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Rentenversicherung – Verlässliche Vorsorge für Jeden

Für den Ruhestand wünschen sich die meisten Menschen zwei Dinge: Gesundheit und finanzielle Unabhängigkeit. Für letzteres stehen ihnen unterschiedliche Formen der privaten Rentenversicherung offen. Im Vergleich zu staatlich geförderten Altersvorsorgevarianten profitieren Sparer hierbei von einer besseren steuerlichen Behandlung der Rente.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2019

Was ist eine private Rentenversicherung?

Mit einer privaten Rentenversicherung, auch Privatrente genannt, stocken Versicherte ihre Leistungen aus der gesetzlichen Rentenkasse auf. Mit Rentenbeginn können sie sich zwischen einer einmaligen Auszahlung oder einer monatlichen Rente entscheiden.

Es gibt verschiedene Formen dieser Altersvorsorge:

  • Die klassische Rentenversicherung bietet eine garantierte Verzinsung und richtet sich an sicherheitsbewusste Personen. Bereits mit Vertragsabschluss wissen sie, mit wie viel Rente sie im Alter auf jeden Fall rechnen können. Wenn der Versicherer gut wirtschaftet, erhalten Versicherte durch eine Überschussbeteiligung eine höhere Verzinsung.
     
  • Die fondsgebundene Rentenversicherung garantiert keine Mindestverzinsung und spricht daher risikobereite Personen an. Die Rentenversicherungen investieren die eingezahlten Beiträge in Fonds, um eine im Vergleich zur Klassik-Variante höhere Rendite zu erzielen.
     
  • Neue Klassik: Je mehr Garantien die Versicherer geben, desto weniger Rendite ist durch begrenzte Anlageoptionen möglich. Bei Rentenversicherungen der sogenannten Neuen Klassik reduzieren die Anbieter ihre Garantien, um eine höhere private Rente in Aussicht zu stellen. Inwiefern sich die bisherigen Garantiezusagen ändern, ist stark vom Anbieter abhängig. Die verschiedenen Tarife lassen sich daher nur sehr schwer miteinander vergleichen.

Tipp: Welche Form der privaten Rentenversicherung sich am ehesten für den Ruhestand eignet, hängt nicht nur von der Risikobereitschaft ab. Auch andere Faktoren wie der finanzielle Spielraum sind entscheidend. Mit einem auf sie zugeschnittenen Angebot finden Interessierte heraus, welche Rentenversicherungen für ihre Bedürfnisse in Frage kommen und ihnen die beste Rente bieten.

Was ist der Unterschied zwischen aufgeschobener Rentenversicherung und Sofortrente?

Bei der privaten Rentenversicherung gibt es zwei Einzahlvarianten. Entscheiden sich Versicherte, mit regelmäßigen Beiträgen Kapital anzusparen, das mit dem Ruhestand ausgezahlt wird, sprechen Experten von einer aufgeschobenen Rentenversicherung.

Entrichten Sparer dagegen einen Einmalbetrag für ihre Altersvorsorge, den sie mit dem Renteneintritt samt Zinsen und Überschüssen in Form einer monatlichen Rente vom Versicherer wiedererhalten, handelt es sich um eine sogenannte Sofortrente.

Ist eine private Rentenversicherung sinnvoll?

Bei ihrer privaten Altersvorsorge haben Interessierte die Wahl zwischen staatlich geförderten Formen wie der Riester-Rente sowie der Rürup-Rente und ungeförderten Varianten. Die private Rentenversicherung kommt zwar ohne Zulagen und Steuervorteilen in der Einzahlungsphase daher, ist dadurch aber nicht weniger sinnvoll.

Der Vorteil der privaten Rentenversicherung liegt in der Besteuerung der Auszahlung. Während die Rente aus der geförderten Altersvorsorge bis 2040 voll versteuert werden muss, ist bei der Privatrente lediglich der Ertragsanteil steuerpflichtig.

Generell gilt: Interessierte sollten so rechtzeitig wie möglich mit den Einzahlungen zu beginnen. Auf diese Weise sparen sie bis zum Rentenalter viel Geld an, woraus sich eine hohe zusätzliche Rente ergibt. Wichtig ist zudem, einen Anbieter zu wählen, der möglichst erfolgreich mit den Beiträgen wirtschaftet und eine hohe Rendite für seine Versicherten erzielt.

Welche Versicherer gut sind, zeigt ein Blick auf aktuelle Testsieger zur privaten Rentenversicherung. Zudem ist es ratsam, sich nicht für das erstbeste Angebot zu entscheiden, sondern mehrere Tarife miteinander zu vergleichen. So finden Verbraucher schnell eine Rentenversicherung, die zu ihren Wünschen an die Ruhestandsabsicherung passt.

Bietet die Rentenversicherung in der Ansparphase Steuervorteile?

