Riester-Rente

Mit staat­licher Förderung fürs Alter vorsorgen.

  • Mit jährlichen Zulagen Rentenlücke schließen
  • Auf Stoperfallen wie hohe Vertragskosten achten
  • Jetzt passenden Versicherer finden

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bis 29-Jährige

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30- bis 39-Jährige

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40- bis 49-Jährige

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50- bis 59-Jährige

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ab 60-Jährige

Zuletzt aktualisiert: Januar 2022

Riester-Rente: Sinnvolle Altersvorsorge oder finanzieller Reinfall?

Bei der Riester-Rente unterstützt der Staat Versicherte durch jährliche Zulagen und Steuervorteile. Damit die Riester-Rente die eigene gesetzliche Rente perfekt ergänzt, ist  vor allem der Blick auf die Kosten wichtig.

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Immer gut zu wissen – Inhalt dieser Seite

Was ist eine Riester-Rente?

Mit der Riester-Rente kombinieren Sparer ihre private Altersvorsorge mit staatlichen Zulagen. Um diese in vollem Umfang zu erhalten, müssen sie vier Prozent ihres Bruttojahres­einkommens in ihren Riester-Vertrag einzahlen (maximal jedoch nicht mehr als 2.100 Euro). Die erhaltene Förderung wird dabei berücksichtigt (siehe Beispielrechnung). Wichtig für Gering­verdiener: Pro Jahr müssen sie mindestens 60 Euro einzahlen.

Versicherte erhalten eine jährliche Grundzulage sowie eine Kinderzulage für jedes kindergeld­berechtigte Kind. Zusätzlich sind Steuer­vorteile möglich.

Mit Rentenbeginn profitieren Riester-Sparer nicht nur von einer lebenslangen Rente. Sie können sich auch 30 Prozent ihrer Ersparnisse auf einen Schlag auszahlen lassen.

Übersicht der Riester-Rente Zulagen
  • 2002/03 - 38 €
  • 2004/05 - 76 €
  • 2006/07 - 114 €
  • 2008/17 - 154 €
  • seit 2018 - 175 €

Tipp:

Neben der Riester-Rente gibt es weitere Vorsorge­formen, um die Rente um ein paar hundert Euro aufzustocken. Welche private Altersvorsorge ideal zu den eigenen Wünschen passt, finden Interessierte mit einem unverbindlichen und kostenlosen Angebot heraus.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Riester-Rente?

Die staatlichen Zulagen und Steuervorteile sind zwei Argumente für die Riester-Rente. Daneben bietet diese Form der Altersvorsorge weitere Vorteile. Allerdings ist es auch wichtig, sich mit möglichen Nachteilen zu beschäftigen, um Über­raschungen zu vermeiden.

  • Vorteile der Riester-Rente
  • Nachteile der Riester-Rente

Tipp:

Verstirbt der Versicherungs­nehmer nach Rentenbeginn, verfällt die Rente in der Regel. Hat er jedoch eine Renten­garantiezeit vereinbart, fließt die Riester-Rente bis zum Ablauf des vereinbarten Zeitraumes an die Hinterbliebenen.

Aktuelles zur Riester-Rente

Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

Die Riester-Rente richtet sich an jeden, der Beiträge an die gesetzliche Renten­versicherung zahlt, also sozialversicherungs­pflichtig angestellt oder freiwillig versichert ist. Jeder Beschäftigte erhält:

Aufgrund der Kinderzulagen lohnt es sich insbesondere für Familien mit mehreren Kindern und für Allein­erziehende, mit der Riester-Rente vorzusorgen.

Die Riester-Rente hat darüber hinaus Steuer­vorteile zu bieten. Die private Altersvorsorge ist daher auch für Gutverdiener sinnvoll. Während die Zulagen direkt in den Vertrag fließen, gibt es die Steuer­rückzahlungen im Hier und Jetzt. Pro Jahr sind bis zu 2.100 Euro beim Finanzamt absetzbar.

Tipp:

Wer die Steuer­erstattung vom Finanzamt als Sonderzahlung für seine Altersvorsorge nutzt, baut nicht nur seine private Rente aus. Er profitiert bei der nächsten Steuer­erklärung erneut von den steuerlichen Vorzügen der Riester-Rente.

