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Gebäudeversicherung

Absichern vor Schäden an Haus und Grundstück
Gebäudeversicherung
  • Schutz bei Wasser-, Feuer- und Unwetter-Schäden
  • Versicherung des Hauses und der Nebengebäude
  • Schutz vor Elementarschäden mitdenken
  • Hohe Preisunterschiede – Individuellen Vergleich nutzen

Gebäudeversicherung: Was genau wird abgesichert?

Wird das eigene Haus stark beschädigt, erspart eine Gebäudeversicherung dem Eigentümer den finanziellen Ruin. Die Versicherung zahlt nicht nur, wenn das Wohngebäude durch Brand, Leitungswasser, Sturm und andere Ursachen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie schützt auch fest mit dem Haus verankerte Teile und weitere Gebäude auf dem Grundstück.

Wer braucht eine Wohngebäudeversicherung?

Auf eine Gebäudeversicherung, auch Hausversicherung oder Wohngebäudeversicherung genannt, sollte kein Hauseigentümer verzichten. Denn kommt es zu schweren Schäden am Haus, sind diese ohne Versicherung in der Regel mit hohen wirtschaftlichen Einbußen verbunden. Haben Hausbesitzer nicht das Geld für notwendige Reparaturen, drohen sie im schlimmsten Fall sogar ihre finanzielle Absicherung für das Alter zu verlieren, das ihr Haus darstellen sollte. Eine Gebäudeversicherung ist daher „für Immobilienbesitzer empfehlenswert“, sagt auch die Verbraucherzentrale Hamburg.

Im Jahr 2015 hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mehr als 2,6 Millionen gemeldete Schäden registriert. Der Großteil ging auf Leitungswasserschäden zurück. Am teuersten sind allerdings Verwüstungen durch Naturgewalten wie Hochwasser. Den Schutz vor solchen Elementarschäden müssen Hausbesitzer normalerweise extra vereinbaren. 

Gefahren fürs Haus Anzahl gemeldeter Schäden Ausgezahlte Leistungen
Feuer 230.000 980 Millionen Euro
Leitungswasser 1.110.000 2,34 Milliarden Euro
Sturm und Hagel 1.200.000 1,24 Milliarden Euro
Elementarschäden 20.000 70 Millionen Euro

Leistungen einer Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung kommt für die finanziellen Folgen im Zuge eines versicherten Schadens am Haus oder an anderen, auf dem Grundstück stehende Objekte auf. Im Versicherungsschutz ist somit zum Beispiel eine Gartenlaube, eine Garage oder ein Geräteschuppen enthalten. Üblicherweise deckt die Gebäudeversicherung folgende Schäden ab:

  • Feuer durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion
  • Überspannung
  • Stürme mit einer Windstärke von mindestens 8, beziehungsweise 62 km/h
  • Hagel
  • Leitungswasser (bei bestimmungswidrigem Austreten)
  • Wasserschaden, entstanden durch Frost- und andere Bruchschäden

Auch Gegenstände wie Heizungen, Einbauküche und Antennen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, werden in der Regel durch eine Gebäudeversicherung geschützt. Dennoch sollten Interessierte zu Versicherungsbeginn klären, welche Objekte mitversichert sind. Insbesondere Gebäude, die nicht direkt zur Immobilie gehören, müssen unter Umständen gesondert versichert werden, wie ein Gartenhaus in einer Kleingartensiedlung.

Bewegliche Gegenstände im Haus, etwa Möbel, Kleidung, Computer und andere Elektrogeräte, sind nicht durch die Gebäudeversicherung abgedeckt. Sollen auch diese bei Schäden wie Leitungswasser und Feuer geschützt sein, ist eine zusätzliche Hausratversicherung empfehlenswert.

Erfahren Sie hier mehr zum Leistungsumfang einer Gebäudeversicherung.

Gebäudeversicherung - Leistungen

 

Welche Kosten fallen für eine Gebäudeversicherung an?

Pauschal lassen sich die Kosten für eine Wohngebäudeversicherung nicht beziffern. Denn zu viele Risikofaktoren haben Einfluss auf die Beitragshöhe. Einerseits ist beispielsweise die Bauweise des Hauses relevant, andererseits die Art der Dachung. Ebenfalls wichtig ist der Standort des Eigenheims, dessen Nutzung sowie seine Ausstattung. Die Prämie hängt zudem davon ab, welchen Wert das Gebäude hat. Dieser wird mit dem sogenannten Wert 1914 berechnet.

