Rechtsschutzversicherung

Nie mehr Anwaltskosten fürchten müssen.

  • Umfassenden Schutz bei Rechtsstreitigkeiten sichern
  • Versicherung zahlt auch bei Scheitern vor Gericht
  • Anbieter unterscheiden sich preislich deutlich

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Familien

Zuletzt aktualisiert: November 2019

Rechtsschutz­versicherung: Wichtiger Schutz in allen Lebenslagen

Im Leben gibt es Momente, in denen ein Rechtsanwalt viel Zeit und Ärger einspart. Ob Streitigkeiten mit dem Vermieter über die Miete, Probleme mit dem Chef wegen einer Abmahnung oder Diskussionen mit dem Finanzamt – mit einem Anwalt an der Seite ist das Leben oftmals leichter. Doch ein guter Rechtsbeistand hat seinen Preis. Eine Rechtsschutzversicherung bietet finanzielle Unterstützung im Streitfall.

 

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Immer gut zu wissen

Varianten der Rechtsschutz­versicherung

Wer schon einmal einen Anwalt gebraucht hat, weiß um die hohen Ausgaben für den Juristen. Ein einziges Beratungsgespräch kostet bereits bis zu 226 Euro. Je nach Streitwert, Umfang der Rechtsanwalts­leistungen sowie etwaigen Gerichtskosten summieren sich die Kosten eines Rechtsstreits schnell auf mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro.

Für sein Recht mit juristischen Mitteln zu kämpfen, ist daher in der Regel teuer. Eine gute Rechtsschutz­versicherung bewahrt Versicherte jedoch vor den hohen Gerichts- und Anwaltskosten. Zumeist zahlt sich der Jahresbeitrag schon beim ersten Gespräch mit dem Anwalt aus.

Den Rechtsschutz vereinbaren Versicherte individuell nach dem Baukastenprinzip für verschiedene Lebensbereiche:

 

Eine Frau hält einem Mädchen die Hand

Achtung:

Der Arbeitsrechtsschutz lässt sich nur in Kombination mit dem Privatrechtsschutz vereinbaren. Gleiches gilt in der Regel für den Mietrechtsschutz. Einen gesonderten Rechtsschutz stellt die sogenannte Firmenrechts­schutz­versicherung für Unternehmer und Existenzgründer dar.

Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Bereichen laut Advocard Streitaltas 2019 sich am häufigsten gestritten wird:

  • Privat- & Strafrecht - 38%
  • Straßenverkehr - 26%
  • Arbeit - 13%
  • Wohnen und Miete - 11%
  • Behörden & Finanzen - 7%

Diverse Bereiche sind mit Rechtsschutz­versicherung versichert

In jedem vereinbarten Lebensbereich leistet die Rechtsschutz­versicherung für entsprechende Fälle. Haben Versicherte beispielsweise Probleme mit der Kfz-Steuer, ist dafür der Verkehrs­rechtsschutz zuständig. Bei der Einkommensteuer ist dagegen der Privatrechtsschutz notwendig, betont die Stiftung Warentest.

Folgende Fälle sind je nach Tarif ebenfalls über den privaten Rechtsschutz abgedeckt:

 

Schadens­ersatz wie Schmerzens­geld einklagen

Wegen nicht anerkannter Werbungs­kosten gegen Finanzamt vorgehen

Nicht geleistete, jedoch vorab versprochene Leistungen einer Pauschal­reise einfordern

Generell bietet eine Rechtsschutzversicherung Leistungen im Verwaltungsrecht (Ärger mit Behörden), Sozialrecht (Streit um Sozialversicherungs­leistungen), Steuerrecht (Probleme mit dem Finanzamt) und Vertrags- und Sachenrecht (Streitigkeiten um Verträge). Darüber hinaus gibt es rund um den Rechtsschutz einiges zu beachten, wie die folgenden Tipps zeigen:

