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Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine gute Alternative zur privaten Berufsunfähigkeits­versicherung?

Was möchten Sie über die betriebliche Berufsunfähigkeits­versicherung wissen?

Über den Arbeitgeber können Angestellte nicht nur eine betriebliche Altersversorgung (bAV) vereinbaren, sondern auch ihre finanzielle Absicherung bei Berufsunfähigkeit regeln. Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung hat einige Vorzüge, aber auch gewichtige Nachteile.

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Warum ist eine betriebliche Berufsunfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Die betriebliche Berufsunfähigkeits­versicherung hat Vorteile und Nachteile, mit denen sich Interessierte unbedingt beschäftigen müssen. Auf Leistungsebene ist die betriebliche BU genauso stark wie die private Berufsunfähigkeitsversicherung, preislich kann sie sogar günstiger sein.

Aber: Wirklich sinnvoll ist die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung nur für Personen, die ihren Arbeitgeber nicht wechseln werden. Allen anderen ist die private Absicherung zu empfehlen.

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Welche Leistungen bietet die betriebliche Berufsunfähigkeits­versicherung?

Egal ob Versicherte ihre Berufsunfähigkeitsversicherung privat oder über ihren Arbeitgeber abschließen, die Leistungen sind identisch. Das bedeutet, bei Vertragsabschluss legen sie fest, wie hoch die Rente sein soll, die ihnen bei Berufsunfähigkeit ausgezahlt wird. Sobald Arbeitnehmer zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind – also aufgrund von Problemen mit ihrer Gesundheit nur noch halb so viel wie bisher leisten können – haben sie Anspruch auf die Leistungen ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung.

In der Regel sollte die Berufsunfähigkeitsrente bei 70 Prozent bis 80 Prozent des Nettoeinkommens liegen. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen der bAV ist es jedoch ratsam, die Rente höher anzusetzen. Denn die Auszahlung wird später voll versteuert. Mehr dazu erfahren Interessierte hier.

Ein guter Vertrag bietet unter anderem die folgende Leistungen:

LeistungBeschreibung
Nachversicherungs­garantieAnpassung der Rentenhöhe
Prognose­zeitraum von sechs MonatenArzt attestiert Berufs­unfähigkeit für voraus­sichtlich mindestens sechs Monate
DynamikRentenhöhe steigt regelmäßig, um Verluste durch Inflation auszugleichen
Rückwirkende LeistungenLeistungen werden auch gezahlt, wenn Berufs­unfähigkeit verspätet festgestellt oder dem Versicherer verspätet gemeldet wird
Verzicht auf die abstrakte VerweisungOhne Verzicht darf Versicherung Versicherte auf einen gleichwertigen Beruf verweisen, in dem sie weiterarbeiten könnten

 

Was kostet eine betriebliche Berufsunfähigkeits­versicherung?

Mit dem Begriff betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung (bBU) können zwei Varianten gemeint sein:

Beide Varianten sind bestenfalls günstiger als eine privat abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung: entweder weil Versicherte über einen Gruppenvertrag mit günstigeren Konditionen sparen (Option 1) oder weil sie den Beitrag aus ihrem Bruttoeinkommen zahlen und sich der Chef an den Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung beteiligt (Option 2).

Bleiben wir bei Variante 2. Denn in der Regel wird unter einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung der Berufsunfähigkeitsschutzes im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung verstanden.

Die Kosten für den Schutz hängen von verschiedenen Faktoren ab:

Alter

Gewünschte Rentenhöhe

Laufzeit

Beruf und Hobbys

Auch der Gesundheitszustand hat normalerweise Auswirkungen auf die Versicherungskosten. Lässt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung allerdings ohne Gesundheitsfragen abschließen – wie bei der bBU möglich –, entfällt dieser Kostenfaktor. Mehr dazu im Abschnitt Vorteile.

Tipp:

Wer bereits ein Angebot zur betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung vorliegen hat, sollte dieses mit Tarifen zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichen – und dabei möglichst die Expertise eines Fachmannes hinzuziehen. So finden Interessierte ihren passenden Berufsunfähigkeitsschutz.

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Über Entgeltumwandlung bei den BU-Kosten sparen

Der Arbeitgeber kann die Kosten für den Berufsunfähigkeitsschutz mittragen – voll oder auch nur zum Teil. Angestellte zahlen den restlichen Betrag nach Abzug des arbeitgeberfinanzierten Anteils über die sogenannte Entgeltumwandlung aus ihrem Bruttoeinkommen. Dadurch sparen nicht nur sie Sozialversicherungsbeiträge ein, sondern auch der Chef. Diese Ersparnis muss der Arbeitgeber in Form eines Zuschusses an seine Beschäftigten weitergeben.

Das bedeutet: Sobald Entgelt umgewandelt wird, muss der Betrieb 15 Prozent des Arbeitnehmerbeitrags dazugeben. Bei beispielsweise 100 Euro sind dies 15 Euro.

