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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Private Pflegeversicherung mit Förderung: Welche Tarife sind top?

Bei der Pflegezusatzversicherung haben Interessierte die Wahl zwischen geförderten Tarifen, Angeboten ohne Zuschuss sowie einer Kombination aus beidem. Das Wirtschaftsmagazin €uro hat aktuell untersucht, welche Kombi-Tarife und Pflegeversicherungen mit staatlicher Förderung die beste Pflegevorsorge ermöglichen.

  • Im neuesten Vergleich von €uro wurden 23 Pflege-Bahr-Tarife und 15 Kombi-Tarife untersucht.
  • Der Pflege-Bahr bietet nur dann eine gute Absicherung, wenn der Vertrag schon sehr früh abgeschlossen wird.
  • Mehr Leistungen versprechen Pflegezusatzversicherungen, bei denen geförderte mit ungeförderten Tarifen kombiniert werden.

Es gibt schönere Dinge, als sich mit dem Thema Pflegebedürftigkeit zu beschäftigen. Angesichts der hohen Pflegekosten, die im Ernstfall auf Betroffene zukommen, ist es jedoch sinnvoll, sich mit der Pflegevorsorge auseinanderzusetzen. Hierzu zählt nicht nur die Absicherung der eigenen Wünsche etwa mit einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung. Auch über den Schutz vor den Kosten mit einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung sollte zumindest nachgedacht werden. Welche Tarife den besten Mix aus Preis und Leistung bieten, zeigt ein aktueller Vergleich des Wirtschaftsmagazins €uro.



Pflege-Bahr im Vergleich

Zusammen mit dem Analysehaus Morgen & Morgen wurden zwei Arten von Pflegetagegeldversicherungen getestet. Diese zahlen für jeden Tag der Pflege einen vereinbarten Betrag aus. Dabei können sich Interessierte für einen sogenannten Pflege-Bahr-Tarif entscheiden. Hierbei beteiligt sich der Staat mit monatlich fünf Euro am Beitrag. Zudem dürfen die Versicherer keine Personen etwa aufgrund ihrer Vorerkrankungen ablehnen.

Der Nachteil der geförderten Pflegezusatzversicherungen ist jedoch, dass die Leistungen bei einem späten Versicherungsabschluss, etwa mit 55 Jahren, nur noch gering ausfallen. Im höchsten Pflegegrad 5 erhalten Versicherte lediglich 600 Euro im Monat. Die Unterbringung im Pflegeheim kann allerdings je nach Bundesland über 2.000 Euro und mehr kosten – wobei die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung schon berücksichtigt sind.

Verbraucher, die sich dagegen frühzeitig kümmern, können sich höhere Leistungen sichern, wie der Vergleich zeigt. Bei einem Monatsbeitrag von 10 bis 15 Euro ist ein Pflegetagegeld von bis zu 1.530 Euro im Monat bei Pflegegrad 5 für einen 25-Jährigen möglich. Bei einem Vertragsabschluss mit 45 Jahren liegen die Kosten allerdings bereits bei bis zu 25 Euro, die Leistungen betragen bestenfalls 690 Euro.

So wurde getestet

Je nach Alter variiert nicht nur der Preis, sondern auch die Leistungshöhe. Um Testsieger bestimmen zu können, wurden daher für drei Altersgruppen die Höhe des Pflegetagegelds und des Monatsbeitrags von 23 Pflegeversicherungen verglichen. Die besten Pflege-Bahr sind demnach:

  • Debeka mit dem Tarif „EPG“
  • Central mit „central.pflege“
  • Allianz mit „Pflege-Bahr“

Kombinierte Pflegeversicherungen: Diese Tarife überzeugen

Für ein Plus an Leistungen können die geförderten Tarife mit ungeförderten kombiniert werden. So nehmen Interessierte den staatlichen Zuschuss mit und können sichergehen, dass sie ihre Pflegeversicherung bei Pflegebedürftigkeit bestmöglich schützt. Neben den Kosten und der Höhe des Pflegetagegelds wurde bei den 15 Kombi-Tarifen zudem geprüft, welche weiteren Bedingungen es gibt, etwa

  • Höchstalter bei Versicherungsabschluss,
  • Mindestversicherungsdauer und
  • Leistungen bei stationärer Reha und Kur.

Die Top 3 belegen hier:

  • Allianz mit „Pflegetagegeldbest + PflegeBahr“
  • R+V mit „PM2 + Pflege Förderbahr“
  • Barmenia mit „PMD1000 + DFPV“

Tipp:

Weitere Testsieger, auch zu reinen ungeförderten Pflegeversicherungen, gibt es auf der Übersichtsseite „Private Pflegeversicherung im Test“.