10.000 Euro anlegen: Empfehlen Bankberater die besten Fonds?

Geht es um die Geldanlage, wenden sich viele Verbraucher an ihre Bank. Allerdings ist nicht gesagt, dass sie dort auch das beste Anlageprodukt erhalten, wenn sie einen Betrag ab 10.000 Euro anlegen wollen. Die Stiftung Warentest hat überprüft, welche Geldanlagen die einzelnen Geldhäuser am häufigsten empfehlen und welche sinnvolle Alternativen es gibt, um Rendite zu erwirtschaften.

Wer einen größeren Geldbetrag ab 10.000 Euro anlegen will, hat es zurzeit schwer eine sichere Anlageform mit guten Ertragsaussichten zu finden. Denn die Niedrigzinsphase drückt die Zinsen bei Tages- und Festgeld, auch an den Kapitalmärkten sind die Renditeerwartungen geschmälert. Um dennoch eine Rendite zu erreichen, die spürbar über dem Inflationsniveau liegt, bleibt auch vorsichtigen Sparern nichts anderes übrig, als auf Aktien beziehungsweise Aktienfonds zu setzen. Insbesondere letztere zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Risiko streuen und somit mögliche Wertverluste einer Aktie gut ausgleichen können.

10.000 Euro anlegen: Empfehlungen von Bankberatern hinterfragen

Verbraucher, die sich an ihre Hausbank wenden, um 10.000 Euro und mehr in Aktienfonds anzulegen, sollten sich darüber bewusst sein, dass nicht selten vor allem Fonds empfohlen werden, für die die Banken Provisionen kassieren können. Das ist selbst dann der Fall, wenn das Geldinstitut ein eigenes Anlageprodukt zur Verfügung stellt, das ähnlich gut oder sogar besser performt und geringere Kosten aufweist.

Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest überprüft, welche Produkte die Bankberater der Commerzbank, Deutschen Bank, Hypovereinsbank, Postbank sowie der Genossenschaftsbanken und Sparkassen am häufigsten empfehlen und welche Alternativen eher überzeugen (Finanztest 4/2016). Besonders auffällig: Drei von sechs der empfohlenen Fonds erhalten kein Finanztest-Urteil, da sie noch zu jung für eine fundierte Einschätzung sind. Ein weiterer Fonds erhält nur zwei von fünf möglichen Punkten. Die restlichen beiden Fonds bei Commerzbank und Genossenschaftsbanken erhalten mit vier Punkten eine gute Bewertung.

Geldanlage im Test: Die Ergebnisse im Einzelnen

Laut der Tester empfehlen die Deutsche Bank und die Postbank ihre Kunden, die 10.000 Euro oder mehr anlegen wollen, einen DWS Fonds. Nach Ansicht der Experten von Stiftung Warentest sind die jeweils empfohlenen Produkte jedoch keineswegs die besten des Fondsanbieters. Hier fahren Anleger besser, wenn sie sich für eine Anlage je zur Hälfte in die DWS Top Dividende und den Deutsche Invest EuroGov Bonds LC entscheiden. Commerzbank-Kunden investieren am besten in den Allianz Strategiefonds Balance A EUR. Für die anderen Geldhäuser empfiehlt die Stiftung Warentest ebenfalls Fondslösungen, die sich von den häufigsten Empfehlungen der Bankberater unterscheiden:

  • Hypovereinsbank – Private Banking Vermögensportfolio Nachhaltigkeit A PI 4
  • Genossenschaftsbanken – Fair World Fonds (Union)
  • Sparkassen – Sigma Plus Konservativ

10.000 Euro anlegen: Es muss nicht immer die Hausbank sein

Die Stiftung Warentest rät Verbrauchern, die einen Betrag ab 10.000 Euro anlegen wollen, nicht einzig auf den Bankberater bei der Hausbank zu setzen. Indexfonds stellen beispielsweise eine sinnvolle Alternative dar. Schließlich wird das Risiko hier weit gestreut und Gebühren für das Fondsmanagement entfallen. Darüber hinaus kann eine Geldanlage Beratung dabei helfen, die eigene Anlagestrategie auszuloten und dazu passende Produkte zu finden.