Frau nimmt eine Tablette
Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Krankenzusatzversicherung: Neun Tarife mit dem Prädikat „Hervorragend“

Eine Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse mit dem Service eines Privatpatienten – wer diese Ansprüche hat, kann seine Krankenversicherung mit einer Zusatzpolice erweitern. Dann gehören auch Chefarztbehandlung oder Vorsorgeuntersuchungen zu den erstattungsfähigen Leistungen. Ein aktueller Test zeigt, welche Tarife beste Leistung zum angemessenen Preis bieten.

  • Krankenzusatzversicherungen erstatten Kosten für Serviceleistungen, die über den Regelkatalog der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen.
  • Die Auswahl an Tarifen ist mit mehr als 700 Angeboten unüberschaubar groß.
  • Im Test zeigen sich die Tarife für stationäre Zusatzversicherungen als sehr preis-leistungsstark.

Die Krankenversicherung gehört in Deutschland zu den Pflichtversicherungen. Jeder muss sich also gegen das Risiko von hohen Kosten durch Krankheit oder Unfall absichern. Zugleich ist damit die medizinische Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger gesichert. Rund 73 Millionen Deutsche sind Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse. Damit genießen sie eine umfassende Grundversorgung und Hilfen bei Therapien, Behandlung mit Medikamenten, Rehamaßnahmen und mehr.

Welche Leistungen die Krankenkassen anbieten ist im Fünften Sozialgesetzbuch klar geregelt. Daher ist der Großteil der Angebote bei allen Kassen gleich.

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet einen erweiterten Leistungsrahmen. Sie erstattet mehr Therapieformen, darunter auch moderne und alternative Behandlungsmethoden. Zudem genießen PKV-Versicherte bei Terminvergabe oder bei der Unterbringung im Krankenhaus oft mehr Komfort.

Mit Zusatzversicherungen die medizinische Grundversorgung erweitern

Die Hürden, um in die PKV zu wechseln, sind gerade für Arbeitnehmer recht hoch. Eine Lösung für gesetzlich Krankenversicherte sind Zusatzversicherungen. Mit diesen Policen können Kassenpatienten den Leistungsumfang ihrer gesetzlichen Krankenversicherung erweitern.

Das Magazin Focus-Money hat in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Analysehaus KVpro die Tarifangebote mehrerer Krankenzusatzversicherungen untersucht. Insgesamt 768 Tarife und Tarifkombinationen für GKV-Versicherte im Alter von 30, 40 und 50 Jahren wurden dabei genau unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Welche Tarife bieten einen optimalen Preis-Leistungs-Mix aus nützlichen Leistungen, verbraucherfreundlichen Tarifbedingungen und vernünftigen Preisen?

So wurde getestet

Untersucht wurden Zusatzpolicen für stationäre Leistungen, die die Versorgung im Krankenhaus betreffen, sowie ergänzende Versicherungen für ambulante Services. Weiterhin unterschieden die Testexperten zwischen Tarifen mit und ohne Altersrückstellung. Dies ist vor allem für die Bewertung der Kosten wichtig.

Die Tarife mussten sich jeweils in zwei Bereichen bewähren und Punkte sammeln:

  • Das Leistungsniveau: Grundlage sind alle verfügbaren Informationen zum Tarifangebot. Dabei geht es darum einzuschätzen, wie viel Kostenerstattung erhält der Kunde für den Preis, den er für die Versicherung zahlt.
  • Beim Leistungsumfang erstellten die Tester für stationäre und ambulante Tarife jeweils ein Raster aus Mindestkriterien und Zusatzkriterien, die aus Sicht des Verbrauchers nützlich sind.

Aus den beiden Bereichen ermittelte KVpro für die stationären Zusatzversicherungen jeweils einen Leistungskoeffizienten und einen Preiskoeffizienten. Daraus ergibt sich schließlich das Preis-Leistungs-Verhältnis, das ebenfalls mit Punkten bewertet wurde.

Bei den Tarifen der ambulanten Krankenzusatzversicherungen entschieden sich die Tester, nur Leistungsmerkmalen einzubeziehen. Grund dafür ist die Corona-Pandemie und die kommenden Impfungen, denn auch Schutzimpfungen werden in diesem Tarif erstattet, die den Beitrag künftig in die Höhe schrauben lassen könnten.

Die Gesamtnote ergab sich bei den stationären Tarifen aus dem Durchschnitt der Preis-Leistungs-Punkte für 30-, 40- und 50-Jährige. War eine Versicherung mit mehreren Policen im Test, entschieden sich die Tester schließlich für den Tarif mit der besten Punktzahl. Bei den ambulanten Zusatztarifen zählten die insgesamt erreichten Leistungspunkte.

Neun hervorragende Tarife für stationäre Zusatzleistungen

Bei den Krankenzusatzversicherungen für stationäre Leistungen mit Altersrückstellungen überzeugen gleich neun Anbieter mit hervorragenden Ergebnissen– sowohl bei den Policen mit Unterbringung im Einbettzimmer als auch bei Tarifen mit Zweibettzimmer-Option. Zu den Siegern in beiden Kategorien zählen unter anderem

  • Debeka (Tarif WKplus)
  • Ergo (Tarif SZL)
  • Arag (Tarife 261 und 262)
  • Concordia (Tarife SZ1 und SZ2)
  • Inter (QualiMed Z S1R und QualiMed Z S2R)

Bei den Tarifen ohne Altersrückstellung überzeugen nur die AXA (Komfort Start-U) und die Inter (QualiMed Z S2) mit hervorragenden Leistungen.

Dreimal „Sehr gut“ bei den ambulanten Zusatzversicherungen

Unter den Policen für ambulante Leistungen erzielen diese drei Anbieter das Prädikat „Sehr gut“ für einen verbraucherfreundlichen Preis-Leistungs-Mix:

  • Barmenia (Mehr Gesundheit 2.000, Mehr Sehen)
  • Concordia (AZSH, AZN, AZP)
  • AXA (MED Komfort Start-U)

Dass sich immer mehr Kassenpatienten für eine Zusatzversicherungen als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden, zeigt sich auch Markt. So stiegen die Verträge für ambulante Leistungen laut PKV-Statistik in den Jahren von 2006 bis 2019 um fast 20 Prozent an.