Wie stark die Unterschiede durch kleine Abweichungen beim Haus ausfallen, zeigt beispielsweise Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation hat für ihren letzten Gebäudeversicherung Test zwei Modellhäuser herangezogen: einen Neubau und eine Bestandsimmobilie. Schon allein hier variieren die Kosten bei den empfehlenswerten Anbietern von 124 Euro bis 238 Euro pro Jahr in Potsdam. Stünden die Häuser im teureren Düsseldorf, liegt die Spanne zwischen 233 Euro und 386 Euro jährlich. 

Interessierte, die wissen möchte, was die Gebäudeversicherung für ihr Haus kostet, greifen daher am besten auf einen individuellen Tarifvergleich zurück. Durch die Abfrage verschiedener Kriterien lassen sich so optimale Anbieter finden. 

Was bedeuten Wert 1914 und gleitender Neuwert?

Die Versicherungssumme einer Wohngebäudeversicherung bestimmt, wie viel Geld Versicherte bei einem Schaden maximal erhalten. Je höher der auch als Deckungssumme bekannte Betrag ist, desto umfangreicher ist die Entschädigung. Um die Versicherungssumme zu ermitteln, nutzen die Versicherungsunternehmen den sogenannten „Wert 1914“. Dieser besagt, welchen Wert das Haus im Jahr 1914 gehabt hätte.

Damit Kunden im Schadensfall immer so viel Geld bekommen, um das Haus so herzurichten, wie es vor dem Schaden war, wird der Wert 1914 mit dem Baupreisindex multipliziert. Dieser wird jährlich angepasst. Welchen Neuwert ein Haus 2016 zehn Jahre nach dessen Bau hat und wie hoch die Versicherungssumme entsprechend sein sollte, zeigt die folgende Beispielrechnung:

Wert des Hauses beim Bau 2006 250.000 Euro
Baupreisindex 2006 1.073,5
Wert 1914 (Neubauwert x 100 geteilt durch Index) 23.288,31 Goldmark
Preisindex 2016 1.330,7
Gebäudewert 2016 (Wert 1914 x Index geteilt durch 100) 309.897,54 Euro

Da Häuser meist mehrere Jahrzehnte stehen, wird der Versicherungsumfang der Gebäudeversicherung ständig angepasst. Das passiert mit einem sogenannten gleitenden Neuwertfaktor. Damit werden die Beiträge regelmäßig hinsichtlich der Wertsteigerung des Hauses angeglichen. Die Entschädigungssumme entspricht dabei nicht nur den aktuellen Kosten für das Material. Auch die gegenwärtigen Löhne der Bauarbeiter werden berücksichtigt.

Wichtigen Schutz gegen Elementarschäden nicht vergessen

Gebäudeversicherung - Elementarschäden
Gebäudeversicherungen mit
Elementarschadenschutz zahlen auch
bei Hochwasser.

Neben der Absicherung der Basisrisiken Feuer, Wasser, Sturm und Hagel sollten Hausbesitzer auch Schäden durch Naturgewalten abdecken. Dies ist aus mindestens zwei Gründen sinnvoll. Einerseits gibt es in Deutschland immer mehr heftige Stürme mit Starkregen und Hochwasser. Andererseits sind die dadurch verursachten Schäden in der Regel immens. Ohne eine zusätzliche Elementarschadenversicherung bleiben Hauseigentümer jedoch auf den verursachten Kosten sitzen. 

Der Abschluss einer Elementarversicherung ist gerade in gefährdeten Gebieten, zum Beispiel an Flüssen oder in schneereichen Regionen, ratsam. Allerdings ereignet sich ein Großteil der Schäden in Gebieten außerhalb sogenannter Risikozonen. Entsprechend wichtig ist der Schutz für jedes Haus.

Die Elementarschadenversicherung bietet in Verbindung mit der Gebäudeversicherung eine umfassende finanzielle Absicherung vor so gut wie allen möglichen Gefahrenquellen rund um das Eigenheim. Die Zusatzversicherung für Elementarschäden kann nur in Kombination mit einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden.

 

Stolperfalle: Gesetzliche Sicherheitsregelungen beachten

Gerade in Bundesländern mit Rauchmelderpflicht sollten Sie unbedingt darauf achten, die kleinen Lebensretter an den vorgeschrieben Stellen im Eigenheim zu installieren. Bei fehlenden Rauchmeldern droht der Verlust Ihres Versicherungsschutzes.

