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Lebensversicherung: Risikoabsicherung und Vermögensaufbau

Mit einer Lebensversicherung sichern Sparer nicht nur ihre Familie finanziell ab, sondern sorgen auch für das Alter vor. Da die Zinserträge jedoch stark gesunken sind, sollten Interessierte prüfen, ob sich die Lebensversicherung als reine Altersvorsorge für sie lohnt. Alternativ gibt es mit der Risikolebensversicherung einen günstigen Hinterbliebenenschutz.

Zuletzt aktualisiert: April 2019

Welche Formen der Lebensversicherung gibt es?

Lebensversicherungen lassen sich in die Risikolebensversicherung und die kapitalbildende Lebensversicherung unterteilen. Während erstere ausschließlich dem finanziellen Schutz der Familie beziehungsweise von Geschäftspartnern dient, leistet zweitgenannte zusätzlich einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge.

  • Risikolebensversicherung: Sie ist ein reiner Hinterbliebenenschutz. Die Risikolebensversicherung garantiert den Begünstigten – in der Regel dem Partner oder den Kindern – eine vorab vereinbarte Versicherungssumme, falls der Versicherungsnehmer stirbt. Da der Anbieter ausschließlich im Todesfall leistet, sind die Beiträge vergleichsweise niedrig.
  • Kapitallebensversicherung: Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung gibt es ebenfalls einen Hinterbliebenenschutz in Form einer Versicherungssumme. Darüber hinaus wird ein Teil des Beitrags zum Kapitalaufbau genutzt. Am Ende der Laufzeit erhält der Versicherungsnehmer den Sparanteil plus Zinsen ausgezahlt.
 

Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Darlehens

Finanzinstitute verlangen bei der Kreditvergabe oftmals eine Risikolebensversicherung als Absicherung. Bei manchen Versicherern können Kunden dabei sinkende Beiträge vereinbaren, da sich die Versicherungssumme im Laufe der Zeit durch die Kreditrückzahlung reduziert.

Für wen eignet sich eine Lebensversicherung?

Je nach Familien- und Berufsstand sowie der zukünftige Entwicklung kommen unterschiedliche Lebensversicherungen infrage:

Junge Familie: Für sie eignet sich eine Risikolebensversicherung. Denn stirbt der Hauptverdiener unerwartet, ist ihre Existenz durch den Verlust des regelmäßigen Einkommens besonders gefährdet. Hier stellt die Versicherungssumme ein wichtiges Sicherheitsnetz dar.

Selbstständige: Selbstständige zahlen oftmals nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dadurch müssen sie privat für das Alter vorsorgen. Mit der Kapitallebensversicherung verbinden sie den Schutz ihrer Familie mit der finanziellen Vorsorge für den Lebensabend.

Arbeitnehmer: Die Kapitallebensversicherung stellt für Arbeitnehmer eine Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung dar. Wenn Angehörige jedoch nicht finanziell abgesichert werden müssen, empfehlen sich andere Formen der privaten Altersvorsorge.

Tipp: Für die Ruhestandsabsicherung gibt es viele Möglichkeiten. Welche Strategie dabei am besten zu den persönlichen Anforderungen und zum finanziellen Spielraum passt, erfahren Interessierte mit einem unverbindlichen Angebot zur Altersvorsorge.

Wie berechnet sich der Beitrag der Lebensversicherung?

Sowohl bei der Risiko- als auch bei der Kapitallebensversicherung ist der Beitrag abhängig von verschiedenen Faktoren wie:

  • Alter bei Vertragsabschluss
  • Laufzeit (insbesondere bei der Risikolebensversicherung)
  • Gesundheitszustand
  • Versicherungssumme

Sind Versicherte beispielsweise Raucher, zahlen sie einen deutlich höheren Beitrag als Nichtraucher. Auch die Hobbys können die Kosten der Versicherung beeinflussen.

Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf die Lebensversicherung

Bei einer klassischen Kapitallebensversicherung zahlen Versicherte in der Regel einen monatlichen Beitrag. Dabei garantiert der Versicherer eine bestimmte Verzinsung. Diese darf höchstens dem gesetzlich geregelten Höchstrechnungszinssatz entsprechen und wird auch als Garantiezins bezeichnet.

Zusätzlich zur garantierten Verzinsung beteiligt der Anbieter Versicherte an Überschüssen, wodurch sich die Rendite erhöht. Die Überschussbeteiligungen sind jedoch nicht garantiert und hängen vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherungsunternehmens ab.

