Riester-Rente Auszahlung

Ernten, was jahrzehntelang gesät wurde.

  • Riester-Rente als Teil- & monatliche Rente erhalten
  • Besteuerung der Rente bei Vertragsabschluss beachten
  • Achtung: Garantiezins fällt 2022 – Jetzt noch Top-Konditionen sichern

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Zuletzt aktualisiert: Januar 2021

Riester-Rente Auszahlung: Eine von drei Optionen clever nutzen

Der Gesetzgeber sieht für die Riester-Rente die Auszahlung als zusätzliche monatliche Rente vor. Sparer können sich daher nur einen Teil ihres Vertrags auf einmal auszahlen lassen. Den Rest erhalten sie in Form der Monatsrente. Wer auf eine komplette Einmalzahlung besteht, muss in den meisten Fällen mit hohen Abzügen rechnen.

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Wichtige Änderungen zum Jahreswechsel

Zum 1. Januar 2022 sinkt der Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent. Die Versicherer können dann nur noch einen sehr niedrigen Garantiezins anbieten. Neukunden müssen so einen höheren Beitrag für die gleichen garantierten Rentenleistungen zahlen.

Tipp:

Interessierte, die ohnehin über den Abschluss einer Riester-Rente nachdenken, sollten besser noch 2021 handeln, um sich die besseren Zinskonditionen für die gesamte Vertragslaufzeit zu sichern.

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Immer gut zu wissen – Inhaltsverzeichnis

Welche Auszahlungsoptionen gibt es bei der Riester-Rente?

In der Regel kommt die Riester-Rente zur Auszahlung, wenn Sparer ihre Regelaltersgrenze erreichen, also in Rente gehen. Das genaue Auszahlungsdatum haben sie bei Vertragsabschluss festgelegt und können es daher im Vertrag nachschlagen.

Generell gilt:

Die früheste Auszahlung ist ab dem 62. Lebensjahr möglich. Für Riester-Renten, die bis Ende 2011 vereinbart wurden, gilt das 60. Lebensjahr.

Versicherte haben drei Optionen, wie sie sich ihre Riester-Rente auszahlen lassen. Ob alle für sie infrage kommen, hängt von der Art der Riester-Rente und der Rentenhöhe ab.

  • Teilauszahlung: Riester-Sparer können sich 30 Prozent ihres Guthabens auf einen Schlag als Einmalzahlung auszahlen lassen. Den Rest erhalten sie als monatliche Rente bis zum Lebensende. Die Rentenhöhe ist im Vergleich zur zweiten Variante kleiner, da nach der Teilauszahlung weniger Geld zur Verfügung steht.
  • Monatliche Rente: Das Riester-Guthaben wird gemäß dem im Vertrag vereinbarten Rentenfaktor ausgezahlt. Der Faktor gibt an, wie viel Monatsrente es pro angesparte 10.000 Euro gibt.
  • Komplettauszahlung: Diese Möglichkeit steht Personen nur offen, wenn sie entweder mit einem Wohn-Riester vorsorgen oder ihre zu erwartende Riester-Rente sehr klein ausfällt. In allen anderen Fällen wird die Komplettauszahlung als förderschädliche Verwendung gewertet. Diese führt dazu, dass sich das Riester-Guthaben deutlich verringert. Denn Sparer müssen alle erhaltenden Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Tipp:

Interessierte sollten sich bereits zwei bis drei Jahre vor dem Auszahlungsbeginn mit dem Thema beschäftigen. So haben sie genug Zeit, alle Optionen zu durchdenken und einen geeigneten Weg zu wählen.

Besonderheiten beachten

Während die Auszahlung bei einer klassischen Riester-Rente über eine Rentenversicherung erfolgt, haben Personen mit einem Riester-Bank- und Riester-Fondsparplan die Wahl. Sie können auch zunächst einen Auszahlplan wählen und erst ab 85 Jahren schließt der Versicherer eine Rentenversicherung für die Auszahlung der Monatsrente ab.

Was lohnt sich mehr – monatliche Rente oder Teilauszahlung?

Welche Form der Auszahlung individuell passend ist, ist von Person zu Person unterschiedlich. Allerdings führt die Besteuerung der Riester-Rente in der Auszahlphase dazu, dass sich der Riester-Vertrag mit Teilauszahlung schneller rechnet. Das zeigt zumindest eine Untersuchung der Stiftung Warentest.

Die Verbraucherorganisation hat dazu für zwei Musterkunden geprüft, wie schnell sich der Vertrag ins Plus dreht – also die Auszahlungen ihre Einzahlungen übersteigen.

Die Stiftung Warentest geht für den ersten Fall aus, dass die monatliche Rente bei 107 Euro liegt. Durch die Einkommensteuer rechnet sich der Vertrag nach rund 18 Jahren. Im zweiten Fall liegt die Monatsrente bei 52 Euro. Da der Musterkunde nicht steuerpflichtig ist, gibt es keine Abzüge, sodass sich der Vertrag nach etwa 17 Jahren ins Plus dreht.