Generell dürfen Angestellte im Jahr 2022 pro Monat 584 Euro steuerfrei und 282 Euro sozialabgabenfrei einzahlen, wenn die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung über eine Direktversicherung abgeschlossen wird. Da in der Regel keine Steuern gezahlt werden, können die Kosten auch nicht in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Durch die gesparten Sozialabgaben zahlen Versicherte zwar diese 100 Euro in ihren Vertrag ein, das Minus bei ihrem Nettoeinkommen ist aber deutlich geringer. Daher ist die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zur privaten Absicherung bei gleichen Konditionen günstiger.

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft die Ersparnis bei den Sozialabgaben über die Entgeltumwandlung:

Gehalt ohne UmwandlungGehalt mit Umwandlung
Bruttogehalt3.000 Euro3.000 Euro
Entgelt­umwandlung (Aufwand für BU brutto)0 Euro100 Euro
Abgaben­pflichtiges brutto386,25 Euro361,91 Euro
Abzüglich Steuern284,35 Euro274,78 Euro
Abzüglich Beitrag für Krankenkasse (Zusatzbeitrag 1,3 Prozent) und Pflegeversicherung (3,05 Prozent)315 Euro304,50 Euro
Nettogehalt2.014,50 Euro1.958,82 Euro
Aufwand für BU netto: 55,68 Euro

Die Darstellung verdeutlicht: Obwohl 100 Euro an die Versicherung fließen, reduziert sich das Einkommen um nicht einmal 50 Euro netto.

Wichtig:

Zwar sparen Arbeitnehmer Sozialabgaben ein. Sie zahlen aber auch weniger an die Rentenkasse. Dadurch reduziert sich ihr Rentenanspruch. Interessierte sollten sich daher informieren und beraten lassen, wie sie dieses Minus ausgleichen können, etwa mit einer privaten Altersvorsorge

Welche Vorteile und Nachteile hat eine betriebliche Berufsunfähigkeits­versicherung?

Die folgende Übersicht fasst die Vorteile und Nachteile einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zu einer privaten Absicherung der Arbeitskraft zunächst zusammen. Danach werden die Punkte im Detail erklärt.

LeistungenbBUPrivate BU
Weniger Sozialabgaben während der Einzahlphase
Vereinfachte oder keine Gesundheitsprüfung
Bei Auszahlung wird nur Ertragsteil versteuert
Keine Krankenkassenbeiträge auf Auszahlung für Pflichtversicherte
Voller Gestaltungsspielraum
Keine Probleme beim Jobwechsel
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Vorteile einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung im Detail

Wie bereits im Kosten-Abschnitt erklärt, zahlen Arbeitnehmer weniger Sozialversicherungsabgaben, sodass die zu leistende Beitragszahlung für die Versicherung wesentlich geringer ist als der Bruttobeitrag.

Dieses finanzielle Plus mag sehr gut klingen. Wesentlich höher ist allerdings der Vorteil einzuschätzen, dass Vorerkrankungen bei der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung nicht so sehr ins Gewicht fallen wie beim privaten Berufsunfähigkeitsschutz.

Die Versicherer bieten Arbeitgebern teils Tarife mit einer vereinfachten Gesundheitsprüfung an. Je nach Anbieter wird sogar ganz auf die Prüfung verzichtet. Dem Versicherungsunternehmen reicht dann eine sogenannte Dienstobliegenheitserklärung. Diese beinhaltet beispielsweise die Bestätigung, dass Versicherte

  • derzeit voll arbeitsfähig sind und
  • in den letzten zwei Jahren nicht mehr als zwei Wochen am Stück krankgeschrieben waren.

Über diese Erklärung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung also ohne Gesundheitsprüfung zu bekommen. Es besteht daher kein Risiko, dass Versicherte Krankheiten unwissentlich nicht angeben, sich so der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung schuldig machen und ihren Versicherungsschutz riskieren.

Nachteile einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung im Detail

Auch wenn der Berufsunfähigkeitsversicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung gerade für Personen mit Vorerkrankung äußerst attraktiv klingt, sollten Interessierte sich unbedingt mit den Nachteilen der betrieblichen Absicherung der Arbeitskraft befassen:

Allein durch den Abzug von Kranken- und Pflegebeitrag in der Leistungsphase reduziert sich die betriebliche BU-Rente um fast 20 Prozent. Hat ein Angestellter beispielsweise 2.000 Euro vereinbart, bekommt er nur 1.600 Euro – und da ist die Besteuerung noch nicht einmal berücksichtigt.

Interessierte sollten daher die Höhe ihrer BU-Rente so ansetzen, dass das Defizit ausgeglichen wird. Allerdings steigen dadurch die Kosten für die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung. So kann der finanzielle Vorteil durch die Entgeltumwandlung im Vergleich zur privaten BU sehr schnell verlorengehen.

Eine letzte Stolperfalle der betrieblichen Berufsunfähigkeits­versicherung

Der Arbeitgeber beteiligt sich in der Regel nur so lange an den Kosten der betrieblichen Berufsunfähigkeits­versicherung, solange er auch Gehalt zahlt. Sobald Mitarbeiter jedoch durch ihre gesundheitlichen Probleme, die schließlich zur Berufsunfähigkeit führen, aus der sechswöchigen Lohnfortzahlung ins Krankengeld rutschen, müssen sie den Versicherungsbeitrag komplett selbst stemmen. Gleiches gilt bei Elternzeit.

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