Dachstuhl im Rohbau
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Bausparkassen im Fokus: Wo sich Bausparen lohnen kann

Vor einigen Jahren noch war der Bausparvertrag ein beliebtes Mittel für die Eigenheimfinanzierung. Doch mit Beginn der Niedrigzinsphase hat das Bausparen an Popularität verloren, da es sich im Vergleich zu einem Kredit oftmals nicht auszahlt. Es gibt jedoch Fälle, in denen sich der Abschluss lohnt. Welche Bausparkassen dann empfehlenswert sind, zeigt ein neuer Test.

  • Wer ins eigene Haus umziehen will, muss dafür immer mehr Geld auf den Tisch legen.
  • Die Finanzierung können künftige Eigenheimbesitzer mit einem Bausparvertrag ergänzen.
  • Welche Bausparkassen gute Angebote haben, zeigt ein neuer Test von Focus-Money.

Während die anhaltende Niedrigzinsphase vor allem für die Altersvorsorge ein Problem darstellt, profitieren künftige Hausbesitzer, die mithilfe eines Kredits ihr Eigenheim finanzieren. Denn seit Jahren bewegen sich die Darlehenszinsen auf einem sehr tiefen Niveau. Ein Kredit von 180.000 Euro für ein Haus im Wert von 300.000 Euro lässt sich für einen Effektivzins unter einem Prozent bekommen, so die Stiftung Warentest.



Ein Bausparvertrag kann bei diesen Konditionen nicht mithalten. Denn der Darlehenszins liegt je nach Anbieter zwischen zwei und drei Prozent. Der FMH-Finanzberatung zufolge lohnt sich Bausparen erst, wenn die Zinsen der Anschlussfinanzierung für einen klassischen Kredit bei mehr als vier Prozent liegen. Derzeit sieht es allerdings nicht danach aus, dass das Zinsniveau in den nächsten Jahren erheblich anzieht.

Bausparvertrag rechnet sich eher bei kleineren Summen

Laut dem Institut rechnet sich Bausparen für Eigenheimbesitzer, die Renovierungen wie ein neues Dach planen. Hier schneidet ein Bausparvertrag besser ab als ein teurer Ratenkredit. Generell sind jedoch Aussagen, für wen welche Baufinanzierung am besten ist, schwierig. Denn je nach Bedarf und finanziellem Rahmen gibt es viele Möglichkeiten, ein Eigenheim zu finanzieren.

So betont auch Andreas Ritter vom Institut für Vermögensaufbau (IVA), dass „der Laie nur einer Gesamtfinanzierungsrechnung entnehmen kann, ob sich ein Bauspartarif für den individuellen Finanzierungsbedarf wirklich eignet.“ Welche Bausparkassen empfehlenswert sind, hat das IVA zusammen mit dem Wirtschaftsmagazin Focus-Money für drei Fälle berechnet (Ausgabe 3/2020).

Bausparvertrag im Vergleich: Wie wurde getestet?

Für den aktuellen Test gab das Institut drei verschiedene Situationen vor. Während bei einer klar ist, dass das Bauspardarlehen auch abgerufen wird (klassisches Bausparen), ist bei der anderen noch unsicher, ob der Bausparer das Darlehen in Anspruch nehmen will (flexibles Bausparen). Im letzten Fall legt der Musterkunde Wert auf eine Zinsbindung für die gesamte Finanzierungsdauer (zinssicheres Bausparen).

Für die verschiedenen Testfälle wurde sehr enge Vorgaben gemacht, etwa wie viel Geld für die Tilgung zur Verfügung steht, welche Finanzierung noch für den Hauskauf genutzt wird oder wie viel Eigenkapital vorhanden ist. Der Vergleich zeigt dabei, dass „scheinbar geringfügige Unterschiede zwischen den Konditionen einen beträchtlichen Einfluss auf den Vermögensaufbau haben“, erläutert Ritter.

Die Ergebnisse

Die Alte Leipziger Bauspar setzt sich mit dem Tarif „AL_Neo Klassik“ sowohl für das klassische als auch das flexible Bausparen an die Spitze. Dahinter folgt jeweils die BHW Bausparkasse („WohnBausparen Plus“). Beim zinssicheren Bausparen überzeugt dagegen das „Fuchs BauDarlehen“ von der Bausparkasse Schwäbisch Hall vor der Wüstenrot Bausparkasse („Wohnsparen D/P Premium 1,25“) am meisten.

Achtung:

Von den 18 angefragten Bausparkassen reichten nur fünf Angebote ein. Die Ergebnisse stellen somit lediglich eine grobe Orientierung dar. Da die Konditionen des Bausparvertrags zudem immer eng mit den Bedürfnissen des künftigen Bausparers verknüpft sind, sind die Testsieger nur eine Momentaufnahme. Ändert sich ein Kriterium des Musterkunden, können andere Bausparkassen überzeugen.

Interessierte sollten daher auf ein individuelles Angebot für ihren Bausparvertrag Wert legen und dabei mehrere Tarife miteinander vergleichen. Auch bei ihrer Hausbank lohnt es sich nachzuhaken. Weitere Testsieger finden sich zudem auf „Bausparvertrag im Test“.