundfähigkeitsversicherung müssen sie außerdem weiterbezahlen. Eine Möglichkeit der Beitragsbefreiung gibt es nicht.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei der Grundfähigkeits­versicherung sein?

Die monatliche Rente muss so hoch sein, dass Versicherte davon ihre laufenden Kosten für den Lebensalltag sowie ihre Beiträge zur Altersvorsorge und andere Verbindlichkeiten bezahlen können. Eine Empfehlung ist es, von etwa 75 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens als Richtwert auszugehen. Anhand dieses Betrages lässt sich die Versicherungssumme festlegen.

Für wen ist eine Grundfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Die Grundfähigkeitsversicherung kann ein sinnvoller Schutz für Personen sein, die in Berufen mit hohem Risiko arbeiten, etwa mit hohem Unfall- oder Verletzungsrisiko. Dazu zählen Handwerker und Pflegepersonal. Für sie ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wegen hoher Risikozuschläge mitunter sehr teuer. Oder sie gelten als nicht versicherbar. Gerade Handwerker bezahlen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft sehr viel Geld.

Aber:

Eine Risikoprüfung findet auch bei Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung statt. Versicherungsnehmer müssen Gesundheitsfragen beantworten. Die Abfrage ist einfacher als etwa bei einer klassischen BU-Versicherung. Dennoch gilt auch hier: Sollten Vorerkrankungen oder erhöhte Verletzungsrisiken bestehen, berechnet der Anbieter Risikozuschläge.

Ist die Grundfähigkeitsversicherung eine günstige Alternative zur BU-Versicherung?

Nein, ein gleichwertiger Ersatz für die BU-Versicherung ist die Grundfähigkeitsversicherung nicht. Dazu ist ihr Versicherungsschutz zu stark eingeschränkt. Wer sich nur aufgrund der günstigeren Kosten für diese Police interessiert, sollte diese Entscheidung vor dem verbindlichen Vertragsabschluss gründlich bedenken. Im Gespräch mit einem Versicherungsexperten lassen sich Möglichkeiten erörtern, um die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu senken.

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