0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Höhere Erwerbsminderungsrente seit 2018: Änderung mit Wermutstropfen

Die finanzielle Situation für erwerbsgeminderte Menschen soll sich verbessern. Nachdem bereits seit 2018 die sogenannte Zurechnungszeit bis 2024 schrittweise von 62 auf 65 Jahre erhöht wird, folgt 2019 eine weitere Anpassung. Dadurch gibt es mehr Erwerbsminderungsrente – zumindest für neue Betroffene. Für Sozialverbände gehen die Verbesserungen jedoch längst nicht weit genug.
Rentenreform: Erwerbsgeminderte seit 2018 bessergestellt
Verbesserungen für Erwerbsgeminderte seit 2018

Seit 2018 wird die Zurechnungszeit bei der Erwerbsminderungsrente schrittweise von 62 auf 65 Jahre angehoben. Ist die Anpassung abgeschlossen, sind Erwerbsgeminderte so gestellt, als hätten sie mit ihrem durchschnittlichen bisherigen Einkommen bis zum vollendeten 65. Lebensjahr weitergearbeitet. Dadurch erhöht sich die jeweilige Erwerbsminderungsrente. Allerdings profitieren nur Menschen von der Gesetzesänderung , die seit 2018 durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind, mehr als wenige Stunden täglich zu arbeiten.

Update 13. Juli 2018: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat nun angekündigt, zum 1. Januar 2019 ein erstes Rentenpaket umsetzen zu wollen. Die Zurechnungszeit bei der Erwerbsminderungsrente soll damit ab 2020 auf das 67. Lebensjahr erhöht werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat der Politiker heute vorgestellt.

Update 29. August 2018: Die Regierung hat sich nun auf das Rentenpaket verständigt. Bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente wird künftig davon ausgegangen, dass Betroffene bis zum aktuellen Renteneintrittsalter (derzeit 65 Jahre und sieben Monate) gearbeitet hätten. Die Regelung soll ab dem 1. Januar 2019 greifen.

Update 8. November 2018: Der Bundestag hat das entsprechende Gesetz heute verabschiedet.

 

Was hat sich bei der Erwerbsminderungsrente zuletzt geändert?

Die erste Stufe der von der ehemaligen Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierten Gesetzesänderung erfolgte bei der Erwerbsminderungsrente zum 1. Januar 2018. Wer seitdem erwerbsgemindert ist, dessen Zurechnungszeit ist um drei Monate verlängert. Ab Januar 2019 sollten ursprünglich weitere drei Monate und ab 2020 jedes Jahr bis 2024 jeweils sechs Monate angerechnet werden. Mit dem nun vorgelegten Rentenpaket von Heil wird die Zurechnungszeit deutlich schneller steigen.

Unser Service für Sie

Finden Sie jetzt Ihren maßgeschneiderten Schutz gegen Berufsunfähigkeit.

Sozialverband bemängelt bisherige Rentenreform

Bereits 2014 wurde die Zurechnungszeit für Erwerbsgeminderte um zwei Jahre nach oben angepasst. Zudem werden seit Kurzem die letzten vier Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung nicht mehr in das durchschnittliche Einkommen des gesamten Erwerbslebens einbezogen, wenn Betroffene in dieser Zeit aufgrund ihrer Erkrankung weniger verdient haben.

Dennoch sind noch immer zahlreiche Erwerbsgeminderte auf Grundsicherung angewiesen. Während nur 2,6 Prozent der Altersrentner die Leistung beziehen, sind es unter den Personen, die wegen einer Krankheit in Frührente gehen mussten, 14,7 Prozent. Der Sozialverband VdK begrüßte daher eine Verbesserung der Erwerbsminderungsrente durch die 2018 erfolgte Reform. Die aktuellen Pläne gehen dem Verband aber nicht weit genug. Er kritisiert vor allem, dass die Anpassungen nur für neue Erwerbsminderungsrentner gelten sollen.

Das änderte sich bereits 2017 bei der Erwerbsminderungsrente

Erwerbsgeminderte können häufig noch wenige Stunden pro Tag arbeiten. Daher ist es ihnen möglich, etwas zur Erwerbsminderungsrente hinzuzuverdienen. Bis einschließlich Juni 2017 galt dabei bei der vollen Erwerbsminderungsrente eine Mindest-Hinzuverdienstgrenze von monatlich 450 Euro. Verdienen Menschen mehr, wurde eine individuelle Verdienstgrenze berechnet, die sich nach den letzten Beitragszahlungen vor Renteneintritt richtet. Überschüssiges Einkommen wurde gegebenenfalls anteilig mit der Erwerbsminderungsrente verrechnet. Seit dem 1. Juli 2017 wird die monatliche Grenze durch eine jährliche Mindestgrenze von 6.300 Euro ersetzt

Tipp: Erwerbsgeminderte müssen häufig auf jeden Cent achten. Daher kann sich ein Blick auf den aktuellen Vertrag zur Haftpflichtversicherung lohnen. Gerade wenn dieser schon lange Zeit besteht, können Versicherte durch einen Wechsel sparen. Denn es ist wahrscheinlich, dass andere Versicherer in der Zwischenzeit günstigere Tarife bei gleichen Leistungen auf den Markt gebracht haben. Vergleichen Sie daher Ihre aktuelle Haftpflichtversicherung mit anderen Angeboten.

 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.