Die Beiträge zur privaten Rentenversicherung können in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Allerdings gilt für Versicherungen ein jährlicher Maximalbetrag von 1.900 Euro beziehungsweise 2.800 Euro für Selbstständige und Beamte. Dieser ist oftmals schon durch Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschöpft.

Wie wird die Rentenversicherung in der Auszahlungsphase versteuert?

Versicherte müssen auf die monatlichen Leistungen aus der privaten Rentenversicherung Steuern zahlen. Allerdings wird nicht die gesamte Rente besteuert, sondern nur der sogenannte Ertragsanteil. Dieser ist abhängig vom Renteneintrittsalter. Bei einem Rentenbeginn mit beispielsweise 63 Jahren sind 20 Prozent des Ertragsanteils mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Wer erst mit 67 Jahren in Rente geht, muss nur auf 17 Prozent Steuern zahlen.

Lassen sich Versicherte ihre Rentenversicherung auf einen Schlag auszahlen, gestaltet sich die Besteuerung anders. Bei Verträgen, die 2005 oder später abgeschlossen wurden, müssen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abgeführt werden. Die Steuer halbiert sich allerdings, wenn die private Rentenversicherung eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahre hatte und das Geld nach dem 62. Lebensjahr ausgezahlt wurde.

Dies ist bei den meisten Sparern der Regelfall. Im Vergleich zu den staatlich geförderten Altersvorsorgeformen profitieren sie daher von einer besseren steuerlichen Behandlung während der Auszahlung. Dafür können sie keine größeren Steuervorteile während der Einzahlung geltend machen.

Wie unterschiedlich die Besteuerung bei der Riester-Rente und bei der privaten Rentenversicherung ausfällt, zeigt folgende Tabelle. Ausgangspunkt stellt eine monatliche Rente von 300 Euro dar.

Private Renten­versicherung, versteuert werden müssen: (Alter bei Rentenbeginn) Riester-Rente, versteuert werden müssen: (Jahr des Rentenbeginns)
54 Euro (66 Jahre) 240 Euro (2020)
51 Euro (67 Jahre) 255 Euro (2025)
48 Euro (68 Jahre) 270 Euro (2030)

Können Versicherte ihre Rentenversicherung kündigen?

Die private Rentenversicherung kann gekündigt werden. Vor allem in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss droht dabei jedoch der Verlust der eingezahlten Sparbeträge, da zunächst Gebühren und Verwaltungskosten abbezahlt werden.

Sinnvoller ist es oftmals, mit der Versicherungsgesellschaft eine Stilllegung des Vertrags zu vereinbaren. In diesem Fall werden keine weiteren Beiträge in die Altersvorsorge gezahlt. Das bisher angesparte Kapital wird jedoch weiterhin verzinst und zum Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt.

Wer sich dennoch für eine Kündigung der Rentenversicherung entscheidet, kann dies frühestens nach Ablauf des ersten Versicherungsjahres tun. Welche Kündigungsfrist gilt, ist abhängig vom Versicherungsvertrag. Meist beläuft sich die Frist auf einen bis drei Monate zum Jahresende. Bei einer monatlichen Zahlweise ist unter Umständen auch eine Kündigung der Altersvorsorge innerhalb des Kalenderjahres möglich.

Was bedeuten Rentengarantiezeit und Beitragsrückgewähr?

Vereinbart der Versicherte eine Beitragsrückgewähr und verstirbt in der Ansparphase, erhalten Hinterbliebene das bis dahin eingezahlte Kapital samt Überschüssen.

Die Rentengarantiezeit gilt dagegen für die Auszahlungsphase. Verstirbt der Rentner in dem festgelegten Zeitraum, meist zehn Jahre nach Beginn der Kapitalauszahlung, erhalten Angehörige die Leistungen bis zum Ablauf der Garantiezeit ausgezahlt.

Beide Optionen gehen mit zusätzlichen Kosten einher und mindern die Rendite. Interessierte sollten daher im Vorfeld mit einem Versicherungsfachmann durchrechnen, ob sich die zusätzlichen Leistungen lohnen.

Welche Rentenversicherung ist die beste?

In den vergangenen Jahren haben die Versicherungsunternehmen immer neue Tarifvarianten auf den Markt gebracht. Neben klassischen und fondsgebundenen Varianten haben Interessierte inzwischen die Auswahl zwischen diversen Mischformen. Diese Vielfalt ist zwar erfreulich, erschwert jedoch den Vergleich der Rentenversicherungen erheblich.

Um daher eine private Rentenversicherung zu finden, die bestmöglich zu den persönlichen Wünschen an die Altersvorsorge passt, empfiehlt es sich, auf ein zugeschnittenes Angebot wert zu legen. Haben Interessierte erst einmal eine Reihe von individuell sinnvollen Tarifen zur Auswahl, lassen sich diese hinsichtlich Rendite, Kosten und weiterer Leistungen miteinander vergleichen.