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Pflegeversicherung

Private Vorsorge für den Pflegefall
Pflegeversicherung
  • Umfassende Hilfe bei Pflegebedürftigkeit
  • Pflegeheimplatz für bis zu 3.500 Euro
  • Gesetzliche Pflegeversicherung zahlt nur 1550 Euro
  • Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung als Ergänzung
 

Was ist eine private Pflegeversicherung?

Eine private Pflegeversicherung, auch Pflegezusatzversicherung genannt, bietet für Pflegebedürftige umfassende Unterstützung. Diese ist enorm wichtig, da Sie als Betroffener oder Angehöriger sonst womöglich immense Zuzahlungen für die Pflege leisten müssen. Mit einer Pflegeversicherung können Sie Ihre Kosten im Pflegefall stark verringern.

Für wen ist die private Pflegeversicherung sinnvoll?

Eine zusätzliche Pflegeversicherung sollte jeder abschließen, und zwar so früh wie möglich. Denn die Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung, die Pflegekassen, können Pflegefällen nur eine sehr magere Unterstützung und wenig Leistungen bieten. Eine zusätzliche Pflegeversicherung dagegen leistet weitreichende finanzielle Hilfe bei Pflegebedürftigkeit.

Die gesetzliche Pflegekasse bestimmt auf Grundlage eines Gutachtens, in welchem Umfang ein Betroffener Pflege bzw. Leistungen benötigt. Das Ergebnis entscheidet, welche gesetzlichen Leistungen der Pflegebedürftige erhält.

Pflege Stufe 0* Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflege Stufe I bei einem durchschnittlichen Hilfebedarf von mindestens 90 Minuten täglich
Pflege Stufe II bei einem durchschnittlichen Unterstützungsbedarf von mindestens 180 Minuten täglich
Pflege Stufe III bei einem durchschnittlichen Hilfebedarf von mindestens 300 Minuten täglich

* Personen, die hier eingestuft werden, weil sie noch nicht die Voraussetzungen für Pflegestufe I erfüllen, haben seit der Pflegereform im Jahr 2008 auch einen Anspruch auf gesetzliche Leistungen.

Welche Leistungen bietet die zusätzliche Pflegeversicherung?

Eine Pflegezusatzversicherung kann Ihnen dabei helfen, die Lücken zu schließen, die durch geringe Leistungen Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung entstehen. Für einen Platz im Pflegeheim beispielsweise zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung nur 1550 Euro. Da die Pflege im Heim aber bis zu 3500 Euro pro Monat kostet, kann Ihnen ein hoher Eigenanteil von fast 24.000 Euro jährlich entstehen. Diesen müssen dann entweder Sie selbst oder Ihre Angehörigen leisten. Nicht selten wird dann Sozialhilfe notwendig. Mit einer Zusatzversicherung für den Fall der Pflege sind Sie und Ihre Angehörige finanziell abgesichert.

Pflegetagegeld

Eine Pflegetagegeldversicherung bietet sich an, wenn die Pflege privat vorgenommen werden soll oder wenn Sie ein Zusatzeinkommen erhalten möchten. Durch diese Form der Pflegeversicherung bekommen Pflegebedürftige einen vereinbarten Betrag für jeden Tag, an dem Sie Pflege benötigen. Die Höhe des Geldes ist abhängig vom Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit. Bei höchster Pflegebedürftigkeit gibt es das volle Tagegeld. Bei den meisten Tarifen erhalten Sie bei Pflegestufe II 60 bis 70 Prozent und bei Stufe I 20 bis 50 Prozent. Manche Tagegeldversicherungen zahlen bei der Pflege im Heim mehr als bei privater Pflege.

Pflege-Bahr - Geförderte Pflegeversicherung

Ab dem 1. Januar 2013 gibt es den sogenannten Pflege-Bahr. Damit ist eine  Pflegetagegeldversicherung gemeint, die unter bestimmten Bedingungen vom Staat gefördert wird. Eine dieser Bedingungen ist, dass die Versicherung ohne Gesundheitsprüfung alle interessierten Verbraucher aufnimmt. Weiterhin muss der Eigenanteil zur Versicherung mindestens 10 Euro monatlich betragen und bei höchster Pflegebedürftigkeit muss die Versicherung Leistungen in Höhe von mindestens 600 Euro monatlich bringen. Die Höhe der Förderung beläuft sich auf 60 Euro pro Jahr. Experten befürchten jedoch, dass der Pflege-Bahr zu teuer wird, da die Gesundheitsprüfung den Versicherungsgesellschaften sonst dazu dient, eine Risikokalkulation durchzuführen und die Preise niedrig zu halten.

 

Redaktions-Tipp

Möchten Sie bei im Pflegefall eine Rente erhalten, so empfiehlt sich der Abschluss einer Pflegerentenversicherung. Diese ist eine spezielle Form der Lebensversicherung. Sie zahlt Ihnen bei Pflegebedürftigkeit eine von Ihnen zuvor bestimmte Rente.

Pflegekostenversicherung

Pflegeversicherung
Die Pflegekosten können leicht mehr als
3.000 Euro monatlich betragen

Diese Variante der Pflegeversicherung ist sinnvoll, wenn die Pflege durch professionelles Personal erfolgen soll. Bei privater Pflege bietet sie weniger Unterstützung. Die Versicherung hilft Ihnen beim Begleichen der Rechnungen von Pflegeeinrichtungen und bietet verschiedene Leistungen. Welchen Anteil der Kosten die Pflegeversicherung übernimmt, bestimmen Sie beim Vertragsabschluss.

Hierbei sollte beachtet werden, dass die Kosten, welche von Pflegeeinrichtungen in Rechnung gestellt werden, sehr hoch sein können. Zahlungen von mehreren tausend Euro pro Monat sind keine Seltenheit und sollten bei der Wahl der Beitragssummen berücksichtigt werden.

Testsieger mit besten Leistungen

Vor dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung lohnt sich ein Vergleich einzelner Versicherungsangebote. Bei der Tarifauswahl sollten Sie nicht nur auf den Preis achten, sondern vor allem auch die Leistungen und Vertragsbedingungen der verschiedenen Anbieter genauer unter die Lupe nehmen. Hier helfen Ihnen auch Tests und Testergebnisse, etwa von der Stiftung Warentest. Ein Blick auf die aktuellen Testsieger kann Sie bei der Wahl eines passenden Tarifs unterstützen.