Bei der Teilauszahlung bekommt der erste Modellkunde 11.590 Euro ausgezahlt, die monatliche Rente liegt dann bei 74,83 Euro. Mit der Auszahlung hat er bereits einen großen Teil seiner Einzahlung zurückerhalten. Um den Rest zu erhalten, dauert es rund 13 weitere Jahre. Gleiches gilt für den zweiten Modellkunden.

Wechsel des Anbieters für die Auszahlphase

Ist der Rentenfaktor zu niedrig beziehungsweise die Auszahlsumme zu gering, können sich Sparer theoretisch einen neuen Versicherer für die Auszahlphase suchen. Praktisch gibt es allerdings so gut wie keine Anbieter für Riester-Wechsler.

Vorzeitige Auszahlung der Riester-Rente: Was passiert mit den staatlichen Förderungen?

Die Riester-Rente ist als lebenslange Rente vorgesehen. Wenn dies nicht erfolgt, etwa wenn sich Sparer das gesamte Kapital oder dieses vor Renteneintritt auszahlen lassen, entspricht das einer schädlichen Verwendung.

Versicherte müssen dann alle Förderungen zurückzahlen, die sie im Laufe der Vertragsdauer an Zulagen und Steuerrückzahlungen erhalten haben. Der Versicherer holt sich dabei die entsprechenden Informationen ein und zieht die Beträge vom Riester-Guthaben ab.

Was das bedeutet, zeigt wiederum ein Beispiel der Stiftung Warentest:

Höhe des Riester-Kapitals
  • Mit Abzug - 23.645 Euro
  • Ohne Abzug - 35.640 Euro

Wichtig:

Verzichten Personen auf die Riester-Förderung, fällt eine andere Besteuerung an. Riester-Rentenversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind bei einer Laufzeit von mindestens zwölf Jahren beispielsweise komplett steuerfrei. Wer mit dem Gedanken einer vorzeitigen Auszahlung spielt, sollte sich daher im Vorfeld mit den steuerlichen Aspekten beschäftigen.

Was ist die Altersvorsorge-Zulage der Riester-Rente?

Die Grundzulage der Riester-Rente beträgt 175 Euro jährlich. Für jedes kindergeldberechtigte Kind zahlt der Staat 300 Euro, außer es wurde vor 2008 geboren. Dann sind es 185 Euro. Für die vollen Riester-Zulagen müssen Sparer vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen.

Aktuelles zur Riester-Rente

Wie hoch ist die Riester-Auszahlung?

Wie hoch am Ende die Auszahlung der Riester-Rente ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zudem entscheidet der Anlageerfolg des Versicherers, mit welcher Summe Versicherte rechnen können. Versicherte bekommen mindestens ihre eingezahlten Beiträge plus Zulagen ausgezahlt.

Die Höhe der Riester-Auszahlung erfahren sie spätestens drei Monate vor Auszahlungsbeginn vom Anbieter. Sie können diese Information allerdings auch schon früher einfordern.

Eine Modellrechnung der Bundesregierung gibt eine grobe Orientierung über die monatliche Auszahlungssumme. Diese wird jährlich für den Rentenversicherungsbericht erstellt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Förderung voll ausgeschöpft wurde. Zudem setzen die Analysten eine Verzinsung an, die im Niedrigzinsumfeld vergleichsweise hoch ist (Stand: Rentenversicherungsbericht 2020).

  • Rentenbeginn 2020 - Rentenhöhe 111 Euro
  • 2021 - 121 Euro
  • 2025 - 171 Euro
  • 2030 - 252 Euro
  • 2034 - 325 Euro

Die Riester-Rentenhöhe steigt dabei, je später Personen in Rente gehen. Das liegt daran, dass die Ansparphase dadurch zunimmt. Wer zum Beispiel 2002 einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, spart bei einem Renteneintritt 2025 bestenfalls 23 Jahre lang. 2034 sind es dagegen 32 Jahre.

Wie steht es um die Sozialabgaben?

Anders als bei der betrieblichen Altersvorsorge gehen von der Riester-Rente keine Pflege- und Krankenversicherungs­beiträge ab. Lediglich die Einkommensteuer kann die Höhe der Auszahlung schmälern.

Wie wird die Riester-Auszahlung besteuert?

Die Riester-Rente unterliegt, wie die gesetzliche Rente, der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass Verbraucher während der Ansparphase keine Steuern auf ihre Beiträge zahlen müssen. So können Riester-Sparer jährlich 2.100 Euro steuerlich absetzen. Im Gegenzug muss die Auszahlung versteuert werden.

Ab 2040 gilt dies für den kompletten Betrag. Bis dahin steigt der Anteil jeweils um ein Prozent. Wer sich seine Riester-Rente beispielsweise 2021 auszahlen lässt, zahlt auf 81 Prozent davon Steuern.

