Alte Frau zählt Kleingeld
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Leitung Newsredaktion

Pflegekosten senken: Welche Pflegeversicherung hilft am besten?

Wird ein Elternteil pflegebedürftig und kann die anfallenden Kosten nicht zahlen, werden die Kinder zur Verantwortung gezogen. Künftig müssen jedoch weniger pflegende Angehörige durch das neue Angehörigen-Entlastungsgesetz Elternunterhalt zahlen. Der finanzielle Druck auf Pflegebedürftige bleibt jedoch hoch und daher eine private Pflegeversicherung weiterhin wichtig.

  • in neues Gesetz wird Kinder pflegebedürftiger Eltern künftig finanziell entlasten.
     
  • Die Pflegekosten selbst drohen jedoch immer weiter zu steigen und stellen eine erhebliche Belastung für Pflegebedürftige dar.
     
  • Um auch bei Pflegebedürftigkeit finanziell unabhängig zu bleiben, empfiehlt sich eine private Pflegeversicherung. Ein neuer Vergleich zeigt aktuelle Top-Tarife.

Das Bundeskabinett wird heute ein Gesetz beschließen, das Angehörige pflegebedürftiger Personen künftig entlastet. Sie werden nur noch dann an den Pflegekosten beteiligt, wenn ihr Bruttoeinkommen über 100.000 Euro im Jahr liegt. Bis dahin greift das Sozialamt ein, wenn das Einkommen Pflegebedürftiger nicht für die Bezahlung ambulanter Pflegedienste oder die Unterbringung im Pflegeheim ausreicht.

An den wachsenden Kosten für die Pflege ändert die Neuregelung allerdings nichts. Schon jetzt müssen viele Pflegebedürftige ihre Rücklagen und ihre komplette Rente für die Pflegekosten opfern. Um die finanzielle Belastung zu senken, bleibt eine private Pflegeversicherung wichtig. Dabei haben Interessierte die Auswahl zwischen vielen sehr guten Tarifen, wie ein neuer Test des Wirtschaftsmagazins Focus-Money (Ausgabe 34/2019) zeigt.

Pflegetagegeldversicherung: Viel oder wenig Flexibilität?

Für den aktuellen Vergleich hat sich Focus-Money Unterstützung vom Deutschen Finanz-Service Institut geholt. Zusammen bewerteten sie 24 Anbieter hinsichtlich der Leistungen und Kosten ihrer privaten Pflegetagegeldversicherungen.

Bei den Tarifen wird zwischen zwei Formen unterschieden. Bei sogenannten statischen Angeboten gibt der Versicherer die Höhe der Leistungen in den fünf Pflegegraden vor. Die höchste Auszahlung erfolgt im fünften Pflegegrad. In den niedrigeren Graden erhalten Versicherte einen prozentualen Anteil dieser Summe.

Bei diesen Pflegeversicherungen besteht allerdings die Gefahr, bei geringerer Pflegebedürftigkeit, etwa mit Pflegegrad 2, zu wenig Geld für die Pflegekosten zu bekommen. Aus diesem Grund gibt es flexible Pflegeversicherungen. Hier legen Kunden die Höhe der Leistungen für jeden Pflegegrad selbst fest.

3 hervorragende Pflegeversicherungen für die klassische Vorsorge

Im aktuellen Test werden Testsieger in beiden Kategorien gekürt. Dazu wurden die Tarifbedingungen, die Höhe der Auszahlung und der Monatsbeitrag analysiert. Für letzteren wurde der Preis für mehrere Altersgruppen und Leistungsstufen untersucht. So sollten die Versicherer beispielsweise ein Angebot für eine flexible Pflegeversicherung nennen, bei dem die Leistungshöhe wie folgt aussieht:

  • Pflegegrad 2: 300 Euro
  • Pflegegrad 3: 750 Euro
  • Pflegegrad 4: 900 Euro
  • Pflegegrad 5: 1.2000 Euro

Das Alter variiert bei Versicherungsabschluss zwischen 25 und 55 Jahren.

Bei den statischen Tarifen, die ein monatliches Pflegetagegeld von 1.500 Euro im höchsten Pflegegrad garantieren, überzeugen drei Versicherer mit einer hervorragenden Bewertung:

  • Allianz mit „PflegetagegeldBest (PZTB03)“
  • DKV mit „Pflege Tagegeld PTG“
  • HanseMerkur mit „Pflegemonatsgeld Tarif PG mit den Tarifstufen PGA, PGS“

Bei stationärer Pflege zahlt die Allianz im ersten Pflegegrad 300 Euro, im letzten 1.500 Euro monatlich. Bei der HanseMerkur sind es 150 Euro beziehungsweise 1.500 Euro. Stärker aufgestellt ist die DKV, bei der Versicherte 1.050 Euro bereits im Pflegegrad 1 und bis zu 1.575 Euro im Pflegegrad 5 erhalten.

Die Kosten für einen 35-Jährigen betragen bei den Testsiegern zwischen 24 Euro und 31 Euro im Monat. Ein 45-Jähriger zahlt bereits 38 Euro bis 48 Euro.

Tipp: Informationen zu weiteren aktuellen Testsiegern gibt es auf der Übersichtsseite „Pflegeversicherung im Test“.

Höhe des Pflegetagegelds flexibel festlegen: Diese Versicherer sind sehr gut

Bei den flexiblen Tarifen erreichen vier Anbieter durchgehend eine sehr gute Bewertung. Interessierte sind demnach gut beraten mit

  • ARAG „IndividualPflege PIN“,
  • AXA „Pflegevorsorge Vario“,
  • DFV „Deutschland-Pflege“ und
  • Inter „QualiCare Tarifstufen QC1-5 und QCS 2-4“.

Aufgrund der unterschiedlichen Fallbeispiele sind Angaben zu den monatlichen Kosten bei den Testsiegern schwierig. Je nach Höhe des Pflegetagegelds kann sich ein 35-Jähriger bereits für 23 Euro bei den genannten Anbietern versichern. Bei einer sehr hohen Absicherung wächst der Monatsbeitrag auf mindestens 42 Euro.

Tipp: Welche Form der privaten Pflegeversicherung persönlich sinnvoll ist und welche Versicherer dann den individuell besten Tarif haben, finden Interessierte unverbindlich mit einem kostenlosen Angebot zur Pflegeversicherung heraus.