  • Tipp 1
    Einen passiven Rechtsschutz genießen Verbraucher mit einer privaten Haftpflicht­versicherung. Denn hier prüft die Versicherung zunächst, ob die an den Versicherten gerichteten Ansprüche gerechtfertigt sind und wehrt diese gegebenenfalls ab.Auch ein Kfz-Schutzbrief, ein Automobilclub oder ein Mieterverein kann einen Versicherungs­schutz bieten, der dem der Rechtsschutz­versicherung nahekommt. Ratsam ist es daher, entsprechende Mitglied­schaften zu prüfen, um eine Überversicherung zu vermeiden.
  • Tipp 2
    Um Interessenskonflikte beim Rechtsstreit mit einem Versicherungs­unternehmen zu vermeiden, ist es ratsam, einen Anbieter zu wählen, bei dem noch kein Vertrag besteht.
  • Tipp 3
    Verschiedene Tests zur Rechtsschutz­versicherung zeigen nicht nur, dass sich die Anbieter teils stark in ihren Leistungen unterscheiden. Auch preislich gibt es große Abweichungen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, mehrere Tarife hinsichtlich Preis und Leistung miteinander zu vergleichen. So finden Interessierte schnell und unkompliziert den persönlich besten Rechtsschutz.

Welche Leistungen bietet die Rechtsschutz­versicherung?

Eine Rechtsschutz­versicherung kommt nicht nur für Anwaltskosten auf. Ihre Leistungen umfassen auch

  • Gerichtskosten,
  • Zeugengelder und
  • gerichtliche Sachverständigen­honorare.

Die Versicherung springt ebenfalls ein, wenn der Versicherte vor Gericht verliert und die Kosten der Gegenseite übernehmen muss. Eine Ausnahme stellen arbeitsrechtliche Streitigkeiten dar. Unabhängig vom Prozessausgang zahlt jede Partei beziehungsweise Rechtsschutz­versicherung in der ersten Instanz den eigenen Anwalt selbst.

Zu den häufigsten Streitfällen im Bereich Privates zählen laut aktuellem Advocard Streitatlas:
  • Scheidung/Trennung - 31%
  • Erbe - 25%
  • Urlaubs-/Reisemangel - 16%

Die Leistungen greifen nicht nur für den Versicherungsnehmer. Im Familientarif sind mit der Versicherung weitere Familien­mitglieder versichert. Dazu gehören neben dem Ehe- oder Lebenspartner auch Kinder, solange sie minderjährig sind oder sich in einer Ausbildung befinden und ledig sind.

Zu den häufigsten Streitfällen im Bereich Arbeit zählen:
  • Vergütung - 32%
  • Ordentliche Kündigung - 17%
  • Arbeitszeugnis - 12%

Rechtzeitig für Rechtsschutz­versicherung entscheiden

Eine Rechtsschutz­versicherung dient der Vorsorge. Daher sind in der Regel keine Streitigkeiten abgedeckt, die vor Versicherungs­­abschluss und vor Ablauf von Wartezeiten begonnen haben. Interessierte sollten sich daher so früh wie möglich für die Versicherung entscheiden.

Aktuelles zur Rechtschutz­versicherung

Was kostet eine Rechtsschutz­versicherung?

Bei der Rechtsschutz­­versicherung hängen die Kosten stark von den gewünschten Leistungen ab. Sollen alle Lebensbereiche abgesichert sein, gibt es günstigen Rechtsschutz bereits für rund 200 Euro im Jahr, wie der Vergleichsrechner zur Rechtsschutz­­versicherung zeigt. Die Angebote sehen allerdings eine Selbstbeteiligung von bis zu 400 Euro pro Fall vor. Möchten sich Versicherungs­­nehmer nicht an den entstandenen Anwaltskosten beteiligen, steigt der Jahresbeitrag auf bis zu 500 Euro und mehr.

Generell unterscheiden sich die Anbieter hinsichtlich ihrer Preise stark, wie der aktueller Test von der Stiftung Warentest zeigt (Finanztest-Ausgabe 06/2019). Die Verbraucher­­organisation hat mehr als 50 Rechtsschutzpakete (Privat-, Beruf- und Verkehrsrechtsschutz) geprüft. 14 Rechtsschutz­versicherungen überzeugen mit einer guten Bewertung, darunter

  • Rechtsschutz Union,
  • Allrecht,
  • Roland,
  • Advocard und
  • D.A.S.

Der Jahresbeitrag der empfohlenen Anbieter schwankt bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro zwischen günstigen 244 Euro und teuren 613 Euro pro Jahr.

