Überfüllter Flughafen
Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Coronavirus: Die wichtigsten Fragen zu Impfen, Reisen, Karnevalsrisiko

Der Karneval steht nächste Woche an und so auch die Sorge, sich auf einer solchen Massenveranstaltung mit dem Coronavirus zu infizieren. Ob Großveranstaltungen wie diese gemieden werden sollten, wie Urlauber mit einer nach China gebuchten Reise ihr Geld zurück bekommen und wann es endlich einen Impfstoff gibt, klärt finanzen.de!

Von Mittwoch auf Donnerstag hat sich die Zahl statistisch erfasster Infektionen mit dem Coronavirus in China nahezu verzehnfacht. Grund dafür ist laut der chinesischen Behörden ein neues Verfahren bei der Diagnose des Virus. Der blitzartige Anstieg der Todesopfer lässt sich damit jedoch nicht erklären. Denn hier stiegen die Zahlen über Nacht um 242 auf 1.310 Tote in der Provinz Hubei. Zweifel an den offiziellen Zahlen bleiben so nicht aus, denn die Dunkelziffer Infizierter könnte noch sehr viel höher liegen.



Der Epidemie fielen nun auch erste Großevents zum Opfer. Am Mittwoch wurde bereits die Formel 1 vom Virus ausgebremst. Die Veranstalter sagten den für April 2020 geplanten Großen Preis von China ab. Gleiches gilt nach langer Diskussion auch für die weltweit wichtigste Telekommunikation- und Mobilfunkmesse MWC in Barcelona.

Sollten Karnevalsveranstaltungen aufgrund der Ansteckungsgefahr gemieden werden?

Dennoch heißt es ab nächster Woche hierzulande wieder Helau und Alaaf! Das bedeutet nicht nur Spaß bis zum Abwinken, sondern auch jede Menge Berührungspunkte zwischen zahlreichen Menschen. Nicht nur Jecken stellen sich deshalb die Frage, ob es nicht gefährlich ist, sich diesem erhöhten Risiko für Infektionen auszusetzen. In Düsseldorf wurde Anfang Februar bereits eine Karnevalsveranstaltung wegen des Coronavirus – jetzt Covid19 genannt – abgesagt.

Noch gibt es jedoch keine offiziellen Warnhinweise, die die ab nächsten Donnerstag um 11:11 Uhr beginnenden intensiven Festivitäten beschränken würden. Daran wird sich voraussichtlich auch nichts ändern.„Wir müssen die Situation in China von der in Deutschland deutlich unterscheiden”, erklärte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit kürzlich im Interview mit RTL und betonte: „Großveranstaltungen in Deutschland können nach wie vor stattfinden.”

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen der Grippe- und Erkältungssaison sollten selbstverständlich unbedingt beim Karneval eingehalten werden. Das Risiko, sich mit dem Influenza-Virus als auch mit dem Noro-Virus zu infizieren, sei derzeit ein sehr viel größeres Problem auf Großveranstaltungen, so Schmidt-Chanasit.

Wann kommt endlich ein Impfstoff gegen das Coronavirus?

Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck an einem Impfstoff. Erkenntnisse verschiedener Institute werden international geteilt, um Covid19 schnellstmöglich zu bekämpfen. Es wird damit gerechnet, bis Ende dieses Jahres ein Mittel zu finden.

Für den Otto Normalverbraucher klingt dies nach einer extrem langen Zeit. Doch der Weg von der Suche nach einem Impfstoff bis zur Zulassung ist lang. Am Imperial College in London haben Forscher bereits mit Versuchen an Mäusen begonnen. Erst wenn diese Phase 1 der Versuche abgeschlossen ist, kann der Impfstoff an Menschen getestet werden. Beides dauert mehrere Monate.

Auch in Deutschland wird beispielsweise am Institut für Virologie der Universität Marburg oder durch die Tübinger Biotechfirma CureVac an einem Impfstoff geforscht. „Es kann sein, dass es in anderen Ländern schneller geht als in Deutschland, weil die administrativen Hürden nicht so hoch sind”, erklärt Prof. Dr. Luka Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung gegenüber der Tagesschau die intensive Prüfung neuer Impfstoffe hierzulande. Für die aktuelle Welle der Erkrankten kommt der Impfstoff in jedem Fall zu spät.

Zahlt die Reiserücktrittsversicherung bei Storno wegen Covid-19?

Bei Reisenden, die einen Urlaub in China oder umliegenden Ländern gebucht haben, steigt indes die Panik angesichts der zunehmenden Zahl Infizierter. Die größte private chinesische Fluggesellschaft, Hainan Airlines, hat alle Flüge bis zum 28. März gestrichen. Auch die einzige direkte Flugverbindung zwischen Berlin und Peking ist bis Ende März gecancelt.

Viele Reiseveranstalter hatten ihre Pauschalreisen bereits Ende Januar abgesagt. In solchen Fällen wird den Urlaubern der Reisepreis erstattet. Ein Schadensersatzanspruch besteht allerdings nicht, da der Reiseveranstalter den Ausfall nicht zu verschulden hat. Auch kostenlose Stornierungen und Umbuchungen sind inzwischen bei fast allen deutschen Reiseanbietern möglich und werden auch offen so kommuniziert.

Das Auswärtige Amt hat eine Teilreisewarnung ausgesprochen und empfiehlt, von nicht notwendigen Reisen in die Volksrepublik China abzusehen. Für die Provinz Hubei warnt es sogar vor Reisen. Verbraucher mit einer Reiserücktrittsversicherung, denen eine kostenlose Stornierung nicht schon vom Veranstalter angeboten wird, sollten sich damit in den meisten Fällen auf “höhere Gewalt” berufen können und den Reisevertrag gemäß §651h BGB kostenlos kündigen dürfen. Im Streitfall kann die Frage, ob eine höhere Gewalt vorliegt, am Ende nur gerichtlich geklärt werden. Von den meisten Gerichten wird die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes allerdings als Beweis für einen Fall erheblicher Gefährdung anerkannt, wie das Auswärtige Amt in seinen FAQs erklärt.