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Gesetzliche Krankenkasse: Beitrag droht auf 16,9 Prozent zu steigen

Die gesetzlichen Krankenkassen haben ihren Finanzpuffer in den letzten Jahren stetig ausgebaut. Zuletzt verbuchten sie jedoch ein Defizit von rund 102 Millionen Euro. Diese Tendenz droht sich fortzusetzen, warnt eine aktuelle Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Bis zu 50 Milliarden Euro könnten den Kassen fehlen. Der Beitrag für Versicherte würde deutlich steigen.
Finanzloch: Gesetzlicher Krankenkasse stehen unruhige Zeiten bevor
Gesetzlicher Krankenkasse droht Milliarden-Defizit
  • Die Finanzreserve der gesetzlichen Krankenkassen beläuft sich aktuell auf über 20 Milliarden Euro.
     
  • Trotz des Puffers droht den Kassen eine immense finanzielle Schieflage.
     
  • Der Beitragssatz könnte daher in den nächsten Jahren um mehr als zwei Prozent steigen.

Der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) liegt seit 2015 bei 14,6 Prozent zuzüglich des Zusatzbeitrags der Krankenkasse. In den vergangenen Jahren konnten die Kassen damit so gut ihre Ausgaben decken, dass sie sogar Überschüsse verbuchten. Mittlerweile hat sich ein Plus von rund 21 Milliarden Euro summiert.

Doch „die Zeiten eines gleichlaufenden Zuwachses von Einnahmen und Ausgaben sind vorbei“, sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Stattdessen werden der demografische Wandel und die Preisentwicklung im Gesundheitswesen die Krankenkassen unter Druck setzen. Bis 2040 droht der GKV ein Defizit von fast 50 Milliarden Euro. Der Beitragssatz müsste daher auf 16,9 Prozent steigen. Das geht aus einer Studie des IGES Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor.

Gesundheitspolitik muss jetzt handeln

Die Gesundheitspolitik könne zwar wesentliche Faktoren, die die Finanzsituation beeinflussen, nicht ändern, etwa die Entwicklung der Beschäftigung und somit die Zahl von gesetzlich Krankenversicherten. Dennoch gibt es Stellschrauben. Es sei jetzt „noch Zeit, die zur Verfügung stehenden Mittel rechtzeitig zu nutzen, bevor die Finanzschere weiter auseinandergeht“, so Mohn.

Zu den Maßnahmen zählt beispielsweise, die Versorgungsstrukturen im stationären Bereich zu überdenken. Dortige Überkapazitäten können abgebaut und somit Kosten gespart werden. Zudem ist denkbar, den Bundeszuschuss zu erhöhen. Derzeit liegt er bei 14,5 Milliarden Euro im Jahr. Für einen stabilen Beitragssatz von 15 Prozent müsste er bis 2040 auf 70 Milliarden Euro erhöht werden.

Nicht zuletzt stößt die Bertelsmann Stiftung eine Debatte über die private Krankenversicherung an. „Gesellschaftliche Verantwortungsübernahme beinhaltet auch, dass die besser gestellten und im Durchschnitt gesünderen Teile der Bevölkerung sich nicht aus dem Solidarausgleich verabschieden dürfen“, so Mohn.

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Finanzreform der Krankenkassen schreitet voran

Die Finanzlage der Krankenkassen hat sich zuletzt auch durch viele neue Gesetze verändert, die unter anderem von Gesundheitsminister Spahn (CDU) beschlossen wurde. Heute wird sich das Bundeskabinett mit einem weiteren Entwurf von ihm beschäftigen. Dieser enthält eine umfassende Finanzreform der Kassen. Wie die aktuelle Studie zeigt, kommt diese zur rechten Zeit.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur gesetzlichen Krankenversicherung.