Die folgenden beiden Beispiele zeigen, welche Kosten für anwaltliche Leistungen (außergerichtliche Vertretung) zusammenkommen:

Weitere aktuelle Testsieger zur Rechtsschutz­versicherung

Auch die Wirtschaftswoche hat in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Morgen und Morgen verschiedene Rechtsschutz­versicherungen im Herbst 2019 auf den Prüfstand gestellt (Ausgabe 09/2019). Dabei haben die Experten die Tarife für zwei Musterfälle überprüft:

51-jähriger verheirateter Mann mit zwei Kindern und eigenem Haus (Bausteine Privat, Beruf und Verkehr)

28-jähriger angestellter Single mit einer Eigentums­wohnung (Bausteine Privat und Wohnen)

Für die Bewertung der Angebote spielte einerseits die Beitragshöhe eine wichtige Rolle, andererseits die Leistungen der Tarife. Diese wurden anhand von verschiedenen Faktoren analysiert:

  • Selbstbeteiligung
  • Individualität der Policen
  • Leistungsumfang

Dem Test zufolge schneiden für beide Musterkunden mehrere Tarife mit einem sehr guten Gesamturteil ab. Jeweils fünf Anbieter punkten dabei mit ihrem Preis-Leistungs-Mix:

Top-Tarife für Singles Top-Tarife für Familien
Auxilia – Tarif „Rechts­schutz SB fest (Familie)“ Advocard – Tarif „360 Grad“
Advocard – „Privat-Einzel (Single)“ ARAG – „Aktiv Rechts­schutz Premium Flex“
ARAG – „Aktiv-Rechts­schutz Komfort“ Itzehoer – „comfort erweiterte Leistung“
Roland – „Rechts­schutz 1 Mio., Tarif SK“ D.A.S. – „Premium Rechts­schutz“
Allrecht – „RS unbegrenzt, Tarif SK“ WGV – „Optimal unbegrenzt“

Die Kosten der genannten Top-Tarife schwanken für Singles zwischen rund 139 Euro und 182 Euro im Jahr. Für den verheirateten Musterkunden mit einer Familie liegt der Beitrag dagegen mit rund 350 Euro bis 493 Euro jährlich deutlich höher, allerdings sind dabei auch mehrere Personen abgesichert. Angesichts des Preisunterschieds zwischen den verschiedenen Angeboten, empfiehlt sich ein individueller Tarifvergleich, um für den wichtigen Schutz nicht unnötig viel Geld zu zahlen.

Tipp:

Nähere Informationen zu diesem Vergleich und zu weiteren aktuellen Testsiegern finden Interessierte auf der Themenseite Rechtsschutzversicherung Test.

Wichtige Klauseln und Zusatzleistungen beim Rechtsschutz

Neben den Standardleistungen bieten viele Versicherer zusätzlichen Service. Sinnvoll ist beispielsweise eine kostenlose telefonische Rechtsberatung. Über sie können sich Kunden schnell und unkompliziert eine juristische Ersteinschätzung zu ihren Rechtsfragen einholen. Ohne Rechtsschutz kann die Rechtsberatung bis zu 190 Euro zuzüglich weiterer Ausgaben kosten.

Es sind zudem bestimmte Versicherungsbedingungen zu berücksichtigen. Dazu zählen:

Übrigens:

Ebenfalls empfehlenswert ist ein Vorsorge-Rechtsschutz. Mit diesem deckt die Rechtsschutzversicherung Kosten ab, die entstehen, wenn Versicherte eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung oder eine Patientenverfügung aufsetzen beziehungsweise ein Testament erstellen.

Nicht jeder Streit landet gleich vor Gericht. Manche Menschen sind bestrebt, den Konflikt lieber außergerichtlich zu klären. Das spart meist Zeit, ist für alle Parteien angenehmer und kostet oftmals weniger Geld als ein gerichtliches Verfahren. Entsprechend sollte die Rechtsschutzversicherung auch Mediation abdecken.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Rechtsschutz­versicherung

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Rechtsschutz­versicherung zusammengestellt:

Individuellen Versicherungs­schutz finden

Eine gute Rechtsschutz­versicherung sollte preislich und in Bezug auf die Leistungen zu den eigenen Wünschen passen. Nicht jeder Interessierte braucht beispielsweise einen Verkehrsrechtsschutz, Rentner sind wiederum nicht auf einen Berufsrechtsschutz angewiesen. Die Testsieger, die von Stiftung Warentest und Co. regelmäßig anhand von Modellkunden ermittelt werden, stellen daher nur eine erste Orientierung dar.

Welche Versicherer den persönlich besten Rechtsschutz bieten, zeigt dagegen ein unverbindlicher Tarifvergleich. Mit einem guten Vergleichsrechner lassen sich unkompliziert viele Tarife kostenlos gegenüberstellen und hinsichtlich verschiedener Kriterien filtern.