Lebensversicherer können Garantien weiter bedienen

Die Bundesfinanzaufsicht (Bafin) gibt Entwarnung hinsichtlich der angeblichen Krise der deutschen Lebensversicherungen. Diese seien kurz- bis mittelfristig in der Lage ihren Garantieversprechungen nachzukommen. Auch das niedrige Zinsniveau könne daran nichts ändern.

Während die SPD auf dem gestrigen kleinen Parteitag ein neues Rentenkonzept beschlossen hat, gibt es erneut Diskussionen, um eine traditionelle Form der privaten Altersvorsorge. Vor wenigen Wochen wurde von Experten bezweifelt, dass sich die Lebensversicherer angesichts der niedrigen Zinsen weiter behaupten könnten. Denn diese leiden besonders unter dem derzeitigen Zinsniveau. So könnten die Lebensversicherer etwa über Staatsanleihen nur noch sehr geringe Renditen einfahren. Gleichzeitig sind sie aber verpflichtet, den Versicherten einen bestimmten Zinssatz auf ihre Lebensversicherungsbeiträge zu garantieren. Je nach Alter der Verträge kann dieser Garantiezins zwischen 1,75 Prozent für neue, in diesem Jahr abgeschlossene Verträge und bis zu 4 Prozent für alte Versicherungspolicen liegen, die aus der Zeit vor 2000 stammen. Insbesondere bei diesen alten Verträgen sei es jedoch schwer, die Differenz zwischen derzeitigem Zinsniveau und Garantiezins zu erwirtschaften.

Bafin entwarnt

Nachdem jedoch bereits der Bund der Versicherten Entwarnung gegeben hat, betont nun auch die Bafin, dass die Lebensversicherer ihre Zinsversprechen einhalten können. Gegenüber der Welt am Sonntag wies die Präsidentin der Bundesfinanzaufsicht, Elke König, die Berichte über eine Krise bei den Lebensversicherern zurück. Stresstests und Prognosen hätten ergeben, dass die Gesellschaften zumindest kurz- bis mittelfristig die Garantiezinsen aufbringen könnten. Allerdings bestätigte König auch, dass die niedrigen Zinsen bei den festverzinslichen Wertpapieren, die Lebensversicherer vor große Herausforderungen stellen würden.

Garantiezinsen werden auf jeden Fall bezahlt

König stellte zudem klar, dass einzelne Berichte, einige Lebensversicherer würden sich eventuell von den Zinsversprechen verabschieden schlicht falsch seien. Dies sei gar nicht möglich, da sich die Kunden auf die gegebenen Garantien berufen könnten. Nur im Falle einer drohenden Insolvenz hätte ein Lebensversicherer die Möglichkeit die Garantie aufzugeben und dies sei auch nur als letztes Mittel zu verstehen. Bei keinem Versicherer herrscht zurzeit aber eine solche Situation. Langfristig und für neue Verträge müsse man jedoch überlegen, ob lebenslange Garantien noch sinnvoll sowohl für Kunden als auch Lebensversicherer seien. Hier könnte man überlegen, andere Lösungen zu finden.

Verträge nicht kündigen

Verbraucherschützer hatten nach den Berichten der letzten Wochen Lebensversicherungskunden davor gewarnt, in Panik zu geraten und bestehende Verträge leichtfertig zu kündigen. Dies führt nicht selten zu einem erheblichen Verlust. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, Verträge ruhen zu lassen, aber auch hier sollte man sich vorerst beraten lassen.