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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Homeoffice steuerlich absetzen: Regierung plant 5-Euro-Pauschale

Durch die Corona-Krise arbeiten viele Beschäftigte im Homeoffice. Das Arbeitszimmer können sie jedoch nur unter strengen Voraussetzungen steuerlich absetzen. Als „flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung“ will die Regierung nun eine Homeoffice Steuer-Pauschale einführen, berichtet die FAZ. Eine wichtige Frage ist noch ungeklärt.

Zuletzt aktualisiert am 17. Dezember 2020



  • Durch das Homeoffice entstehen vielen Beschäftigten Mehrkosten, etwa für Wasser und Strom.
  • Um sie zu entlasten, hat die Regierung eine Steuerpauschale beschlossen.
  • Sie ist allerdings auf 600 Euro pro Jahr gedeckelt.

Update 17. Dezember 2020: Der Bundestag hat die Homeoffice-Pauschale beschlossen.

Was vor einem Jahr bei vielen Unternehmen und Angestellten eher eine Ausnahme war, zählt nun zum Alltag: das Arbeiten im Homeoffice. Zwar sparen sich Beschäftigte einiges an Zeit, die sie nicht zur Arbeit fahren müssen. Doch wer eine längere Anfahrt zum Büro hat, wird für dieses Jahr weniger Geld über die Pendler-Pauschale steuerlich absetzen können. Gleichzeitig verbraucht das Homeoffice mehr Strom, Wasser und Heizungskosten.

Um Angestellte, die von zu Hause aus arbeiten, steuerlich zu entlasten, hat zuletzt der Bundesrat eine Homeoffice Steuerpauschale gefordert. Dem folgt nun die Regierung. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, haben sich Finanzpolitiker aus der Union und SPD auf einen Betrag von fünf Euro pro Tag geeinigt, die steuerlich geltend gemacht werden können.

Steuerpauschale für das Homeoffice von 600 Euro

Die Homeoffice-Pauschale ist auf 600 Euro beschränkt. Das bedeutet, dass das Finanzamt rund ein halbes Jahr arbeiten im Homeoffice steuerlich berücksichtigt. Allerdings ist die Pauschale ein Teil der Werbungskosten. So nützt sie nur Arbeitsnehmern, die mehr als 1.000 Euro Werbungskosten haben. Denn dieser Betrag wird pauschal allen Beschäftigten in der Steuererklärung zugestanden.

Bei einer im Vorfeld diskutierten Einzelbetrachtung von Pauschal und Werbungskosten hat das Finanzministerium eine übermäßige und damit verfassungsmäßig bedenkliche Begünstigung gefürchtet, so die FAZ. Kritisch wird zudem betrachtet, dass die Pauschale nicht allen Menschen zugutekommt. Denn nicht jeder hat die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, etwa das Krankenhaus- und Pflegepersonal.

Durch die Pendlerpauschale können Berufstätige pro gefahrenen Kilometer Arbeitsweg 30 Cent absetzen. Die Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag entspricht einem täglichen Fahrtweg von rund 17 Kilometern. Wer normalerweise mehr fährt, wird somit nicht 1:1 ausgeglichen. Die Regierung geht dennoch von einer steuerlichen Entlastung der Beschäftigten in Höhe von einer Milliarde Euro aus.

Arbeitszimmer steuerlich absetzen – Nur unter strengen Regeln

Die Homeoffice-Pauschale könne als „flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer” verstanden werden, teilt der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm der FAZ mit. Derzeit können Arbeitnehmer ihren Arbeitsbereich nur dann steuerlich absetzen, wenn

  • das Homeoffice vom Arbeitgeber angeordnet wurde (Empfehlung reicht nicht aus),
  • das Zimmer ein abgeschlossener Raum ist und
  • es zu 90 Prozent für die Arbeit genutzt wird.

Gerade der letzte Punkt ist kritisch. Denn hier reicht schon eine Schlafcouch für Gäste im gleichen Raum aus, damit das Finanzamt die steuerliche Berücksichtigung streicht.

Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann einen Teil der Miete sowie weiterer Nebenkosten (wie Strom) in der Steuererklärung geltend machen. Wie viel genau, hängt von der Wohnungsgröße und der Größe des Arbeitszimmers ab. Der Betrag ist auf 1.200 Euro pro Jahr gedeckelt. Büromöbel können zusätzlich abgesetzt werden.