Mobbing am Arbeitsplatz Kollegen wollen dich ausbremsen. Wie kann dir ein Anwalt helfen?

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Mobbing am Arbeitsplatz kurz erklärt

Wir nennen es englisch Mobbing, die Engländer nennen es hingegen Bullying – egal, beide Begriffe beschreiben eine immense psychische Belastung, und zwar wenn eine Person über einen längeren Zeitraum immer wieder Schikanen ausgesetzt ist. Dies kommt leider auch im Arbeitsleben vor. Hierarchien, Machtgefühl und Leistungsdruck verstärken die Konkurrenz und legen die hässliche Seite der menschlichen Natur frei.

Doch bevor ein fieser Kollege den Job zur Hölle macht, kannst du dich gegen den Mobber wehren, zur Not mit dem Anwalt.

4 Fakten zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz:

  1. Beim Mobbing im Job finden eine systematische Anfeindung und Diskriminierung von Beschäftigten statt, die über einen längeren Zeitraum andauert.
  2. Die Drangsalierung kann vom Vorgesetzten ausgehen, von Kollegen auf gleicher Ebene, aber auch von untergeordneten Mitarbeitern.
  3. Bei Mobbing am Arbeitsplatz kannst du dich beim Arbeitgeber beschweren oder gegen einzelne Delikte vor dem Arbeitsgericht klagen.
  4. Wenn du vor Gericht für dein Recht kämpfen willst, stehst du in der Beweispflicht.

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Was ist das eigentlich?

Wann spricht man von Mobbing am Arbeitsplatz?

Mobbing ist leider ein sehr häufiges Thema in Gesprächen. Viele Menschen haben in ihrem Leben die Erfahrung gemacht, gezielt von anderen abgewertet und ausgegrenzt zu werden.

Das Meinungsforschungsinstitut YouCov und das Statistik-Portal statista haben 2021 mehr als 2.000 Personen zum Thema Mobbing bei der Arbeit befragt. 29 Prozent der Befragten gaben an, bereits selbst Opfer von Mobbing-Attacken geworden zu sein. 17 Prozent waren lediglich Zeuge davon, dass Kollegen davon betroffen waren. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) war gar nicht von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen.

Mobbing – von englisch „to mob“ für angreifen, belagern, anpöbeln – steht für ein systematisches Benachteiligen und Drangsalieren einer Person, mit dem Ziel, diese fertig zu machen und aus einer Gruppe oder einer Position zu verdrängen.

Wichtig ist der Punkt: systematisch. Mobbing sind Anfeindungen und schikanierende Verhaltensweisen, die mit Methode über einen längeren Zeitraum stattfinden und meist langfristige Auswirkungen haben.

Was fällt nicht unter Mobbing am Arbeitsplatz?

Nicht jede Kritik und nicht jede langweilige Aufgabe, die dein Vorgesetzter anordnet, ist gleich ein Fall von Mobbing. Ebenso zielt nicht jeder Konflikt mit Kollegen darauf ab, dass du als Mitarbeiter gezielt aus dem Team gedrängt werden sollst.

Das ist das Schwierige beim Mobbing: Es ist schwer zu erkennen.

Auf einen Blick: Wie erkennst du Mobbing am Arbeitsplatz?

Jenny Gebel
Jenny Gebel
Expertin für Rechtsschutzversicherungen
  1. Wenn ein bestimmter Mitarbeiter über einen langen Zeitraum hinweg und immer wieder Demütigungen erfahren muss, weist das auf Mobbing im Job hin. Weiterlesen

  2. Sind es ständig die gleichen Kollegen, die einen Mitarbeiter schlecht reden, oder betreffen die Kränkungen immer nur eine Person, klingt es ebenfalls sehr nach Mobbing. Mehr dazu

Es geht noch konkreter

Mobbing am Arbeitsplatz – Wie kann das aussehen?

Die stetige Anfeindung von Kollegen nimmt viele Formen an. Sie ist längst nicht auf offene Beschimpfungen vor versammelter Mannschaft beschränkt.

Dies können Anzeichen für Mobbing am Arbeitsplatz sein:

  • Verbreitung falscher Tatsachen
  • Ausgrenzung von geselligen Aktivitäten
  • Isolation vom Team
  • Abschneiden vom Informationsfluss
  • Gezielte Unterforderung und Demütigung durch Zuweisung von sinnlosen Aufgaben
  • Ständiges grundloses Herabwürdigen der Leistungen
  • Sexuelle und rassistische Anspielungen

Eine perfide und recht unauffällige Form des Mobbings ist das sogenannte Straining. Dabei wird ein Mitarbeiter durch verschiedene der gerade aufgezählten Methoden psychisch unter Druck gesetzt und gestresst. Dies erfolgt etwa, indem er nicht zu Meetings eingeladen oder bei Entscheidungen aus seinem Kompetenzbereich übergangen wird. Oder indem er keine wichtigen Arbeitsaufgaben mehr erhält und dadurch degradiert wird.

Auch das Gaslighting kommt leider in der Arbeitswelt vor. Mit Einschüchterungen, Verdrehen von Tatsachen oder Leugnung sorgt der Mobber mit seinem Verhalten dafür, dass der Kollege immer mehr an sich zweifelt. Die Grenze zum Psychoterror erscheint bei diesen Formen von Mobbing sehr dünn.

Wer ist Mobber und wer Mobbingopfer?

Mobbing kann sowohl von Kollegen als auch von Vorgesetzten ausgehen. Hierarchien und Abhängigkeiten können das Mobbing mitunter erst möglich machen. Denn wer sich zahlenmäßig oder aufgrund der Position unterlegen fühlt, steckt Ungerechtigkeiten eher ein.

