Friedhof mit Kirche
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Grabstein: Diese Kosten entstehen für das Denkmal an den Verstorbenen

Für die meisten Hinterbliebenen symbolisiert ein Grabstein etwas ganz Besonderes: Er stellt ein individuelles Denkmal der verstorbenen Person dar. Angehörige knausern hier daher selten, sodass die Ausgaben für das Grabmal einer der größten Kostenpunkte der Bestattung sind. Je nach Material und Größe kostet ein Grabstein bis zu mehreren tausend Euro.

Inhaltsverzeichnis

Mit welchen Kosten müssen Angehörige beim Kauf eines Grabsteins rechnen?

Die Kosten eines Grabsteins orientieren sich im Wesentlichen an drei Faktoren:

  • Form
  • Größe
  • Material

Beim Material haben Angehörige eine große Auswahl. Der Grabstein kann aus Holz, Metall, Glas oder Stein bestehen, wobei sich unterschiedliche Steinarten anbieten, etwa Sandstein, Kalkstein, Granit, Marmor, Basalt, Quarzit, Glimmerschiefer oder Gneis. Wichtig ist, dass das Material wetterbeständig ist, schließlich soll das Grabmal über viele Jahre hinweg an den Verstorbenen erinnern.

Bei Größe und Form schreibt der jeweilige Friedhof die Rahmenbedingungen vor. So geht beispielsweise aus der Friedhofssatzung von Potsdam hervor, dass „liegende Grabsteine eine Mindeststärke von 0,10 m aufweisen müssen“ und „nicht mehr als 15 % der Grabfläche bedecken dürfen.“

Die Form richtet sich hauptsächlich danach, für welche Grabart der Stein gedacht ist. Üblich sind:

  • Breitstein für Doppel- und Familiengräber
  • Reihenstein für Einzelgrab
  • Stele, also eine viereckige Säule für ein Urnengrab
  • Kissenstein beziehungsweise Liegestein
  • Urnengrabstein
  • Grabfigur

Dabei gilt in der Regel:

Je kleiner der Grabstein, desto niedriger die Kosten – wobei sich diese pauschal schwer bestimmen lassen. Die folgende Übersicht gibt daher nur eine grobe Orientierung über die Materialkosten.

  • Klassischer stehender Grabstein: 450 Euro bis 5.000 Euro
  • Liegender Grabstein: 1.400 Euro bis 3.500 Euro
  • Liegeplatte: 150 Euro bis 1.200 Euro

Ein Urnengrabstein kostet aufgrund seiner Größe etwa halb so viel wie ein klassischer Grabstein für einen Sarg.

Der Grabstein, den Hinterbliebene beim Steinmetz in Auftrag geben, kann handgefertigt oder vorgefertigt sein. Neben den Kosten für das Material müssen Angehörige weitere Ausgaben bedenken, sodass sich die Gesamtkosten für das Grabmal erhöhen:

  • Grabmalgenehmigung
  • Beschriftung – Preis je Buchstabe
  • Fundamentierung & Aufbau durch Steinmetz
  • Grabeinfassung und Grababdeckung – Preis je Meter Grab

Die Beschriftung besteht in der Regel aus dem Namen, dem Geburtstag und dem Todestag sowie Sprüchen und Symbolen wie Engel, Rosen und Efeu. Diese wird in den Stein gehauen oder mit Buchstaben aus Metall wie Aluminium oder Bronze aufgesetzt. Kaufen Angehörige den Grabstein beim Steinmetz, rechnet dieser eine Pauschale für eine bestimmte Zeichenanzahl ab.

Tipp:

Verbraucher können sich bereits zu Lebzeiten Gedanken um ihre Bestattung machen. Einerseits gibt ihnen das die Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern. Sie legen so zum Beispiel fest, was auf dem Grabstein stehen soll. Andererseits verschaffen sie sich einen Kostenüberblick und können mithilfe einer Sterbegeldversicherung vorsorgen. Diese sichert die Beerdigungskosten zum kleinen Preis ab.