Gebäudeversicherung steuerlich absetzen

Von der Steuer können in der Regel die Kosten teilweise abgesetzt werden, die dem Schutz oder der Vorsorge der eigenen Person dienen. Solche Ausgaben wie Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung werden steuerlich berücksichtigt. Der Schutz der eigenen Immobilie zählt allerdings nicht zu den absetzbaren Kosten, wenn die Besitzer im Haus leben. Die Wohngebäudeversicherung kann nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie eine vermietete Immobilie absichert. In diesem Fall gelten die Einkünfte über die Miete vor Steuer als Vorsorge und können somit als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden. 

Vermieter haben zwei Möglichkeiten, sich das Geld für ihre Gebäudeversicherung zurückzuholen. Entweder sie legen die Ausgaben für die Versicherung auf die Mietkosten um oder sie setzen sie von der Steuer ab. 

Wohngebäudeversicherung bei Eigentümerwechsel

Wechselt der Eigentümer eines Gebäudes, muss die Wohngebäudeversicherung sofort informiert werden. Denn die Rechte und Pflichten aus der Versicherung gehen automatisch auf den neuen Besitzer über. Dieser kann den Vertrag übernehmen oder ihn innerhalb eines Monats kündigen und zu einem anderen Versicherer wechseln. Letzteres bietet sich bei einem neuen Eigentümer meist an. Denn dann können sich Kunden gegebenenfalls günstigere Angebote mit verbesserten Konditionen sichern. Wird das Haus inklusive Versicherung jedoch vererbt, besteht kein Recht auf Kündigung.

Achtung: Auch der Versicherer kann die Wohngebäudeversicherung bei einem Eigentümerwechsel kündigen. Dann endet der Vertrag einen Monat nach Erhalt des Kündigungsschreibens. Die Kündigung vonseiten des Anbieters sollten Kunden allerdings vermeiden, da es sonst zu Schwierigkeiten kommen kann, eine neue Gebäudeversicherung zu finden.

 

Stolperfalle: Welche Versicherungen sind in der Bauphase wichtig?

Wenn Sie als Bauherr ein Wohngebäude neu errichten oder umbauen, müssen Sie beachten, dass Sie mehr als eine Gebäudeversicherung brauchen. Um vollständig versichert zu sein, ist vor allem eine Bauherrenhaftpflicht wichtig. Sie erstattet alle Schäden, die vom Bau oder Baugrundstück ausgehen.

Gebäudeversicherung: Bei Leerstand muss Versicherung informiert werden

Die Gebäudeversicherung muss über Leerstand, Bauarbeiten oder andere Veränderungen am Eigenheim informiert werden. Anderenfalls besteht unter Umständen kein Versicherungsschutz. Denn alle Umbaumaßnahmen oder der Leerstand des Hauses – auch wenn nur vorübergehend – zählen für die Versicherung als gefahrenerhöhende Umstände. Der Versicherer muss darüber hinaus in Kenntnis gesetzt werden, wenn einzelne Zimmer im Haus umfunktioniert werden – also wenn ein Arbeitszimmer beispielsweise zum Kinderzimmer wird oder ein Teil beziehungsweise die ganze Immobilie als Gewerbe genutzt werden soll. 

Nach dem Umbau des Hauses kann die Versicherung teurer werden. Denn fast jede Baumaßnahme erhöht den Wert der Immobilie. Wird die Gesellschaft nicht informiert, kann sie im Schadenfall die Leistungen verweigern oder nur teilweise erstatten, weil eine sogenannte Unterversicherung besteht. 

Welche Gebäudeversicherung ist die richtige?

Bei der Wahl der richtigen Versicherung dienen Tests bekannter Verbraucherschutzorganisationen als ideale Entscheidungshilfe. Denn mittlerweile gibt es dutzende Anbieter und hunderte Tarife. Ein Blick auf die Tests kann allerdings einen genauen Vergleich der Versicherungen nicht ersetzen, schon allein aufgrund der verschiedenen Faktoren, die für die Beitragsberechnung wichtig sind.

Da zwischen den günstigsten und den teuersten Versicherungen mehrere hundert Euro liegen können und sich die Leistungen der Versicherungen unterscheiden, ist es ratsam, einen individuellen Vergleich verschiedener Wohngebäudeversicherungen durchzuführen. Unser kostenloser Tarifvergleich bietet eine einfache Möglichkeit, ein passendes Angebot zur Absicherung der eigenen vier Wände zu finden.

Elementarschäden Infografik: Gefahr durch Hochwasser

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