Beispiel­rechnung:

Welcher Beitrag ist für die volle Zulage der Riester-Rente notwendig?

30-jähriger Allein­stehender35-jährige Mutter von zwei Kindern
Brutto­einkommen/Jahr40.000 Euro30.000 Euro
Davon vier Prozent1.600 Euro1.200 Euro
Abzüglich der Zulageminus 175 Euro > 1.425 Euro Jahres­beitragminus 775 Euro > 425 Euro Jahres­beitrag
Monat­licher Beitrag118,75 Euro35,42 Euro

Gerade Personen mit Kindern müssen nur wenig in die Riester-Rente investieren, um die volle Förderung zu erhalten. Doch auch ohne Kinderzulagen ist die private Altersvorsorge durch den Steuervorzug eine attraktive Vorsorgeoption.

Welche Kosten entstehen bei der Riester-Rente?

Je nach Anbieter schwanken die Kosten der Riester-Rente stark, wie eine Untersuchung des Verbraucher­zentrale Bundesverbands zeigt. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren betragen die Effektiv­kosten beim günstigsten der 18 geprüften Versicherer 0,56 Prozent. Im Vergleich dazu setzt der teuerste 3,10 Prozent an.

Die unterschiedlichen Tarife zur Riester-Rente und deren Gebühren können Verbraucher mit dem sogenannten Produkt­informations­blatt vergleichen. Aus diesem gehen die Effektiv­kosten der Altersvorsorge hervor. Je höher diese sind, desto mehr drücken sie die Rendite des Vertrags. Zu den Kosten zählen etwa Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungs­gebühren sowie Fondsgebühren.

Wer ist zulagen­berechtigt?

Nicht jeder hat das Recht auf die Riester-Förderung. Diese steht nur bestimmten Personengruppen zu. Dazu zählen unter anderem:

 

Wer nicht unmittelbar zulagenberechtigt ist, sollte prüfen, ob er trotzdem eine Riester-Förderung erhält. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Ehepartner Anspruch auf die Grundzulage hat. Lebenspartner eines Förder­berechtigten können dann einen eigenständigen, förderfähigen Riester-Vertrag abschließen.

Wer mehr Geld zum Sparen für das Alter hat, sollte prüfen, ob einen Mix aus geförderten Vorsorgeprodukten wie Riester-, Rürup-Rente oder betrieblicher Altersvorsorge mit der privaten Rente sinnvoll ist. Zum Beispiel jeden Monat mit 70 Euro riestern und 30 Euro in eine private Rentenversicherung anlegen.

  • Christian Bulik

    Christian Bulik

    Versicherungsfachmann (IHK) für die private Altersvorsorge

Zulagen müssen beantragt werden

Die Zulagen müssen jährlich beantragt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit eines Dauerzulagen­antrags. Mit diesem verpflichten Riester-Sparer ihren Anbieter dazu, jährlich den Antrag bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen zu stellen.

Welche Formen der Riester-Rente gibt es?

Bei der Riester-Rente haben Interessierte die Wahl zwischen verschiedenen Varianten. Zudem lässt sie sich als Bank- oder Fondssparplan realisieren oder in Kombination mit der betrieblichen Altersvorsorge.

Wichtige Änderungen zum Jahreswechsel 2022

Zum 1. Januar 2022 ist der Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent gesunken. Die Versicherer bieten daher nur noch einen sehr niedrigen Garantiezins, der die Inflation bei Weitem nicht ausgleicht. Für eine rentable Altersvorsorge sollten Interessierte daher Vorsorgeangebote mit Fondsbeteiligung prüfen.

Wann wird die Riester-Rente ausgezahlt und wie wird sie besteuert?

Die Auszahlung der Riester-Rente beginnt in der Regel zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr. Für ab 2012 abgeschlossene Verträge müssen Versicherte mindestens ihren 62. Geburtstag gefeiert haben. Bei einer früheren Auszahlung sind die Zulagen und Steuer­erstattungen zurückzuzahlen.

Die Auszahlungen unterliegen der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass sie wie die gesetzliche Rente versteuert werden. Wie hoch die Steuerlast ist, hängt vom persönlichen Steuersatz ab.

