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Bausparvertrag

Der klassische Weg ins Eigenheim
Bausparvertrag
  • Verschiedene Fördermöglichkeiten
  • Bausparvertrag für Hausbau, -kauf, -umbau nutzen
  • Auch zur Finanzierung von Modernisierungsmaßnahmen sinnvoll
  • Verschiedene Angebote jetzt vergleichen

Mit einem Bausparvertrag zum Eigenheim

Künftige Eigenheimbesitzer haben verschiedene Möglichkeiten, ihren Wunsch nach den eigenen vier Wänden zu realisieren – der Bausparvertrag ist eine davon. Er ist insbesondere für Personen interessant, die in Zukunft steigende Kreditzinsen erwarten. Denn davor schützt das Bausparen. Zusätzlich können Bausparer von Förderungen profitieren. 

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag kombiniert im Wesentlichen einen Sparplan mit einer Immobilienfinanzierung. Daher unterteilt sich das Bausparen in zwei Phasen: die Spar- beziehungsweise Ansparphase sowie die Tilgungs- beziehungsweise Darlehensphase. Manchmal wird noch von einem weiteren Abschnitt gesprochen, der Zuteilungsphase. Wann der Übergang zwischen den einzelnen Etappen erfolgt, hängt davon ab, wie viel Geld Sparer jeden Monat beiseitelegen können und wie hoch die Bausparsumme insgesamt sein soll.

 

Redaktions-Tipp

Ein Bausparvertrag wird meistens unterstützend zur Hausfinanzierung abgeschlossen. Er sollte zeitlich so abgestimmt sein, dass das Bauspardarlehen zum Zeitpunkt des Hauskaufs oder -baus abgerufen werden kann. Darüber hinaus kann ein Bausparvertrag vereinbart werden, um spätere Modernisierungsmaßnahmen oder einen Umbau zu finanzieren.

Beim Bausparen legen Verbraucher zunächst eine Bausparsumme fest, mit der sie die Immobilienfinanzierung ergänzen wollen. Das Geld kann auch anderweitig verwendet werden. Das spätere Darlehen darf allerdings nur für sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Konsumgüter, beispielsweise ein Auto, dürfen mit dem Bauspardarlehen nicht finanziert werden.

In der ersten Phase sparen Verbraucher zunächst eine gewisse Summe an, die häufig 30 Prozent bis 50 Prozent des Volumens des Bausparvertrags entspricht. Ist dieser Punkt erreicht, ist der Vertrag zuteilungsreif und Bausparer können das Darlehen abrufen. Dieses wird ihnen zusammen mit dem bis dahin angesparten Geld ausgezahlt. In der dann beginnenden Darlehensphase zahlen sie den Kredit an die Bausparkasse in monatlichen Raten zurück. 

Vereinfachtes Beispiel: Liegen die vereinbarte Bausparsumme bei 50.000 Euro und die Mindestansparsumme bei 40 Prozent, kann das Bauspardarlehen in Höhe von 30.000 Euro abrufen werden, wenn mindestens 20.000 Euro angespart wurden. Legen Sparer monatlich 250 Euro für das Bausparen zurück, ist die Zuteilungsreife in weniger als sieben Jahren erreicht.

Bausparvertrag - Phasen

 

In der Ansparphase erhalten Kunden von der Bausparkasse Zinsen. Da der Guthabenzins seit längerer Zeit jedoch auf niedrigem Niveau ist, lohnt sich ein Bausparvertrag nicht als reines Sparprodukt. Im Marktvergleich ist der Zins in der Regel sogar etwas geringer als bei anderen Sparanlagen. Im Gegenzug fallen die Kreditzinsen in der Tilgungsphase niedriger aus, sodass das Darlehen zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu haben ist.

Bei Zuteilungsreife muss das Darlehen nicht sofort in Anspruch genommen werden. Dies ist auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Dann wird einfach weitergespart. Ist der Vertrag allerdings mindestens zehn Jahre zuteilungsreif, dürfen Bausparkassen den Bausparvertrag kündigen. Je nach Anbieter besteht zudem die Möglichkeit, auf die Auszahlung des Kredits zu verzichten. Kunden erhalten dann nur das bis dahin angesparte Guthaben.

Was kostet das?

Neben den Darlehenszinsen fallen für einen Bausparvertrag weitere Kosten an. Oftmals beschränken sich diese auf eine Abschluss- und eine Kontoführungsgebühr. Die Abschlussgebühren sind prozentual von der Höhe der vereinbarten Bausparsumme abhängig sind. Da sich die unterschiedlichen Bausparkassen hinsichtlich der Kosten unterscheiden, sollten Interessierte verschiedene Angebote einholen, miteinander vergleichen und bei ihrer Entscheidung berücksichtigen. 

Achtung: Kontoführungsgebühren sind laut Ansicht des Bundesgerichtshofes nur in der Sparphase zulässig. Die zusätzlichen Kosten für Verbraucher in der Darlehensphase erklärten die Richter im Jahr 2017 dagegen für unzulässig.