Wie hoch die Einkommensteuer genau ist, hängt vom Steuersatz ab, der wiederum von der Einkommenshöhe abhängig ist. Liegt das gesamte Jahreseinkommen nach Abzug aller Freibeträge bei 9.744 Euro brutto oder weniger, fallen keine Steuern an (Stand 2021 für Einzelpersonen; Ehepaare: 19.488 Euro).

Tipp:

Durch eine Teilauszahlung erhöht sich das Einkommen des Versicherten im Steuerjahr erheblich, sodass ein wesentlich höherer Steuersatz fällig wird. Gleiches gilt bei der Kleinbetragsrente. Es ist daher sinnvoll, den Auszahlungsbeginn ins neue Steuerjahr zu verschieben, in dem es kein Einkommen mehr aus dem Erwerbsleben gibt.

Wie hoch die Grenzbelastung 2021 ist, zeigt sich anhand der Einkommenstabelle (Berechnung mithilfe des Einkommensteuer-Rechners vom Bundesfinanzministerium):

Zu versteuerndes Einkommen Steuersatz
20.000 Euro 26,16 Prozent
25.000 Euro 28,25 Prozent
30.000 Euro 30,33 Prozent
35.000 Euro 32,42 Prozent
40.000 Euro 34,51 Prozent

Sonderfall Kleinbetragsrente

Lassen Sparer ihre Riester-Rente komplett auszahlen, da die geringe monatliche Höhe dies zulässt, kommt die sogenannte Fünftelregelung zum Tragen. Sie führt zu einer besseren steuerlichen Betrachtung der Auszahlung.

Wie wird die Auszahlung der Riester-Rente bei der Grundsicherung bewertet?

Haben Riester-Sparer im Alter nicht genug Einkommen, etwa aus der gesetzlichen und privaten Rente, besteht ein Anspruch auf die Grundsicherung im Alter. Bei der Berechnung der Sozialleistung wird – vereinfacht ausgedrückt – geschaut,

  • wie viel Einkommen vorliegt und
  • wie hoch der Bedarf bestehend aus dem Grundbedarf und den Mietkosten ist.

Ist der Bedarf höher, stockt das Amt die Rente auf.

Bis 2018 wurde die gesamte private Rente bei der Einkommensberechnung berücksichtigt. Das bedeutet, es machte für Empfänger keinen Unterschied, ob sie während ihres Erwerbslebens Geld in ihre Riester-Rente investiert hatten oder nicht. Dies förderte nicht gerade die Motivation als Geringverdiener, für das Alter vorzusorgen.

Seit 2018 lohnt sich die private Altersvorsorge wieder mehr. Denn nun bleiben mindestens 100 Euro der monatlichen Auszahlung außen vor. Sie werden also zusätzlich zur Grundsicherung ausgezahlt. Jeder Euro, der über dieser Grenze liegt, zählt zu 30 Prozent zum Freibetrag.

Beispiel:

Bei einer Riester-Renten-Auszahlung von 200 Euro setzt sich der Freibetrag aus 100 Euro plus 30 Euro (200 Euro – 100 Euro = 100 Euro, davon 30 Prozent sind 30 Euro) zusammen. 130 Euro behält der Sparer demnach, 70 Euro zählen zum Einkommen.

Der Riester-Renten-Freibetrag ist auf maximal 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1 gedeckelt. 2021 entspricht dies 223 Euro.

Riester-Rente: Wie verläuft die Auszahlung im Todesfall?

Verstirbt der Versicherte in der Auszahlphase, verfällt das Riester-Kapital, sofern keine Hinterbliebenenabsicherung vereinbart wurde. Hierfür sind zwei Optionen denkbar:

  • Rentengarantiezeit: Beträgt diese beispielsweise zehn Jahre, wird die Riester-Rente auf jeden Fall bis zum Ende dieses Zeitraumes ausgezahlt – bei Tod des Versicherten an die von ihm zuvor angegebene begünstigte Person, in der Regel der Ehepartner.
  • Restkapitalabfindung: Hinterbliebene bekommen hierbei das Guthabenkapital ausgezahlt, das nach Abzug aller bis dato ausgezahlten Renten noch übrig ist. Ist das Kapital bereits aufgebraucht, erhalten sie nichts.

Beide Optionen führen zu höheren Kosten bei der Riester-Rente, die wiederum die Rendite mindern.

Ist die Auszahlung der Riester-Rente im Ausland möglich?

Nicht wenige Ruheständler träumen davon, ihren Lebensabend im Ausland zu verbringen. Sofern sie sich dabei im EU-Ausland oder in Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes niederlassen, müssen sie keine Einschränkungen bei der Auszahlung ihrer Riester-Rente befürchten.

Verschlägt es Rentner weiter weg, werden bei der Auszahlung die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile abgezogen.