Tipp:

Unterschreitet die monatliche Rente 32,90 Euro (West) beziehungsweise 31,15 Euro, können sich Versicherte ihr Kapital förder­unschädlich auf einen Schlag auszahlen lassen (Stand 2022). Seit 2018 haben sie zudem die Wahl, ob sie die sogenannte Kleinst­betragsrente mit Beginn der Auszahlungsphase oder zum 1. Januar des folgenden Jahres erhalten. Die zweite Option kann steuerlich günstiger sein. Daher lohnt es sich, die Auszahlungsmöglichkeiten zu vergleichen.

Wie sicher ist die Riester-Rente bei Arbeits­losigkeit?

Wer arbeitslos wird, muss erst die eigenen Ersparnisse aufbrauchen, bevor er Anspruch auf staatliche Unterstützung hat. Die Riester-Rente wird in die Berechnungen zum Arbeits­losengeld II allerdings nicht einbezogen.

Riester-Rente im Vergleich beim Handelsblatt

Aufgrund der unterschiedlichen Formen der Riester-Rente wird sie eher selten von Testinstanzen untersucht. Da es zudem immer weniger klassische Angebote gibt, rücken immer häufiger fondsgebundene Tarife in den Fokus. So auch bei der Untersuchung des Handelsblatts zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg im Juli 2021.

Bei fondsgebundenen Riester-Renten können Sparer frei entscheiden, wie stark sich diese am Aktienmarkt beteiligt. Zudem bietet ihnen der Markt Indexpolicen an, bei dem nur die Überschüsse, die die Versicherer erwirtschaften, in Fonds fließen. Demgegenüber stehen hybride Tarife, bei denen ein Teil des Beitrags sicher, der andere renditeorientiert angelegt wird. In welche Fonds können Versicherte bei Bedarf selbst entscheiden. All diese Formen wurden im Test analysiert.

Generell ist die Auswahl an fondsgebundenen Riester-Renten größer als bei den indexorientierten. Das Handelsblatt hat 26 Angebote vergleichen lassen. Dabei bewertete Franke und Bornberg die Finanzstärke des Anbieters sowie die Rentenhöhe und das Produktrating.

Fünf Versicherer erreichen mit acht Tarife erreichen eine sehr gute Bewertung:

  • Allianz mit „RiesterRente KomfortDynamik Tarif ARF1U.GD“, „RiesterRente InvestFlex Tarif ARF1U.GD“ und „IndexSelect ARIIU1“
  • HanseMerkur mit „Riester Care invest Tarif RA“
  • LV 1871 mit „Perfomer RieStar FRRV“
  • Die Bayerische mit „plusrente Rente mit Garantielaufzeit“ und „Riester-Rente Zukunft mit Garantielaufzeit“
  • Continentale mit „RiesterRente Invest Garant Tarif RRIG“

Bis auf LV 1871 zählten diese Riester-Renten auch schon 2o20 zu den Top-Tarifen. Sie bieten eine garantierte monatliche Rente zwischen 209 und 223 Euro. Dafür hat der Musterkunde 35 Jahre lang 160 Euro im Monat eingezahlt.

Zum Vergleich: Fondsgebundene Riester-Renten mit einer weniger guten Bewertung garantieren gerade einmal 180 Euro.

Achtung:

Auch wenn der Riester-Rente Test eindeutig ausfällt, ist es ratsam, sich nicht ausschließlich auf ein einziges Rating zu verlassen. Interessierte sollten sich stattdessen unverbindlich zur staatlich geförderten Altersvorsorge beraten lassen, um zu entscheiden, welcher Versicherer fair und leistungsstark zu den individuellen Wünschen passt.

Welche Riester-Rente ist nun empfehlenswert?

Unterschiedliche Tests zur Riester-Rente zeigen zwar, welche Versicherungs­unternehmen empfehlenswert sind. Diese Untersuchungen werden jedoch meist anhand starrer Kriterien durchgeführt. Individuelle Wünsche an die staatlich geförderte Altersvorsorge lassen sich so nicht abbilden.

Welche Riester-Rente vorzugsweise zum Interessenten passt, erfährt dieser nur, wenn er sich individuell beraten lässt. Der Riester-Experte ermittelt dann nicht nur anhand der aktuellen Lebenslage, der beruflichen Perspektive und der Familienplanung die geeignete Riester-Form, sondern findet dazu auch einen Top-Tarif.

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