Unverbindliches Angebot

Was ist eine Grabmalgenehmigung?

Um den Grabstein errichten zu können, müssen Angehörige im Vorfeld einen Antrag beim Friedhof stellen. Dieser enthält neben Angaben zum Grabstein eine Skizze, aus der Größe, Beschriftung und Symbole hervorgehen. Für die Prüfung des Antrags, die sogenannte Grabmalgenehmigung, erhebt der Friedhof eine Gebühr. Je nach Gemeinde schwankt diese erheblich, wie ein Blick in die Friedhofsgebührensätze der zehn größten Städte Deutschlands zeigt:

Grabmalgenehmigungsgebühr für ein stehendes Grab
  • Berlin: - 100 Euro bis 163 Euro
  • Hamburg: - 234,50 Euro
  • München: - 133 Euro bis 226 Euro
  • Köln: - 346 Euro
  • Frankfurt am Main: - 92 Euro bis 122 Euro
  • Stuttgart: - Keine Angabe
  • Düsseldorf: - 50 Euro
  • Leipzig: - 126 Euro
  • Dortmund: - 35 Euro bis 50 Euro
  • Essen: - 44 Euro

Neben der Genehmigung ist bei einem stehenden Grabstein auch ein Fundament notwendig. Dieses kann allerdings erst dann gegossen werden, wenn das für die Beerdigung aufgelockerte Erdreich wieder gefestigt ist. Das Grabmal wird daher häufig erst ein Jahr nach der Beisetzung errichtet.

Wer trägt die Kosten für einen Grabstein und springt das Sozialamt ein?

Die sogenannte Kostentragungspflicht schreibt vor, dass Erben für die Beerdigungskosten aufkommen müssen – selbst wenn sie das Erbe nicht antreten. Haben sie und alle anderen bestattungspflichtigen Personen keine finanziellen Mittel für den Grabstein beziehungsweise für die Bestattung, kann das Sozialamt die Kosten übernehmen. Das passiert jedoch sehr selten. Nur zwei Prozent der Beisetzungen waren zuletzt Sozialbestattungen.

Was müssen Angehörige beim Grabstein nach der Beerdigung bedenken?

Steht der Grabstein, haben Hinterbliebene einige Pflichten zu erfüllen. Einerseits müssen sie die Grabstätte pflegen und den Stein beispielsweise von Moos, Flechten und Algen freihalten. Dazu können sie auch eine Dauergrabpflege mit dem Friedhof vereinbaren.

Andererseits muss die Standfestigkeit des Grabsteins regelmäßig geprüft werden, sofern es kein Liegestein ist. Diese Aufgabe übernimmt häufig die Kommune, wofür sie jedoch eine Gebühr berechnet. Wackelt der Grabstein, etwa weil Frost das Fundament geschädigt hat, müssen Angehörige nachbessern und reparieren. Ansonsten folgt die Umlegung des Grabmals.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Kosten für den Grabstein zu senken?

Ein günstiger Grabstein kostet zwar nur wenige hundert Euro. Dennoch kann das für manche Menschen zu viel Geld sein. Sie können alternativ überlegen, ob sie einen Grabstein im Ausland kaufen. In Osteuropa sind die Löhne für Steinmetze oftmals niedriger. Allerdings können Zusatzkosten für den Transport entstehen. Außerdem brauchen Angehörige beim Aufstellen Unterstützung, da dies häufig nur von einem Fachmann übernommen werden darf.

Eine Alternative gibt es bei höherpreisigen Grabsteinen. Denn nach Ende der Grabnutzungszeit kaufen einige Steinmetze besonders schöne Steine und bereiten sie auf. Sie schleifen dabei die Inschrift ab und polieren den Stein. Diese Grabmale sind in der Regel günstiger. Wird der Grabstein nicht verkauft, entsorgt ihn die Friedhofsverwaltung und er wird zum Beispiel geschreddert im Straßenbau recycelt.