Ist der Chef derjenige, der einen beigeordneten Mitarbeiter immer wieder schikaniert, spricht man vom Bossing. Die umgekehrte Variante dieser Mobbing-Form ist das Staffing. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn untergeordnete Mitarbeiter die Arbeit des Vorgesetzten sabotieren, indem sie ihm wichtige Informationen bewusst vorenthalten und ihn damit ins Messer laufen lassen.

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Wann ist Mobbing am Arbeitsplatz strafbar?

Ein Mobbing-Gesetz wie in Schweden, Frankreich oder Spanien gibt es in Deutschland nicht. Mobbing am Arbeitsplatz ist damit kein Vorfall, der sich strafrechtlich verfolgen lässt. Doch die systematische Demütigung eines Mitarbeiters besteht in der Regel aus vielen Verletzungen des Persönlichkeitsrechts. Gegen einige dieser Delikte kann der Betroffene durchaus Strafanzeige gegen den Mobber stellen. Das betrifft etwa:

Darüber hinaus gibt es das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), das unter anderem die Gefährdung durch psychische Belastung bei der Arbeit erfasst (ArbSchG § 5).

Nimm den Arbeitgeber in die Pflicht

Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), ebenfalls bekannt als Antidiskriminierungsgesetz, liefert eine Grundlage, auf der sich Mobbingopfer rechtlich wehren können. Es gibt dir zum Beispiel die Möglichkeit, Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber geltend zu machen. Dazu zählen das Beschwerderecht (§ 13), der Anspruch auf Durchführung geeigneter Maßnahmen (§ 12) unter anderem gegen Mobbing oder der Anspruch auf Zurückbehaltung der Arbeitsleistung (§ 14).

Es gibt also Handlungsmöglichkeiten, allerdings sind diese zum Teil mit Risiken verbunden. Du bist im Vorteil, wenn du zur Klärung dieser rechtlichen Sachverhalte einen Fachanwalt für Arbeitsrecht an deiner Seite hast. Dieser kennt sich mit den Kniffen und den Stolpersteinen aus, die eine Klage vor dem Arbeitsgericht enthält.

Bei Prozessen vor dem Arbeitsgericht zahlt jede Partei ihre Kosten selbst. Mit einer Arbeitsrechtsschutzversicherung übernimmt der Versicherer deine Kosten für die Rechtsberatung, den Anwalt und das Gericht.

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Ohne Beweise läuft vor Gericht nichts

Wie kann man beweisen, dass man gemobbt wird?

Ein wesentlicher Punkt bei rechtlichen Klagen gegen Mobbing am Arbeitsplatz ist dieser: Die Beweislast liegt bei der betroffenen Person. Wenn du in deinem Job ein Mobbingopfer geworden bist und du den oder die Täter strafrechtlich auf Schadenersatz verklagen willst, musst du genau nachweisen, dass du gemobbt wirst und dass diese Attacken die Ursache für deine gesundheitlichen Beschwerden sind. Folgende Möglichkeiten gibt es:

Mobbingtagebuch führen – Darin dokumentierst du die Vorfälle mit Datum, Ort, anwesenden Personen und dem Verlauf, was geschehen ist. So hast du Beispiele und Fakten parat und kannst die Systematik der Angriffe glaubwürdig machen. Achtung: Videos oder Audios dürfen nicht heimlich gemacht werden. Datenschutz!

Dokumente sammeln – E-Mails, Nachrichten, Abmahnungen können Beweise sein, dass du von Kollegen oder vom Vorgesetzten gemobbt wirst.

Kollegen als Zeugen dazu holen – Eine dritte Person kann die Vorfälle bestätigen, sodass du nicht allein dastehst.

Gib Mobbing im Job keine Chance!

Sich gegen Mobber am Arbeitsplatz wehren

Juristische Schritte sind eigentlich das letzte Mittel, zu dem Personen, die von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen sind, greifen sollten. Doch auf einen Burnout oder eine Eigenkündigung des Jobs soll es ebenfalls nicht hinauslaufen. Wie können sich Betroffene also wehren?

  • Die Fälle ansprechen: Je nach Situation kann ein klärendes Gespräch mit dem Mobber bereits die Lösung sein. Manchmal hilft es, wenn eine neutrale Person als Vermittler im Konflikt dabei ist. Du kannst dann die Ursachen herausfinden, warum sich der Mitarbeiter dir gegenüber so verhält. Und du kannst klarmachen, dass du rechtliche Schritte einleiten wirst, wenn er nicht aufhört.
  • Arbeitgeber & Personalrat informieren: Sollte kein Gespräch mit dem Mobber möglich sein, dann sollten Vorgesetzte und Arbeitgeber über die Vorfälle Bescheid wissen. Der Arbeitgeber steht in der Fürsorgepflicht gegenüber dem Arbeitnehmer und muss sich darum kümmern, dass die Bedingungen im Job stimmen. Gegebenenfalls kann eine Umstrukturierung des Teams und eine Versetzung des mobbenden Mitarbeiters helfen. Zur Konfliktlösung können auch Personalrat oder Betriebsrat beitragen.
  • Beratung & Hilfe von außen suchen: Bei sozialer Ausgrenzung im Job und wenn du das Gefühl hast, ganz allein dazustehen, ist es hilfreich, wenn du dir externe Unterstützung in einer Beratungsstelle holst. Eine Prüfung von juristischen Mitteln ist mit einem Blick von außen ebenfalls empfehlenswert.
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Zuletzt aktualisiert am: 23.11.2022

Autor des Beitrags

Jenny Gebel
Expertin für Rechtsschutzversicherungen