Fördermöglichkeiten beim Bausparen

Beim Bausparen gibt es unterschiedliche Förderungen, von denen Bausparer profitieren. Diese sind teilweise davon abhängig, ob sich der Arbeitgeber am Bausparvertrag über die sogenannten vermögenswirksamen Leistungen beteiligt und wie hoch das Einkommen des Sparers ist.

  • Vermögenswirksame Leistungen (VL): Diese Leistung können Arbeitnehmer, Beamte, Soldaten, Richter und Auszubildende vom Chef erhalten. Sie beläuft sich auf maximal 40 Euro pro Monat. Für den Arbeitgeber ist die Zahlung jedoch eine freiwillige Entscheidung. Werden VL angeboten, landen diese direkt im Vertrag.
     
  • Arbeitnehmersparzulage: Fließen vermögenswirksame Leistungen in einen Bausparvertrag und liegt das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers bei maximal 17.900 Euro (Verheiratete; 35.800 Euro), zahlt der Staat bis zu 43 Euro pro Jahr (beziehungsweise 86  Euro) als Zulage aus. Bausparer beantragen die Sparzulage jährlich über die Einkommenssteuererklärung. Sie kommt ihnen nur zugute, wenn das Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt wird.
     
  • Wohnungsbauprämie: Wird der Bausparvertrag wohnwirtschaftlich verwendet, haben Verbraucher Anspruch auf die Prämie. Das zu versteuernde Einkommen darf dabei nicht höher als 25.600 Euro (Verheiratete: 51.200 Euro) sein. Zudem müssen mindestens 50 Euro pro Jahr in den Vertrag fließen. Die Höhe der Prämie liegt bei 8,8 Prozent der jährlichen Einzahlungen, maximal werden dem Vertrag jedoch nur rund 45 Euro (90 Euro) gutgeschrieben.
     
  • Wohn-Riester: Beim Riester-Bausparen darf die Bausparsumme lediglich für den Bau oder Kauf von selbst genutztem Eigentum sowie für den altersgerechten Umbau verwendet werden. Sparer müssen zudem gesetzlich rentenversichert sein. Werden mindestens vier Prozente des Vorjahresbruttoeinkommens (abzüglich der zu erwartenden Zulagen) in den Bausparvertrag einzahlt, erhält der Bausparer pro Jahr 154 Euro Grundzulage vom Staat. Ab 2018 sind es sogar 175 Euro. Für jedes kindergeldberechtigte Kind fließen nochmals bis zu 300 Euro in den Vertrag. Zusätzlich lassen sich die Beiträge steuerlich absetzen, wodurch Steuervorteile möglich sind.

    Die Zulagen fließen sowohl in der Anspar- als auch in der Darlehensphase. Dadurch ist der Bausparvertrag früher zuteilungsreif und das Bauspardarlehen kann schneller abgezahlt werden. Zu beachten sind allerdings steuerliche Aspekte, über die sich Interessierte am besten mithilfe eines Experten informieren sollten.

Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag?

Da das Bauspardarlehen in der Regel erst nach Ende der Ansparphase zur Verfügung steht, ist ein Bausparvertrag keine Option für kurzfristige Immobilienfinanzierungen. Die Stärke beim Bausparen liegt in der festen Planbarkeit, wann Geld für die Finanzierung eines Bau-, Kauf-, Umbau- oder Modernisierungsvorhabens zur Verfügung steht. Zudem richtet sich der Bausparvertrag an Personen, die auf Sicherheit setzen. Mit ihm lassen sich die heute niedrigen Darlehenszinsen für lange Zeit und bis zum Ende der Tilgungsphase sichern. Natürlich wäre es auch möglich, erst in zehn Jahren eine klassische Baufinanzierung zu vereinbaren. Doch ob die Kreditkonditionen dann noch günstig sind, weiß niemand.

Ein Bausparvertrag lohnt sich außerdem für Personen, die mit staatlicher Förderung Wohneigentum bauen oder kaufen wollen. Darüber hinaus bleibt das Bausparen trotz seiner Planbarkeit flexibel. Häufig sind Sonderzahlungen möglich und die Entscheidung, wann die ganze Bausparsumme verwendet wird, liegt weitgehend beim Kunden. Auf diese Weise stehen ihm die finanziellen Mittel genau dann zur Verfügung, wenn er sie braucht.

Passenden Anbieter zum Bausparen finden

Da ein Bausparvertrag relativ komplex aufgebaut ist und sich die verschiedenen Anbieter zudem hinsichtlich ihrer Konditionen sowie genauen Vertragsbedingungen unterscheiden, sollten sich Interessierte nicht mit dem erstbesten Angebot zufriedengeben. Stattdessen ist es ratsam, mehrere Bausparkassen bei der Wahl einzubeziehen und einen Blick auf die aktuellen Bausparvertrag Testsieger zu werfen, sodass sie das Beste aus dem Bausparvertrag holen können. Zusammen mit einem Experten räumen künftige Bausparer mögliche Stolperfallen aus dem Weg. Mit seiner Hilfe findet sich schnell und unkompliziert ein passender Bausparvertrag.

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