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Schaffen 13.000 neue Pflegekräfte die Trendwende in der Altenpflege?

Mit einem Sofortprogramm will Gesundheitsminister Spahn zeigen, dass die Politik verstanden hat, wie hoch die Belastung für Pflegekräfte ist. Ab 2019 werden daher 13.000 neue Pflegestellen geschaffen. Auch mit anderen Maßnahmen will der Minister „spürbare Verbesserungen im Alltag der Pflegekräfte“ erreichen. Dazu sind jedoch deutlich mehr Stellen notwendig, sagen Kritiker.
13.000 neue Pflegekräfte: Trendwende in der Kranken-und Altenpflege?
Sofortprogramm gegen Pflegenotstand: Spahn schafft 13.000 neue Stellen
  • Mit 13.000 zusätzlichen Pflegestellen in Altenheimen will Gesundheitsminister Spahn Pflegekräfte entlasten.
     
  • Die neuen Stellen sollen über die gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden.
     
  • Das von Spahn angekündigte Sofortprogramm klärt jedoch nicht, woher die Fachkräfte für die neuen offenen Stellen kommen sollen.

Derzeit arbeiten knapp 1,1 Millionen Personen bei Pflegediensten und in Pflegeheimen. Sie befinden sich „in einer gefährlichen Spirale aus zunehmender Belastung, in der Folge davon nicht selten einem Ausstieg aus dem Beruf, damit weiter steigenden Belastungen für die verbliebenen Kräfte“, so das Bundesgesundheitsministerium.

Diesen Kreis will die Große Koalition nun mit einem neuen Sofortprogramm durchbrechen. Mit diesem sollen ab Januar 2019 nicht nur 13.000 neue Stellen in der Altenpflege geschaffen werden. Zudem will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Pflegekräfte durch eine verbesserte Digitalisierung bei der Bürokratie entlasten und die Ausbildung von neuem Fachpersonal fördern.

13.000 neue Pflegestellen ab 2019 geplant

Je nach Größe des Pflegeheims profitieren die Pflegekräfte unterschiedlich stark von den neu geschaffenen Stellen. Heime mit bis zu 40 Bewohnern erhalten beispielsweise eine halbe Stelle, während für Einrichtungen mit über 120 Pflegebedürftigen zwei zusätzliche Stellen geschaffen werden. Offen bleibt, woher die Fachkräfte kommen sollen. Schon jetzt sind in Deutschland rund 35.000 Stellen in der Kranken- und Altenpflege unbesetzt.

Hier will Spahn daran arbeiten, den Beruf attraktiver zu gestalten. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, betont daher gegenüber der Funke-Mediengruppe, dass jetzt nicht nur festgelegt werden muss, wie mehr Pflegekräfte finanziert werden, sondern auch, „wie wir sie finden und im Beruf halten.“

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Krankenkassen gegen Querfinanzierung für neue Pflegestellen

Die zusätzlichen Pflegekräfte werden Schätzungen zufolge rund 650 Millionen Euro kosten und von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt werden. Auf diese Weise soll der Eigenanteil, der je nach Pflegeheim für die Bewohner anfällt, stabil bleiben. Dieser Entscheidung blickt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch skeptisch entgegen. „Wenn hier mit einem Finanztransfer von der Kranken- in die Pflegeversicherung begonnen wird, wo hört das dann auf?“, mahnt der Verband. Er fordert stattdessen einen steuerfinanzierten Bundeszuschuss für die gesetzliche Pflegeversicherung, wie es ihn für die Krankenversicherung bereits gibt.

Kritik an Spahns Sofortprogranm

Das Sofortprogramm sei ein erster wichtiger Schritt, so das Bundesgesundheitsministerium. Notwendig sind jedoch weitere Maßnahmen, um die „Situation in der Altenpflege bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.“ Für den Sozialverband VdK Deutschland zählen dazu deutlich mehr Pflegekräfte. Nach Einschätzung der Präsidentin Verena Bentele sind mindestens 60.000 Fachkräfte notwendig, um den wachsenden Pflegebedarf zu decken.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Pflegeversicherung.