Durch die Lage an den Finanzmärkten wurde der Garantiezins in den letzten Jahren immer wieder gesenkt. Seit 2017 liegt er bei 0,9 Prozent. Da die Versicherungsanbieter das Geld ihrer Kunden bei der klassischen Variante nur sehr sicher anlegen dürfen, sind außerdem die durchschnittlichen Überschüsse gesunken. Daher hat die klassische Lebensversicherung deutlich an Attraktivität verloren. Einige Versicherungsgesellschaften bieten sie inzwischen gar nicht mehr an.

Alternativ können sich Interessierte, die dennoch die finanzielle Absicherung der Liebsten und ihre Altersvorsorge kombinieren wollen, für eine fondsgebundene Lebensversicherung entscheiden. Diese bietet höhere Renditechancen, ist aber auch mit einem höheren Verlustrisiko verbunden.

 

Bezugsrecht beachten

Das Bezugsrecht regelt, wer die vertraglich vereinbarten Leistungen der Lebensversicherung erhalten soll. Hierbei gibt es jedoch einige Stolperfallen.

Können Sparer ihre Lebensversicherung kündigen?

Eine Lebensversicherung lässt sich wie jede andere Versicherung kündigen. Damit erlöschen jedoch jegliche Ansprüche im Todes- oder Erlebensfall. Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung haben die Versicherten ein Recht darauf, dass der Versicherer die Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag „zurückkauft“.

Die Höhe des Rückkaufwerts hängt mit den bisher gezahlten Beiträgen sowie mit sonstigen Gebühren wie Abschluss- und Verwaltungskosten zusammen. Ist die Lebensversicherung erst vor wenigen Jahren abgeschlossen worden, minimieren letztere die Auszahlung erheblich.

Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?

Wer zeitweise keine Beiträge in die Lebensversicherung zahlen kann oder will, muss diese nicht sofort kündigen. Oftmals lässt sich mit dem Anbieter

  • eine Stundung der Beiträge,
  • eine Beitragsfreistellung oder
  • eine Zahlung aus den Überschüssen vereinbaren.

Versicherte sollten allerdings bedenken, dass dadurch meist auch der Versicherungsschutz in dieser Zeit ruht.

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Wie wird die Lebensversicherung ausgezahlt?

Die Lebensversicherung wird am Ende der Laufzeit in Form einer Einmalzahlung ausgezahlt. Viele Versicherer bieten dann eine Umwandlung der Versicherung in eine Sofortrente an. Diese Option empfiehlt sich, wenn Versicherte eher Wert auf regelmäßige Rentenzahlungen anstatt auf eine einmalige, größere Geldsumme legen.

Wie wird die Auszahlung der Lebensversicherung versteuert?

Während der Einzahlphase lassen sich die Beiträge nicht steuerlich absetzen. Bei der Auszahlung im Erlebensfall müssen die Leistungen aus einer Lebensversicherung jedoch versteuert werden. Wie genau die Besteuerung erfolgt, hängt davon ab, ob die Lebensversicherung eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren gehabt hat und die Auszahlung nach dem 62. Lebensjahr erfolgt.

Ist dies der Fall, wird die Hälfte des Kapitalertrags mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Falls nicht, fällt die volle Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf den gesamten Kapitalertrag an. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen der eingezahlten Beitragssumme und der erhaltenen Auszahlung. Hinzu kommen gegebenenfalls Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag.

Achtung: In der Regel führt die Versicherung die Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt ab – und zwar in Höhe von 25 Prozent, unabhängig davon, ob der volle oder nur der halbe Ertrag steuerpflichtig ist. Die zu viel gezahlten Steuern holen sich Sparer über die Steuererklärung mit der Anlage KAP zurück.

Das vereinfachte Beispiel zeigt, wie Erträge der Lebensversicherung versteuert werden.

  Bedingung Laufzeit und Alter erfüllt Nicht erfüllt
Sparanteil 20.000 Euro 20.000 Euro
Auszahlung 25.000 Euro 25.000 Euro
Zu versteuernder Anteil 2.500 Euro 5.000 Euro
Steuersatz 20 Prozent 25 Prozent
Steuern 500 Euro 1.250 Euro

Welche ist die passende Lebensversicherung?

Das Angebot an Lebensversicherungen ist vielfältig. Interessierte können sich daher anhand verschiedener Testsieger zur Lebensversicherung einen ersten Überblick über die Angebote verschaffen. Um zu entscheiden, welche Lebensversicherung die richtige ist, reicht diese Orientierung allerdings nicht aus. Denn sie basiert meist auf einen starren Musterkunden.

Sinnvoll ist dagegen ein persönliches Angebot, das den finanziellen Rahmen sowie individuelle Merkmale wie das Alter und die gesundheitliche Verfassung berücksichtigt. Stehen dann mehrere Versicherer zur Auswahl, können Interessierte gezielt vergleichen, welcher Anbieter das meiste aus den eingezahlten Beiträgen macht.

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