Riester-Rente kündigen

Schluss mit der geförderten Altersvorsorge machen.

  • Konsequenzen kennen
  • Alternativen prüfen
  • Neue Optionen für die Ruhestandsabsicherung finden

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Zuletzt aktualisiert: Januar 2021

Riester-Rente kündigen: Kündigungsmöglich­keiten und ratsamere Alternativen

Eine Riester-Rente abzuschließen, ist für viele Menschen richtig. Doch was ist, wenn die geförderte private Altersvorsorge nicht mehr zum Lebensstil passt? Über die Kündigung sollten Versicherte genau nachdenken. Denn damit gehen erhaltene staatliche Zulagen sowie steuerliche Vorteile verloren. Wer mit seiner Riester-Rente unzufrieden ist, sollte sie – statt zu kündigen – sie stilllegen oder wechseln.

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Immer gut zu wissen – Inhaltsverzeichnis

Kündigung eines Riester-Vertrags bleibt nicht folgenlos

Die Kündigung eines Riester-Vertrages kommt für einige Menschen dann in Betracht, wenn sie dringend Geld benötigen. Doch über diesen Schritt sollen sie nur im absoluten Notfall nachdenken. Denn er geht mit erheblichen Folgen einher:

Weitere Nachteile der Kündigung eines Riester-Vertrags

Neben den oben genannten größten Nachteilen lauern weitere Tücken in der Kündigung der Riester-Rente, die allerdings abhängig von den individuellen Vertragskonditionen sind.

Vor allem, wenn Sparer einen Anbieter mit hohen Abschlusskosten ausgewählt haben und innerhalb der ersten fünf Jahre nach Vertragsabschluss kündigen, entstehen weitere hohe Abzüge. Denn die Abschlusskosten werden genau auf diese ersten fünf Jahre verteilt.

Wer dagegen zum Beispiel einen Riester-Fondssparplan abgeschlossen und damit Zinserträge erwirtschaftet hat, muss diese während der Ansparphase nicht versteuern. Bei einer vorzeitigen Riester-Kündigung wird jedoch die Kapitalertragssteuer fällig.

Aktuelles zur Riester-Rente

Wenn eine Kündigung des Riester-Vertrags unvermeidlich ist: So funktioniert’s

Sollten sich Sparer trotz der Nachteile dazu entscheiden, ihre Riester-Rente zu kündigen, können sie dies mit einem formlosen Kündigungsschreiben an den Anbieter tun. Das Anschreiben sollte mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Die Vertragsnummer
  • Ein Hinweis darauf, dass dem Anbieter das SEPA-Lastschriftmandat entzogen wird
  • Die Bankdaten (IBAN, BIC, Name der Bank) zur Überweisung des Riester-Guthabens
  • Eine Aufforderung zur schriftlichen Bestätigung der Kündigung

Im Vorfeld der Kündigung muss jeder Sparer prüfen, ob im Riester-Vertrag eine bestimmte Mindestlaufzeit vereinbart wurde. Innerhalb dieser Zeit ist eine reguläre Kündigung ausgeschlossen.

Kündigungsfrist beachten

Die meisten Riester-Verträge können mit einer Vorlaufzeit von sechs Wochen zum Monatsende gekündigt werden. Bei der Auszahlung der Guthaben lassen sich Versicherer gern zwei bis drei Monate Zeit.

Alternativen zur Kündigung: Beitragsfreistellung oder Übertragung

Wer sich die Beiträge zur Riester-Rente eine Zeit lang nicht leisten kann, hat die Möglichkeit, eine sogenannte Beitragsfreistellung beim Riester-Anbieter zu beantragen. Dabei ruht der Vertrag so lange, bis die Beitragszahlung vom Sparer wieder aufgenommen wird. Der Vorteil: Die staatliche Förderung geht nicht verloren. Beantragt ein Versicherter unterjährig die Beitragsfreistellung, werden für das betreffende Versicherungsjahr anteilig Zulagen und Steuervorteile gewährt.

Wichtig:

Je länger Versicherte keine Beiträge einzahlen, umso niedriger ist das Guthaben zum Auszahlungstermin, also bei Rentenbeginn. Hinzu kommen Verwaltungskosten für den Riester-Vertrag, die auch während der Beitragsfreistellung weiterlaufen und das Riester-Guthaben verringern.

Übrigens: Bereits während ein bestehender Riester-Vertrag ruht, kann ein neuer eröffnet werden.

Wer weiter riestern möchte, jedoch mit seinem Anbieter unzufrieden ist, kann den Riester-Vertrag wechseln und sein Guthaben in den neuen Vertrag mitnehmen. Die staatliche Förderung bleibt somit erhalten. Allerdings sollten Sparer den neuen Riester-Anbieter mit Bedacht wählen, denn für den Übertrag können Wechselkosten entstehen. Der neue Anbieter muss der Kapitalübertragung zudem explizit zustimmen.

Ebenso sollten Sparer mit einem fondsgebundenen Riester-Vertrag darauf achten, diesen nicht in einer ungünstigen Marktphase zu übertragen. Hierdurch kann es zu Verlusten von Teilen des angesparten Kapitals kommen.

Gut zu wissen:

Die Zulagen müssen beim Wechsel beim neuen Anbieter frisch beantragt werden. Wer das nur einmal und nicht jährlich machen möchte, kann einen Dauerzulagenantrag stellen.

Riester-Rente im EU-Ausland beziehen

Mit dem Eintritt ins Rentenalter geht bei vielen Menschen der Gedanke an ein Leben im Ausland einher. Für Riester-Sparer gibt es hier nichts zu befürchten, denn die Rentenzahlungen erfolgen auch, wenn der Versicherte ins Ausland zieht.

Gleichermaßen sind die bisherigen staatlichen Zulagen gesichert. Befindet sich der Versicherte noch in der Ansparphase, kann er allerdings mit dem Wegzug aus Deutschland in Zukunft keine Förderungen und Zulagen des deutschen Staates mehr beziehen.

Wichtig:

Dies Regelungen für die Auszahlungsphase beziehen sich nur auf das EU-Ausland. Inbegriffen ist der erweiterte Europäische Wirtschaftsraum wie Norwegen, Island oder Liechtenstein. Außerhalb davon gelten die Regularien nicht. Wer zum Beispiel im Rentenalter nach Thailand auswandert, muss alle erhaltenen Förderungen zurückzahlen. Dadurch wird das Riester-Rentenmodell unrentabel.