Pflegerin und Pflegeperson unterhalten sich
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung: Diese Tarife sind top

Jede dritte Person über 90 Jahren ist auf Unterstützung im Alter angewiesen. Die Pflegebedürftigkeit kann aber schon früher beginnen. Und je länger sie dauert, desto mehr geht sie ins Geld. Entsprechend wichtig ist es, finanziell vorzusorgen, um sich im Ernstfall gute Pflege leisten zu können. Welche Versicherer sehr gut sind, zeigt ein neuer Test.

  • Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind so ausgelegt, dass darüber nur ein Teil der Pflegekosten gedeckt wird.
  • Die restlichen Kosten müssen Betroffene selbst zahlen. Je nach Pflegegrad können dies mehrere hundert bis tausend Euro im Monat sein.

Pflege ist teuer, egal ob sie in den eigenen vier Wänden von Angehörigen oder im Pflegeheim von Fachpersonal erbracht wird. Da die Leistungen der gesetzlichen Pflegekassen die Kosten nur zu rund 50 Prozent decken, ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll. Der Staat unterstützt die Bürgerinnen und Bürger dabei seit einigen Jahren im Rahmen des Pflege-Bahrs mit einem Zuschuss von fünf Euro pro Monat bei einem Mindestbeitrag von zehn Euro monatlich.

Pflege-Bahr: Besser als gar keine Vorsorge

Der Pflege-Bahr eignet sich für Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen keine Pflegeversicherung abschließen können. Denn hier darf niemand wegen des gesundheitlichen Zustands abgelehnt werden.

Der Nachteil ist allerdings, dass die Leistungen oftmals sehr gering sind. Selbst in Pflegegrad 5 sind es nur 600 Euro, die der Versicherer zahlt – wie gesetzlich vorgeschrieben. Versicherte müssen so im Pflegefall immer noch einen großen Teil der Pflegekosten selbst zahlen. Diese geringe Vorsorge ist allerdings besser als gar keine Vorsorge.

Viele Versicherer bieten neben den reinen Pflege-Bahr-Tarifen auch Kombi-Tarife an. Allerdings müssen Interessierte hierfür die Gesundheitsprüfung bestehen. Welche Tarife sehr gut sind, hat aktuell das Wirtschaftsmagazin €uro zusammen mit dem Analysehaus Morgen & Morgen untersucht.

Was bei es beim Abschluss zu beachten gilt

€uro rät dazu, sich bei Vertragsabschluss nach künftigen Beitragserhöhungen zu erkundigen. Viele Anbieter mussten zuletzt ihre Preise anpassen, da sich nun einerseits die Leistungsverbesserungen durch die Pflegereform 2017 in den Ausgaben widerspiegeln. Zum anderen belastet auch die Niedrigzinsphase die Pflegeversicherer. Einige von ihnen sehen daher noch Anpassungen vor, andere haben sie schon vorgenommen.

Die aktuellen Pflegeversicherung Testsieger

23 Pflege-Bahr Anbieter wurden getestet, fünf erreichen die Bewertung „sehr gut+“, sieben „sehr gut“. Die Debeka (Tarif „EPG“) erhält dabei mit 100 Punkten die volle Punktzahl, dahinter folgen Generali („PflegeBahr“),  Nürnberger („NPV“) und Barmenia („DFPV“).

Wer sich für einen der sehr guten Tarife im jungen Alter, also mit 25 Jahren entscheidet, sichert sich deutlich bessere Leistungen als den Mindestschutz, wie der Vergleich zeigt. So zahlt der Münchener Verein („490 Förder Pflege“) in Pflegegrad 5 monatlich 1.389 Euro aus. Bei einem Abschluss mit 45 Jahren oder älter werden nur noch 600 Euro gezahlt – wie bei allen untersuchten Angeboten.

Bei den Kombitarifen wurden 15 Versicherer untersucht, davon erzielen drei die Topbewertung:

  • Barmenia („PMD100+DfPV“)
  • Allianz („PflegetagegeldBest + Pflegebahr“)
  • R+V („PM2 + Pflege Förderbahr“)

Der Münchener Verein bietet auch in dieser Kategorie die höchsten Leistungen im letzten Pflegegrad. In den Graden darunter fällt das Pflegetagegeld jedoch zum Teil niedriger aus.

Je nach Alter bei Versicherungsabschluss müssen Kunden für die Testsieger zwischen 25 Euro (25 Jahre) und 77 Euro (55 Jahre) im Monat einplanen.

Tipp:

Pflegebedürftige sind nur selten sehr lang in Pflegegrad 5 eingeteilt. Die Pflegeversicherungen sollte daher auch in den niedrigeren Pflegegraden ein ausgewogenes Leistungsniveau haben, damit Versicherte bestmöglich finanziell abgesichert sind.

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Weitere Vergleiche und empfehlenswerte Versicherer sind auf der Seite „Pflegeversicherung im Test“ zusammengefasst.